Galaxie MACS0647-JD: 13,3 Milliarden Jahre
Galaxie MACS0647-JD: 13,3 Milliarden Jahre (Bild: Nasa/Esa/M. Postman, D. Coe/STScI and Clash Team)

Astronomie Eine Galaxie so fern wie nie zuvor

Die Nasa hat mit den Hubble- und Spitzer-Teleskopen vermutlich einen Sternhaufen entdeckt, der weiter von der Erde entfernt ist als alle bisher bekannten Himmelskörper.

Anzeige

Gäbe es einen Wettbewerb im Entdecken neuer Galaxien, hätte eine Gruppe von Forschern der US-Weltraumbehörde Nasa nun wohl einen neuen Rekord aufgestellt. Einen Blick auf ein so weit entferntes Objekt haben Astronomen noch nie erhascht wie auf die nun gefundene Galaxie MACS0647-JD. Sie ist schätzungsweise 13,3 Milliarden Jahre alt. Ihr Licht hat so lange gebraucht, um die Erde zu erreichen.

  • Galaxie MACS0647-JD (Bild: Nasa, Esa, M. Postman, D. Coe/STScI and Clash Team)
Galaxie MACS0647-JD (Bild: Nasa, Esa, M. Postman, D. Coe/STScI and Clash Team)

Die Entdeckung mutet optisch allerdings eher weniger aufregend an: ein kleiner leuchtender Punkt auf Fotografien, inmitten von vielen anderen, viel kräftiger leuchtenden Sternenkonstellationen. Doch das schwache Leuchten der Galaxie gibt uns Informationen über eine Zeit, kurz nachdem unser Universum entstanden ist. Die Wissenschaftler der Nasa schätzen, dass die neu entdeckte Galaxie schon 420 Millionen Jahre nach dem Urknall Bestand hatte.

Es ist nicht einfach, derart weit entfernte Objekte für unser menschliches Auge sichtbar zu machen. Dazu nutzte die internationale Nasa-Forschergruppe namens Clash nicht nur die vereinten Kräfte der Weltraumteleskope Hubble und Spitzer, sondern bediente sich eines besonderen Tricks: Die natürlichen Zoomlinsen des Weltalls ermöglichen es, selbst weit entfernte Galaxien zu sehen.

Diese Technik nennt sich Gravitationslinse und beruht auf den Kräften von Gravitationsfeldern im Weltall. Grundlage für das optische Phänomen ist die Relativitätstheorie, gemäß derer Lichtstrahlen durch die Schwerkraft verbogen werden. Wenn zwei Sterne von der Erde aus gesehen perfekt in einer Linie stehen, kann der vordere das Licht des hinteren wie eine Linse verstärken.

"Solche Cluster-Formationen aus Sternen ermöglichen, was kein künstlich hergestelltes Teleskop kann", sagte Marc Postman, der Leiter von Clash (Cluster Lensing And Supernova Survey with Hubble). Im Fall der Galaxie MACS0647-JD war es mit Hilfe der natürlichen Gravitationslinse möglich, drei Bilder der Galaxie mit dem Hubble-Teleskop einzufangen. Ohne Linse im Weltall wäre die Galaxie vermutlich gar nicht entdeckt worden - oder nur mit geringerer Gewissheit und viel schlechterer Auflösung. Die Vergrößerungsfunktion der natürlichen Linse ließ die Galaxie bis zu achtmal heller erscheinen, als sie es durch das Hubble-Teleskop gewesen wäre.

Rotes Licht gibt Hinweise auf die Entfernung

Aus dem zeitlichen Verlauf der Lichtverstärkung lassen sich Rückschlüsse auf das Objekt im Vordergrund ziehen. Das Alter der weit entfernten Galaxie kann wiederum durch spezielle Filter und eine genaue Analyse der Lichtspektren, die von der Galaxie ausgehen, geschätzt werden. MACS0647-JD zeigte sich nur in den besonders roten Filtern.

"Das kann entweder bedeuten, dass die Galaxie besonders rot ist und deswegen nur rotes Licht abstrahlt. Aber es könnte eben auch sein, dass das Objekt sehr weit weg ist und sein Licht sich deshalb, im Laufe des Wegs zur Erde, in Richtung dieser roten Wellenlängen bewegt", erklärte Dan Coe, der die Studie zur neuen Galaxie leitet, und fügte hinzu, es sei "wahrscheinlich eine Mischung aus beidem." Viel spreche aber für die Erklärung, dass die Galaxie besonders weit weg sei, denn alle alternativen Interpretationen für die Rotfärbung hätten Coe und seine Kollegen in den vergangenen Monaten durch verschiedene Analysen ausgeschlossen.

Die endgültigen Ergebnisse und noch einige weitere Informationen zur neu entdeckten Galaxie und deren Eigenschaften wird es in der Dezemberausgabe des Magazins The Astrophysical Journal geben.


Technikfreak 21. Nov 2012

Nein, defintiv nicht und ich habe dir für die zweiseitige Medaille des christlichen...

tomatende2001 19. Nov 2012

Ich bin vllt. "Bauer sucht Frau" geschädigt. 5 Min. zeichnen einen fürs Leben. ;)

Wave 18. Nov 2012

Dabei waren es nur Pixelfehler :D Nein Spaß beiseite, ich finde so etwas auch immer sehr...

Halley 18. Nov 2012

nicht?! egal, ich glaubs trotzdem.

Kommentieren


Trash-Log / 16. Nov 2012

Spass mit Astronomie…



Anzeige

  1. IT Business Systems Analyst (m/w)
    World Vision Deutschland e.V., Friedrichsdorf im Taunus (bei Frankfurt am Main)
  2. IT-Berater (m/w) Warenwirtschaftssysteme
    AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster
  3. Strategic Cost Engineer (m/w)
    OSRAM Opto Semiconductors GmbH, Regensburg
  4. Softwareentwickler (m/w) Embedded Softwarekomponenten
    Vector Informatik GmbH, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Überbewertete Superrechner

    Quantencomputer hätten kaum was zu tun

  2. FAA

    Privatdrohnen gefährden Flugverkehr

  3. Großbritannien

    Pink Floyd und Arctic Monkeys sorgen für Vinyl-Boom

  4. Raumfahrt

    Hayabusa 2 startet in wenigen Tagen

  5. Winter is coming

    Game of Thrones ab Anfang Dezember 2014

  6. Stereoskopie

    Neue Diskussionen um Schädlichkeit von 3D-Displays

  7. E-Label

    Viele hässliche Icons verschwinden von Smartphone-Gehäusen

  8. Black Friday

    Oneplus One kann ohne Einladung bestellt werden

  9. Merkel-Handy

    Bundesregierung schließt Antispionage-Vertrag mit Blackberry

  10. Pantelligent

    Die funkende Bratpfanne



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig
Smarthome
Das intelligente Haus wird nie fertig
  1. Smart Home Das vernetzte Zuhause hilft beim Energiesparen
  2. Leuchtmittel Die Leuchtdiode kommt aus dem 3D-Drucker
  3. Agora, Energy@home und EEBus Einheitliche Sprache für europäische Smart Homes

Yoga Tablet 2 Pro im Test: Das Tablet mit dem eingebauten Kino
Yoga Tablet 2 Pro im Test
Das Tablet mit dem eingebauten Kino
  1. Lenovos Yoga Tablet 2 im Test Das Tablet mit dem Aufhänger
  2. Motorola Lenovo übernimmt Googles Smartphone-Sparte
  3. Yoga Tablet 2 Pro Lenovos 13-Zoll-Tablet mit Projektor und Subwoofer

    •  / 
    Zum Artikel