Aprilscherz?: Anonymous will angeblich das Internet ausschalten
Ein Scherz auf Kosten von Anonymous? (Bild: Hrvoje Polan/AFP/Getty Images)

Aprilscherz? Anonymous will angeblich das Internet ausschalten

Mit einem Angriff auf die 13 DNS-Root-Server will Anonymous angeblich am 31. März das Internet ausschalten, um gegen Sopa, die Wallstreet, unverantwortliche Politiker und Banker zu demonstrieren. Der entsprechende Aufruf erscheint gleich aus mehreren Gründen fragwürdig.

Anzeige

In einem von Anonymous unterzeichneten Aufruf, der in der Nacht auf Pastebin veröffentlicht wurde und im Internet die Runde macht, wird für den 31. März 2012 zum Angriff auf die 13 DNS-Root-Server aufgerufen. So will "Anonymous das Internet ausschalten". Wenn keine DNS-Anfragen mehr beantwortet werden könnten, bleibe das Browserfenster leer und die meisten würden denken, das Internet sei abgeschaltet worden, heißt es in dem Aufruf.

Darin wird grob beschrieben, wie mit einer Reflective DNS Amplification DDoS Tool genannten Software verwundbare DNS-Server dazu gebracht werden sollen, die Root-Server mit Anfragen zu überfluten, so dass diese ihren Betrieb einstellen.

Eher ein Scherz als reale Gefahr

Nun sind aber gleich mehrere Dinge an diesem Aufruf merkwürdig: Zunächst einmal taucht er auf den üblichen IRC-Kanälen von Anonymous nicht auf. Ein Downloadlink für die Angriffssoftware fehlt. Und ein Angriff auf das Internet passt nicht zu dem Vorgehen von Anonymous, das beispielsweise wiederholt erklärt hat, es werde keine Medien angreifen.

Vor allem darf bezweifelt werden, dass eine solche Aktion überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Denn bei den 13 DNS-Root-Servern handelt es sich keineswegs um 13 einzelne Server. Viele von ihnen sind unter einer gemeinsamen IP-Adresse per Anycast erreichbare Cluster, die in der ganzen Welt verteilt sind. Insgesamt werden unter root-servers.org 259 Server bei unterschiedlichen Providern in verschiedenen Ländern aufgelistet.

Zudem sind die DNS-Root-Server mit großen Kapazitäten ausgestattet, um Lastspitzen abzufangen: Laut RFC 2870 müssen die Server die dreifache Last dessen vertragen, was der am stärksten belastete Server bislang in der Spitze zu bewältigen hatte. So soll sichergestellt werden, dass das DNS auch dann noch funktioniert, wenn zwei Drittel der Root-Server ausfallen. Und dies ist die Minimalanforderung.

Hinzu kommt, dass ein Ausfall der DNS-Root-Server nur dann Auswirkungen hätte, wenn er länger anhalten würde, denn das DNS sieht ein mehrstufiges Caching vor.

Bisher erfolgte Angriffe auf die DNS-Root-Server hatten keinen nennenswerten Erfolg.

Und so wirkt der im Namen von Anonymous veröffentlichte Aufruf eher wie ein etwas verfrühter Aprilscherz, auch wenn beim Kollektiv Anonymous gilt: Jeder, der sich der Idee von Anonymous zugehörig fühlt, ist Teil von Anonymus.

Nachtrag vom 17. Februar 2012, 9:45 Uhr

Wie zu erwarten war, hat sich Anonymous von dem Aufruf distanziert. Über den Twitter-Account YourAnonNews teilt Anonymous mit: "Wir wissen nichts von dieser 'Operation Global Blackout'. Es klingt nach einer weiteren Fail-Op wie opFacebook."


__ 20. Feb 2012

Da waren die bestimmt dick am roflen und lmaoen als sie gehört haben was jemand behauptet...

HerrMannelig 19. Feb 2012

Das hat gar nichts mit meiner Frage zu tun, ob die Einträge sofort gelöscht werden...

Artikelhasser 19. Feb 2012

Theoretisch 12% der gesamten Internetnutzer, praktisch können und sind es definitiv mehr...

Der Kaiser! 19. Feb 2012

Sind sie dann so alt, wissen nicht wie man diese Kiste bedient.

samy 18. Feb 2012

"Wie zu erwarten war, hat sich Anonymous von dem Aufruf distanziert." Wie zu erwarten war...

Kommentieren



Anzeige

  1. Integration Developer / Architect (m/w)
    evosoft GmbH, Nürnberg
  2. JAVA Softwareentwickler (m/w)
    MPDV Mikrolab GmbH, Heimsheim
  3. SharePoint Inhouse Consultant (m/w)
    BEUMER Group GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)
  4. IT-Systemadministrator (m/w)
    AKDB, Würzburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Taxi-Konkurrent

    Landgericht verbietet Uber deutschlandweit

  2. Verbraucherzentrale

    Auf Schreiben wegen Rundfunkbeitrag reagieren

  3. Filmstreaming

    Erste Preise für Netflix Deutschland sichtbar

  4. Alone in the Dark

    Atari setzt auf doppelten Horror

  5. LMDE

    Linux Mint wechselt zu Debian Stable neben Ubuntu

  6. Preisvergleich

    Ergebnisse in Preissuchmaschinen nicht zuverlässig

  7. Akoya P2213T

    Medion stellt Windows-Convertible für 400 Euro vor

  8. Hacker

    Lizard Squad offenbar verhaftet

  9. Lennart Poettering

    Systemd und Btrfs statt Linux-Distributionen mit Paketen

  10. Dircrypt

    Ransomware liefert Schlüssel mit



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Windows on Devices: Großes Betriebssystem auf kleinem Rechner
Windows on Devices
Großes Betriebssystem auf kleinem Rechner
  1. Entwicklerboard Microsoft verteilt kostenloses Windows für Intels Galileo
  2. Intel Galileo Generation 2 im August
  3. Intel Galileo Gen 2 Verbesserte Version für die Maker-Szene

Test Bioshock für iOS: Unterwasserstadt für die Hosentasche
Test Bioshock für iOS
Unterwasserstadt für die Hosentasche
  1. Unter Wasser Bioshock auf iOS-Geräten

Überschall-U-Boot: Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten
Überschall-U-Boot
Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten

    •  / 
    Zum Artikel