Anzeige
Deutsche Automobilhersteller behandeln den Datenschutz unterschiedlich.
Deutsche Automobilhersteller behandeln den Datenschutz unterschiedlich. (Bild: Europäische Kommission)

Autohersteller: Unterschiedliche Auffassungen von Datenschutz

Autohersteller in Deutschland behandelten den Datenschutz in ihren Fahrzeugen noch zu unterschiedlich, obwohl er inzwischen auch dort angekommen sei, sagte der Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert.

Anzeige

Noch gibt es keine Datenschutz-Standards für Automobile. Auf der Cebit 2014 mahnte VW-Chef Martin Winterkorn, das Auto dürfe keine Datenkrake werden. Er forderte die Selbstbeschränkung seiner Branche. Zwar sei der Datenschutz inzwischen auch bei den Herstellern angekommen, er werde von diesen jedoch noch unterschiedlich ausgelegt, sagte der Datenschützer Thilo Weichert zu VDI-Nachrichten.

Die meisten Hersteller würden nicht mit datenschutzfreundlichen Voreinstellungen arbeiten, sagte Weichert. Der Autobesitzer müsse sich oft selbst darum kümmern, die Dienste abzuschalten, die er nicht wolle. Denn heutige Automobile sammeln bereits Unmengen von Daten, etwa zu Geschwindigkeit, Bremseinsatz, Lenkverhalten und selbst zur Position des Fahrzeugs. Auch Daten wie die Öl- und Wischwasserstandsanzeige werden im Fahrzeug gespeichert.

Mal 24 Stunden, mal 30 Tage

Sie werden später von Autowerkstätten und vom Fahrzeughersteller selbst ausgewertet. Dabei gehen die Hersteller laut einer Umfrage der VDI Nachrichten verschiedentlich mit den Daten um. BMW sammele weit mehr Daten als etwa Daimler. Während in Fahrzeugen von Daimler etwa nur Fehlercodes bis zum nächsten Werkstattbesuch gespeichert und alle anderen Daten beim Abstellen des Motors gelöscht werden, werden sie in Fahrzeugen von BMW und Audi länger gespeichert.

Auch die Positions- und Identifikationsdaten, auf die die Notfallhilfe Ecall zugreift und die an die Hersteller übertragen werden, werden bei Daimler lediglich 24 Stunden bereitgehalten. Bei BMW liegen die Daten hingegen sieben Tage lang auf den Servern. Danach werden sie weitere 30 Tage in einer Datenbank gespeichert, die für Supportabfragen genutzt wird.

Zustimmung bei Vertragsunterzeichnung

Weichert kritisiert unter anderem, dass Käufer der Datensammlung meist unwissentlich zustimmten. Sie sei in den Kaufverträgen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgehalten, denen der Käufer oftmals kaum Aufmerksamkeit schenke, sagte Weichert. Auch wenn der Käufer später ungewünschte Dienste abschalte, gebe es Probleme. Er habe zwar die Möglichkeit, die SIM-Karte zu entfernen, über die die Daten an die Hersteller übertragen werden, allerdings werde bei BMW dabei auch der Intelligente Notruf abgeschaltet. Bei Daimler hingegen laufe der Dienst getrennt.

Zudem würden Daten nicht immer anonymisiert. "Man muss aber hinterfragen, was die Hersteller unter Anonymisierung wirklich verstehen", sagte Weichert. Zwar versicherte Audi gegenüber VDI-Nachrichten, dass Steuerdaten anonymisiert an die Zentrale weitergegeben würden, sie könnten aber später in Kulanz- und Gewährleistungsfällen wieder dem jeweiligen Fahrzeug zugeordnet werden, kritisiert der Datenschützer.

"Technisch und faktisch ist das allgemeine Datenschutzrecht überholt und muss modernisiert werden", sagte Thilo Weichert. Es müsse neue Gesetzeslösungen für E-Call, Mauterfassung und die Fahrzeugkommunikation geben. Die Branche müsse sich zudem auf datenschutzfreundliche Standards, einheitliche Schnittstellen und Verhaltensregeln einigen. Weichert zeigte sich aber zugleich optimistisch: "Die Automobilwirtschaft ist in Aufruhr, aber die Idee des Datenschutzes ist bei ihr angekommen."


eye home zur Startseite
FreiGeistler 17. Jun 2014

Nene, der Spruch kommt vom VW-Chef nicht von der BND. :D

Anonymer Nutzer 15. Jun 2014

Ich dachte, diese ganzen neumodischen Autos mit >60% Elektronikanteil halten eh nur 3...

Anonymer Nutzer 15. Jun 2014

Ich dachte immer, AGB-Klauseln sind immer dann rechtsgültig, wenn sie in einem solchen...

Prinzeumel 13. Jun 2014

...werde ich wohl jedes auto erstmal zum fachman bringen und entwanzen lassen. Ich will...

Zwangsangemeldet 13. Jun 2014

beim Neuwagenkauf erst mal sämtliche datenschutzbedenklichen Technologien ausschalten...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Supporter/in
    WALDORF FROMMER, München
  2. IT Subject Matter Expert (SME) (m/w) Contract Management System for the strategic project GET ONE
    Daimler AG, Stuttgart
  3. Trainee (m/w) IT-Anwendungen
    Süwag Energie AG, Frankfurt am Main
  4. IT Infrastruktur Support (m/w)
    RATIONAL AG, Landsberg am Lech

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. Battleborn stark reduziert
    ab 29,97€
  2. VORBESTELLBAR: DEUS EX: MANKIND DIVIDED - Collector's Edition (PC/PS4/Xbox One)
    119,00€/129,00€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. Total War: WARHAMMER
    54,99€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Oracle-Anwältin nach Niederlage

    "Google hat die GPL getötet"

  2. Selbstvermessung

    Jawbone steigt offenbar aus Fitnesstracker-Geschäft aus

  3. SpaceX

    Falcon 9 Rakete kippelt nach Landung auf Schiff

  4. Die Woche im Video

    Die Schoko-Burger-Woche bei Golem.de - mmhhhh!

  5. Zcryptor

    Neue Ransomware verbreitet sich auch über USB-Sticks

  6. LTE-Nachfolger

    Huawei schließt praktische Tests für Zukunftsmobilfunk ab

  7. Beam

    Neues Modul für Raumstation klemmt

  8. IT-Sicherheit

    SWIFT-Hack vermutlich größer als bislang angenommen

  9. Windows 10

    Microsoft bringt verdoppelten Virenschutz

  10. Audience Network

    Facebook trackt auch Nichtnutzer für Werbezwecke



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Googles Neuvorstellungen: Alles nur geklaut?
Googles Neuvorstellungen
Alles nur geklaut?
  1. Google I/O Android Auto wird eine eigenständige App
  2. Jacquard und Soli Google bringt smarte Jacke und verbessert Radar-Chip
  3. Modulares Smartphone Project Ara soll 2017 kommen - nur noch teilweise modular

Cloudready im Test: Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
Cloudready im Test
Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
  1. Chrome OS Android-Apps kommen auf Chromebooks
  2. Acer-Portfolio 2016 Vom 200-Hz-Curved-Display bis zum 15-Watt-passiv-Detachable

Doom im Technik-Test: Im Nightmare-Mode erzittert die Grafikkarte
Doom im Technik-Test
Im Nightmare-Mode erzittert die Grafikkarte
  1. Blackroom John Romero und das Shooter-Holodeck
  2. Doom Hölle für alle
  3. Doom Bericht aus der Bunnyhopping-Hölle

  1. lowcarb funktioniert auch .. (ganz ohne Sport)

    pk_erchner | 11:41

  2. Re: Die 1000 Stück sind schon verkauft

    RipClaw | 11:40

  3. Re: Zukunft für deutsche Elektromobilität?

    oxybenzol | 11:39

  4. Re: Was es wohl kostet...

    matok | 11:33

  5. Re: "Besuche keine pornoseiten"

    User_x | 11:32


  1. 11:51

  2. 11:22

  3. 11:09

  4. 09:01

  5. 17:09

  6. 16:15

  7. 15:51

  8. 15:21


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel