ARD-Reportage Amazon kündigt nun auch Vermittler für Leiharbeiter

Der Internethändler gibt nach der Reportage "Ausgeliefert - Leiharbeiter bei Amazon" zu: "Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards zu gewährleisten." Ein Verdi-Sekretär meint, mit der Kündigung der Dienstleister seien die Probleme nicht gelöst.

Anzeige

Amazon Deutschland stellt die Zusammenarbeit mit einem weiteren Partner in Deutschland ein, gegen den in einer Reportage des Hessischen Rundfunks Vorwürfe erhoben wurden. Das Unternehmen, dessen Namen von Amazon nicht genannt wurde, war für Unterbringung, Transport der Zeitarbeiter und den Einsatz der Sicherheitsfirma verantwortlich.

Amazon erklärte: "Amazon nimmt die Vorwürfe bezüglich der Situation im Seepark Ost während der Weihnachtszeit sehr ernst. Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden. Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten. Aus diesem Grund beenden wir unsere Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Den Einsatz des kritisierten Sicherheitsdienstes hatten wir bereits beendet."

Der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) war zuvor von Amazon gekündigt worden.

Eine am 13. Februar 2013 gesendete Reportage des Hessischen Rundfunks zeigte, dass die Arbeiter von den Agenturen erst unmittelbar vor ihrer Abreise nach Deutschland darauf hingewiesen wurden, dass Amazon sie nicht selbst einstellen würde, sondern eine Zeitarbeitsfirma. Die Arbeiter wurden dann mit bis zu vier anderen in Bungalows in dem abgelegenen Ferienpark in Nordhessen untergebracht. Eine Arbeiterin, die sich über die Zustände beschwert hatte, wurde des Ferienparks verwiesen und gekündigt.

Weiter wurde gezeigt, dass einige Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) in Kleidung von Thor Steinar die Unterkünfte überwachten und die Menschen schikaniert hätten. Beschäftigte der Sicherheitsfirma seien laut dem Bericht auch in der rechtsextremistischen Szene aktiv, was H.E.S.S. jedoch bestritt (PDF).

Verdi-Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann, zuständig für den Standort im hessischen Bad Hersfeld, sagte Golem.de zu den Kündigungen der Partner durch Amazon: "Damit sind die Probleme nicht gelöst. Das scheint mir eine reine Kommunikationsstrategie von Amazon zu sein. Amazon sollte lieber die Umsetzung seiner Firmenphilosophie kontrollieren." Der Weltmarktführer hätte die finanziellen Möglichkeiten, die weitere Verschlechterung bei den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung in der Versandhandelsbranche, die seit Jahren anhalte, zu stoppen. Für die Rahmenbedingungen der Arbeitsverhältnisse sei aber die Politik verantwortlich.

"Sie werden von mir nie hören, dass ich zum Boykott von Amazon aufrufe", betonte Reimann. Das helfe den Lagerarbeitern nicht. Wer die Lagerarbeiter unterstützen wolle, könne eine Petition bei Change.org unterzeichnen.


SaSi 20. Feb 2013

...was mir jemand heute gesagt hat: Es gibt Nazis ja, wer intelligenter ist behält seine...

dasdritteauge 20. Feb 2013

Aber für mich ist klar, daß es nur ohne Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge in...

DY 20. Feb 2013

Da sist ja auch nicht erst seit vorgestern der Fall und nicht nur bei Amazon. Die Frage...

miauwww 20. Feb 2013

wenn sie es ernst nehmen wuerden, waere es erst garnicht passiert.

fratze123 20. Feb 2013

Bei Leiharbeit geht es in Deutschland nur um die Verschleierung von Ausbeutung.

Kommentieren



Anzeige

  1. SPS-Programmierer (m/w)
    Ampack GmbH, Königsbrunn
  2. Software Entwickler (TTS) (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen
  3. Entwickler (m/w) für VBA-Entwicklung, MS Office, Reporting, Inhouse-Schnittstellen
    PSI AG, Berlin
  4. IT-Trainee (m/w)
    Allianz Deutschland AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Darknet

    Grams - eine Suchmaschine für Drogen

  2. Kitkat-Smartphone

    Samsungs Galaxy Ace Style kommt früher

  3. Netmundial-Konferenz

    Netzaktivisten frustriert über "Farce" der Internetkontrolle

  4. Zalando

    Onlinekleiderhändler schließt einen Standort

  5. Apple vs. Samsung

    Google versprach Samsung Hilfe im Patentstreit mit Apple

  6. Deadcore

    Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux

  7. Reprap

    "Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"

  8. Spam

    AOL bekämpft Spam mit Verschärfung der DMARC-Einstellung

  9. Mac OS X

    Sicherheitsupdate und Beta-Versionen für alle

  10. Onlinemodus

    Civ 3 und 4 sowie Borderlands ziehen um



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Grafiktreiber von AMD Catalyst 14.4 nicht nur für 295X2 öffentlich verfügbar
  2. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


    •  / 
    Zum Artikel