Eine Zeichnung vom Doppelsternsystem Kepler-47, das von zwei Exoplaneten umrundet wird.
Eine Zeichnung vom Doppelsternsystem Kepler-47, das von zwei Exoplaneten umrundet wird. (Bild: T. Pyle/Nasa/JPL-Caltech)

Astronomie Wenn die Sterne wackeln

Weltraumteleskope entdecken immer weiter entfernte Planeten. Ob diese lebensfreundlich sind, können Forscher nur schätzen - anhand von Bewegungen und Licht. Für eindeutige Beweise reicht das nicht.

Anzeige

Astronomen haben es nicht leicht. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern können sie ihre Untersuchungsobjekte nur ansehen. Man kann die Sterne und Planeten nicht im Labor unter dem Mikroskop untersuchen, man kann sie nicht sezieren, nicht in einem Reagenzglas auflösen oder auf eine Waage legen. Alles, was den Astronomen bleibt, ist das Licht der Sterne, das zur Erde gelangt. Aus diesen wenigen Photonen müssen sie all das ableiten, was sie über das Universum wissen wollen. Und erstaunlicherweise funktioniert das ziemlich gut, selbst dann, wenn die Objekte, an denen man interessiert ist, gar kein eigenes Licht erzeugen. Zum Beispiel Planeten.

Die Astronomen haben zurzeit knapp 1.000 Planeten, die um fremde Sterne kreisen, einwandfrei identifiziert. Bei der Entdeckung dieser extrasolaren Planeten wurde aber nur eine Handvoll davon tatsächlich im Teleskop direkt gesehen. Die Mehrheit der Planeten wurde indirekt gefunden. Etwas anderes blieb den Astronomen auch nicht übrig, denn verglichen mit den Sternen sind die Planeten winzig. Sie geben selbst kein Licht ab und das bisschen Licht, das sie reflektieren, wird vom viel helleren Stern überstrahlt. Und bei den riesigen Distanzen im All besteht nur in ganz wenigen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einen Exoplaneten direkt zu sehen.

Radialgeschwindigkeitsmethode

Die indirekten Methoden verraten aber auch einiges über die Eigenschaften eines Planeten. Vor allem zwei Methoden werden bei der Suche nach extrasolaren Planeten eingesetzt. Die eine heißt Radialgeschwindigkeitsmethode und nutzt die Tatsache, dass ein Stern immer auch ein klein wenig von seinen Planeten beeinflusst wird. Denn es wirkt nicht nur eine Gravitationskraft vom Stern auf den Planeten, sondern auch umgekehrt vom Planeten auf den Stern. Da der Planet eine viel geringere Masse hat, ist dieser Effekt natürlich viel kleiner. Aber er ist vorhanden und lässt sich messen. Die Gravitationskraft des Planeten bringt den Stern ein klein wenig zum Wackeln, und von der Erde aus gesehen scheint er in regelmäßigen Abständen ein winziges Stückchen auf uns zuzukommen und sich dann wieder zu entfernen.

Je mehr Masse der Planet hat und je näher er seinem Stern ist, desto stärker ist der Effekt. Die Beobachtung des Wackelns kann den Astronomen also verraten, wie schwer der Planet ist und ob er sich auf einem engen oder weiten Orbit befindet. Man kann sogar herausfinden, ob die Bahn des Planeten kreisförmig oder oval ist. Das zweite Keplersche Gesetz der Planetenbewegung besagt, dass sich ein Planet umso schneller bewegt, je näher er dem Stern auf seiner Bahn kommt. Ist die Bahn kreisförmig, dann ist er immer gleich weit vom Stern entfernt. Also ist auch die Gravitationskraft, die er auf den Stern ausübt, immer gleich groß. Ist die Bahn allerdings oval, dann ist er dem Stern mal näher, mal ist er weiter entfernt. Der Planet beeinflusst den Stern also zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich stark und der Stern wackelt mal schneller und mal langsamer.

Wenn Planeten wackeln 

razer 03. Mai 2013

+1

Cöcönut 03. Mai 2013

Ja, dass die Theorien falsch sind ist ja aufgrund der vielen "Ausnahmen" offensichtlich...

Kommentieren



Anzeige

  1. Spezialist Business Relationship Management (m/w) - IT-Fertigungssysteme und -programme
    Ford-Werke GmbH, Köln
  2. SAP UI5 Frontend-Entwickler (m/w)
    BRUNATA Wärmemesser GmbH & Co. KG, München
  3. Systementwickler-/in für autonome Fahrzeuge
    Daimler AG, Sindelfingen
  4. Solution Architect (m/w) für IT - Connected Vehicle
    Daimler AG, Stuttgart

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Der Hobbit Trilogie - Extended Edition [3D Blu-ray]
    145,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. VORBESTELLBAR: Mad Max: Fury Road Sammleredition (3D-Steelbook & Interceptor-Modell) [3D Blu-ray] [Limited Edition]
    129,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. VORBESTELLBAR: Terminator: Genisys Skull & 3D Steelbook (+Blu-ray) [Limited Edition]

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. RSA-CRT

    RSA-Angriff aus dem Jahr 1996 wiederentdeckt

  2. Runtastic Moment ausprobiert

    Die Fitness-Tracker für Uhrenliebhaber

  3. Media Broadcast

    DVB-T2-Endgeräte kommen schneller als gedacht

  4. Telekom Puls

    Festnetzkunden bekommen 8-Zoll-Tablet für 50 Euro

  5. Magnetschwebetechnik

    Hoverboard-Technik soll Satelliten bewegen

  6. IMHO

    Roboter plündern nicht

  7. Office Malware

    AGB gegen Spammer

  8. Magenta Mobil Start

    Deutsche Telekom startet mit speziellem Kindertarif

  9. Acer Revo Build ausprobiert

    Ein Mini-PC wie ein Duplo-Turm

  10. ZTE Nubia Z9 im Hands on

    Das Smartphone mit dem Rubbelrand



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Smart-TV-Betriebssysteme im Test: Wenn sich Streaming wie Fernsehen anfühlt
Smart-TV-Betriebssysteme im Test
Wenn sich Streaming wie Fernsehen anfühlt
  1. Not so smart Aktuelle Fernseher im Sicherheitscheck
  2. Update für Smart-TVs Neue Netflix-App streamt immer sofort
  3. Medienaufsicht Kabel Deutschland begrüßt Recht auf HbbTV-Ausfilterung

In eigener Sache: Golem pur jetzt auch im Gruppenabo
In eigener Sache
Golem pur jetzt auch im Gruppenabo
  1. In eigener Sache Golem.de-Artikel mit Whatsapp-Kontakten teilen
  2. In eigener Sache Preisvergleich bei Golem.de
  3. In eigener Sache News von Golem.de bei Xing lesen

Mate S im Hands On: Huawei präsentiert Smartphone mit Force-Touch-Display
Mate S im Hands On
Huawei präsentiert Smartphone mit Force-Touch-Display
  1. Huawei G8 Neues Smartphone mit Fingerabdrucksensor für 400 Euro
  2. Mediapad M2 8.0 Huaweis neues 8-Zoll-Tablet im Metallgehäuse
  3. Smartwatch Huawei Watch kostet so viel wie Apple Watch

  1. Re: In wie weit das schief gehen kann...

    vlad_tepesch | 14:21

  2. Re: Eigentlich bin ich Nvidia Fan...

    Clarissa1986 | 14:21

  3. Re: Vorteile zum Retina macbook?

    wori | 14:20

  4. Re: Wo ist euer Problem...

    vlad_tepesch | 14:20

  5. Re: Typische Macken von Razer

    lestard | 14:19


  1. 14:13

  2. 14:00

  3. 13:46

  4. 12:59

  5. 12:37

  6. 12:12

  7. 12:10

  8. 12:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel