Auftragshersteller Foxconn will angeblich frei gewählte Betriebsräte zulassen

Foxconn will nach Streiks und Protesten Wahlen für eine gewerkschaftliche Vertretung in China durchführen. Doch die Gewerkschaft steht unter staatlicher Kontrolle und weigerte sich bisher, den Arbeitern zu helfen.

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Foxconn bereitet offenbar Wahlen für eine gewerkschaftliche Vertretung in seinen Werken in China mit 1,2 Millionen Beschäftigten vor. Das berichtet die britische Financial Times unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ein Unternehmenssprecher sagte der Zeitung: "Die Funktionen des Vorsitzenden und von 20 Mitgliedern des Verbandes des Foxconn-Gewerkschaftskomitees (Foxconn Federation of Labour Unions Committee) sollen alle fünf Jahre durch ein anonymes Abstimmungsverfahren besetzt werden."

Nach den Ferien zur chinesischen Neujahrsfeier sollen in diesem Jahr erste Trainingsmaßnahmen zur Wahl einer gewerkschaftlichen Vertretung stattfinden, berichtet die Wirtschaftszeitung aus informierten Kreisen weiter. Dabei leiste die US-Nichtregierungsorganisation Fair Labor Association, die Apple zuvor für Audits bei Foxconn engagiert hatte, Unterstützung. Es sollen bis zu 18.000 Gewerkschaftskomitees gewählt werden.

"Der Prozess, durch den Foxconns aktuelle Gewerkschaftsvertreter gewählt wurden, war nicht demokratisch, weil es keine offene und transparente Aufstellung der Kandidaten gab, und er war nicht repräsentativ, weil mehr als die Hälfte der Mitglieder des Ausschusses aus der Verwaltung kam", sagte eine informierte Person der Financial Times.

Die Vorsitzende der Foxconn-Gewerkschaft in China, Chen Peng, ist die frühere Büroleiterin des Konzernchefs, Terry Gou. Sie gilt laut dem Bericht als engste Vertraute von Gou und ist im Managementteam des Unternehmens in China.

Die All-China Federation of Trade Unions (ACFTU), der Gewerkschaftsdachverband Chinas, steht unter staatlicher Kontrolle. Bei einem Konflikt im Oktober 2012 habe die Gewerkschaft es abgelehnt, den Beschäftigten zu helfen, erklärte der Arbeiter Song Xuegang der Financial Times. Die Arbeiter hatten den Aufsehern, die eine zu langsame iPhone-Produktion bemängelten, Übergriffe vorgeworfen. Danach kam es zu einem Streik.

Foxconn werden unmenschliche Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken vorgehalten. Zuletzt wurde im Januar 2011 über eine Selbsttötung berichtet. Das bereits 14. Opfer war die 25-jährige Foxconn-Ingenieurin Wang Ling. Im Juni 2010 hatte ein Foxconn-Arbeiter erklärt, dass sich trotz Versprechungen der Konzernleitung die inhumanen Arbeitsbedingungen mit vielen Überstunden, Sprechverbot und Siebentagewoche nicht verändert hätten. Er müsse weiterhin elf Stunden am Tag von 7:30 bis 19:30 Uhr arbeiten, an sieben Tagen in der Woche, mit nur 30 Minuten Pause für Mittag- und Abendessen.

Der Auftragshersteller Foxconn fertigt für Apple, Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba und andere. Der Konzern ist auch in Osteuropa, Mexiko und Brasilien aktiv.


elgooG 05. Feb 2013

Meistens sind das dann aber auch die, die es mit der Angst zu tun bekommen, weil sie...

IrgendeinNutzer 04. Feb 2013

(Leider?) +1

Stereo 04. Feb 2013

Pass auf, ich hör schon die Betriebspolizei. tatü tata ...

Stereo 04. Feb 2013

In China ticken die Uhren etwas anders, aber jetzt, so scheint es, erhält Cook nach...

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