Künstlerische Darstellung eines hellen Gammablitzes in einer Sternenformation
Künstlerische Darstellung eines hellen Gammablitzes in einer Sternenformation (Bild: Swift/Mary Pat Hrybyk-Keith/John Jones/Nasa)

Supernova oder Gammablitz

Anzeige

Aber vielleicht war es eine Supernova? Wenn ein großer Stern am Ende seines Lebens explodiert, kann er jede Menge Zeugs ins All schleudern. Es gibt einen Ausbruch an kosmischer Strahlung, der die Erde treffen kann. Damit die Supernova den C-14 Anstieg verursachen kann, muss sie allerdings ungefähr 400 Lichtjahre von der Erde entfernt stattgefunden haben. Damit wäre sie selbstverständlich am Himmel zu sehen gewesen; ziemlich hell sogar. Sie wäre eines der hellsten Himmelsobjekte gewesen, fast so hell wie die Sonne selbst und auch am Tag sichtbar. Diese Supernova hätte keiner übersehen können.

Es existieren keine Berichte aus der damaligen Zeit, die so ein Ereignis beschreiben. Aber vielleicht wurde das Licht der Supernova durch Wolken aus interstellarem Material blockiert, die zwischen uns und der Supernova lagen? Auch das haben Hambaryan und Neuhäuser untersucht. Im fraglichen Abstand gibt es keine Wolken, die dicht genug sind. Vielleicht haben die Menschen die Supernova damals wirklich übersehen? Oder die Aufzeichnungen sind alle verschwunden? Das ist durchaus möglich - aber dann müsste man immer noch den Supernovaüberrest sehen. Die Explosion eines Sterns hinterlässt eine charakteristische Wolke, und wenn es auch möglich ist, dass Aufzeichnungen über 1.200 Jahre alte Himmelsbeobachtungen verloren gehen, so ist es fast unmöglich, dass die Astronomen einen so nahen und so jungen Supernovaüberrest übersehen haben.

Neben den Supernovae kommen auch noch Gammablitze als Quelle der kosmischen Strahlung infrage. Und hier glauben Hambaryan und Neuhäuser, die Ursache des C-14-Anstiegs gefunden zu haben. Es gibt zwei verschiedene Arten: lange Blitze, die mehr als zwei Sekunden dauern, und kurze Blitze. Die langen Gammablitze entstehen, wenn enorm große Sterne explodieren. Sie kommen als Ursache nicht infrage, denn sie würden anderen Mengen an C-14, Be-10 oder anderen Elementen erzeugen, als man beobachtet hat. Aber ein kurzer Gammablitz würde passen.

Findet ein Gammablitz in der Nähe der Erde statt, dann kann dabei die Atmosphäre stark geschädigt werden. Daraus kann ein Massensterben der Lebewesen auf der Oberfläche resultieren. Da aber im Jahr 774/775 nichts dergleichen passiert ist, muss der Gammablitz ausreichend weit entfernt passiert sein. Ungefähr 3.000 bis 12.000 Lichtjahre weit weg, sind damals vermutlich zwei Neutronensterne kollidiert. Denn genau das ist die Ursache der kurzen Gammablitze.

Unsere Sonne wird sich am Ende ihres Lebens zu einem weißen Zwerg wandeln. Schwerere Sterne werden zu Neutronensternen, noch schwerere zu schwarzen Löchern. So ein Neutronenstern ist nur ein paar Kilometer groß, wiegt aber mehr als unsere Sonne. Wenn nun aber zwei Sterne ein Doppelsternsystem bilden und beide am Ende ihres Lebens zu Neutronensternen werden, dann kriegt man ein Doppel-Neutronensternsystem. Und wenn die beiden Neutronensterne sich nahe genug kommen, dann können sie kollidieren. Und wenn das passiert, dann geht es wirklich rund.

Neutronensterne sind unvorstellbar dicht. Ein Kubikzentimeter seiner Materie, nicht mehr als ein Zuckerwürfel, wiegt so viel wie 100 Millionen Autos. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn zwei dieser Objekte zusammenstoßen. Oder besser gesagt: Man kann es sich nicht vorstellen. Aber man kann es berechnen. Die beiden Neutronensterne bilden entweder einen neuen, großen Neutronenstern oder ein schwarzes Loch! Und die Energie, die bei der Kollision frei wird, erzeugt einen kurzen Gammablitz.

 Astrophysik: Vom Gammablitz getroffenEin unbemerkter Strahlungsschauer 

David64Bit 27. Feb 2013

In der Sonne läuft eine stabile Kernfusion ab. Bei einer Nova oder auch einer Supernova...

chrulri 24. Jan 2013

http://de.wikipedia.org/wiki/Beteigeuze

sovereign 23. Jan 2013

Wie soll die Ozonschicht bitteschön Gammastrahlung abwehren? Um Gammastrahlen überhaupt...

Andre S 23. Jan 2013

Ja das ist eine passende erklärung. :D +1

Baron Münchhausen. 23. Jan 2013

Oh oh, mit Denken konfrontiert, duck & cover :D

Kommentieren



Anzeige

  1. Manager IT Infrastructure (m/w)
    SolarWorld AG, Bonn
  2. Consultant Informationssicherheit (m/w)
    Ceyoniq Consulting GmbH, Bielefeld, Leipzig, Oldenburg
  3. Forschungsingenieur (m/w) Computer Vision
    Robert Bosch GmbH, Hildesheim
  4. SAP PP Inhouse Berater (m/w)
    über Schuver & PTN. GmbH, Ostwestfalen

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. NEU: The Elder Scrolls Online: Tamriel Unlimited - Xbox One
    39,00€
  2. Jetzt reduziert: Zombie Army Trilogy und Sniper Elite 3 für die Xbox One
  3. NEU: GTA 5 (Xbox One)
    19,00€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       

  1. Internet

    Facebook stellt Aquila-Drohne mit Spannweite einer Boeing 737 vor

  2. Microsoft

    Über 14 Millionen sind bereits auf Windows 10 gewechselt

  3. Sugr Cube

    WLAN-Holzlautsprecher mit Touchbedienung

  4. ME20F-SH

    Canons Camcorder mit ISO 4 Millionen kann im (fast) Dunklen filmen

  5. Verdacht auf Landesverrat

    Generalbundesanwalt ermittelt gegen Netzpolitik.org

  6. Security

    Gehacktes Scharfschützengewehr schießt daneben

  7. Sony

    Schwarze Zahlen dank Playstation 4 und Fotosensoren

  8. Rocket League im Test

    Fantastische Tore mit der Heckklappe

  9. Neuer Windows Store

    Windows 10 erlaubt deutlich weniger Parallelinstallationen

  10. Schwache Mobilsparte

    Samsung plant Preisreduzierung der Galaxy-S6-Modelle



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Broadwell-C im Test: Intels Spätzünder auf Speed
Broadwell-C im Test
Intels Spätzünder auf Speed
  1. Core i7-5775C im Kurztest Dank Iris Pro Graphics und EDRAM überraschend flott
  2. Prozessor Intels Broadwell bietet die schnellste integrierte Grafik
  3. Prozessor Intels Broadwell Unlocked wird teuer

Kritik an Dieter Nuhr: Wir alle sind der Shitstorm
Kritik an Dieter Nuhr
Wir alle sind der Shitstorm

Visual Studio 2015 erschienen: Ganz viel für Apps und Open Source
Visual Studio 2015 erschienen
Ganz viel für Apps und Open Source
  1. Windows 10 IoT Core angetestet Windows auf dem Raspberry Pi 2

  1. 14 Millionen Fliegen .....

    Nugget32 | 09:17

  2. Re: Bitte hier klicken....^^

    Trollversteher | 09:17

  3. Re: Umsonst verteilung...

    Niaxa | 09:16

  4. Re: Über 14 Millionen haben ihr Hirn komplett...

    das-ding | 09:16

  5. Re: Klang?

    HubertHans | 09:15


  1. 09:03

  2. 08:07

  3. 07:26

  4. 07:11

  5. 17:25

  6. 17:08

  7. 14:58

  8. 14:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel