Samsungs Geräte seien im Vergleich mit Apples Smartphone so unterschiedlich wie Himmel und Hölle.
Samsungs Geräte seien im Vergleich mit Apples Smartphone so unterschiedlich wie Himmel und Hölle. (Bild: Samsung)

Apple vs. Samsung "Unterschied wie zwischen Himmel und Erde"

Ein internes Memo von Samsung-Chef JK Shin zeigt, wie sehr Samsung von der Benutzerführung des iPhones eingeschüchtert war. Ein weiterer Apple-Designer sagte aus, Samsung hätte für seine Produkte Apple kopiert - und geriet beim Kreuzverhör unter Druck.

Anzeige

In einem internen Memo aus dem Jahr 2010 erklärte Samsung-Chef JK Shin, Samsung sei in einer "Designkrise". Der Unterschied in der Nutzererfahrung zwischen Apple und Samsung sei wie der zwischen "Himmel und Erde". Samsung wollte verhindern, dass das Memo vor Gericht als Beweismittel zugelassen wird, bis sich Samsung-Anwalt John Quinn verplapperte.

Während der Befragung des Samsung-Chefstrategen Justin Denison verwendete Quinn die Formulierung "Designkrise". Daraufhin musste das Memo zugelassen werden.

Zu sehr auf Nokia geschielt

"Samsung hat das iPhone verschlafen, sagen uns einflussreiche Menschen", schreibt Shin. "Wir haben die ganze Zeit auf das geachtet, was Nokia macht", Samsung habe sich daher um Ordner oder Scrollbars gekümmert. "Jetzt sagen viele: Lasst uns so etwas wie ein iPhone machen. Alle Geräte werden mit dem iPhone verglichen. Das iPhone ist ein Standard geworden."

Shin vergleicht das iPhone mit Samsungs Windows-Smartphone Omnia: "Wissen Sie, wie schwierig es ist, das Omnia zu benutzen?" Selbst die erste Version des iPhones von 2007 sei besser als das aktuelle Omnia. Das Memo stammt vom Februar 2010.

Apple-Designer im Kreuzverhör

Außerdem sagte ein weiterer selbstständiger Designer vor Gericht aus, Samsung hätte unerlaubt Apple-Patente verwendet. Das Design des Galaxy Tab 10.1 und zahlreicher Smartphones entspreche dem von Apple, sagte Peter Bressler laut Arstechnica vor Gericht.

Samsungs zweiter Anwalt Charles Verhoeven nahm ihn ins Kreuzverhör und versuchte auf die Unterschiede in den Details zwischen dem von Apple beanstandeten Smartphone Infuse 4G und Apples Designvorlage hinzuweisen. Bressler bestätigte, dass Samsungs Gerät etwas breiter sei. "Der Unterschied fällt einem normalen Anwender aber nicht auf", sagte Bressler.

Truthahn oder Erdnussbutter

"Wenn ich behaupte, die Größe unterscheide sich um den Faktor 15, würden Sie immer noch sagen, der Unterschied sei gering", hakte Verhoeven nach. Im gesamten Design spiele das schon eine Rolle, antwortete Bressler. "Sie verlangen aber von mir, Truthahn mit Erdnussbutter zu vergleichen", fügte er an. Verhoeven hob im Kreuzverhör weitere Unterschiede hervor: Das Infuse 4G habe vier Schaltflächen statt des einen des iPhones. Und schließlich fragte Verhoeven noch nach Bresslers Bezahlung: Er verdiene 400 US-Dollar in der Stunde. Insgesamt habe Apple ihm 75.000 US-Dollar bezahlt.

Geheimhaltungsabkommen

Mittlerweile haben sich beide Parteien auf eine Geheimhaltung von Source Code und weitere finanziellen Details geeinigt, die vor Gericht noch eingebracht werden sollen, wenn es später um Softwarepatente und einen möglichen finanziellen Ausgleich seitens Apple geht. Sie werden sich nicht gegenseitig zwingen, solche Details zu veröffentlichen.

Richterin Lucy Koh hatte beide Parteien schon im Vorfeld des Prozesses gewarnt, dass dieser so offen wie möglich sein werde. Sämtliche Prozessakten sollen zeitnah und unredigiert veröffentlicht werden. Koh führt das gesteigerte öffentliche Interesse an, das der Patentstreit ausgelöst hat. Die Prozessbeteiligten sollten sich genau überlegen, was sie vor Gericht preisgeben wollen.

Der Prozess wird am heutigen Dienstag, dem 7. August 2012 fortgesetzt.


hifimacianer 09. Aug 2012

Schon blöd wenn man den Hintergrund dieser Aussage nicht kennt und völlig falsch...

smurfy 08. Aug 2012

Das hatte ich auch schon in meinem ersten Post hier in diesem Thread geschrieben gehabt...

Tryce 08. Aug 2012

Esgibt aber keine Radhersteller 0.0 Und es gibt Felgen die anderen Felgen,von andern...

der_wahre_hannes 08. Aug 2012

Stimmt, weil Apple ja auch alles, aber wirklich ALLES was sie so auf den Markt bringen...

divStar 08. Aug 2012

a) Apple ist vor Gericht b) Samsung auch c) noch kein Ende in Sicht d) Besondere Daten...

Kommentieren



Anzeige

  1. Leitender IT-Prozessmanager für Konzern-Supportprozesse (m/w)
    Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Regensburg
  2. Lead Digital Program Manager (m/w)
    CONDÉ NAST VERLAG GMBH, München
  3. Java Developer hybris E-Commerce (m/w)
    hmmh multimediahaus AG, Bremen
  4. Anwendungsberater / -entwickler/-in Business Intelligence
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. Transcend 1.000-GB-SSD
    329,99€
  2. NEU: Ryse: Son of Rome (PC Steam Code)
    15,97€ USK 18
  3. GÜNSTIGER: The Elder Scrolls Online: Tamriel Unlimited
    14,99€ (bald ohne Abo spielbar!)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Falsche Planung

    Google bestätigt Lieferengpässe beim Nexus 6

  2. Finanzierungsrunde

    Spotify bewertet sich selbst mit 8 Milliarden US-Dollar

  3. Samsung

    Weniger Zwangs-Apps in neuem Touchwiz

  4. Facebook-AGB

    Akzeptieren oder austreten

  5. Videobuster

    Netflix kann bei aktuellen Spielfilmen nicht mithalten

  6. Oneplus

    Erstes eigenes Android-ROM heißt OxygenOS

  7. Apple

    Mitteilungszentrale erhält iTunes-Widget

  8. Datenschutz

    Microsoft Outlook für iOS und Android mit gefährlicher Funktion

  9. Quartalsbericht

    Googles Werbeeinahmen wachsen nicht mehr so stark

  10. Quartalsbericht

    Amazons Ausgaben steigen auf 28,7 Milliarden US-Dollar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IMHO: Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
IMHO
Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
  1. Zu viele Krisen Unions-Obmann im NSA-Ausschuss hört auf
  2. Snowden-Unterlagen NSA entwickelt Bios-Trojaner und Netzwerk-Killswitch
  3. Exdatenschützer Schaar Telekom könnte sich strafbar gemacht haben

Asus Eeebook X205TA im Test: Die gelungene Rückkehr des Netbooks
Asus Eeebook X205TA im Test
Die gelungene Rückkehr des Netbooks

Hidden Services: Die Deanonymisierung des Tor-Netzwerks
Hidden Services
Die Deanonymisierung des Tor-Netzwerks
  1. Silk Road Der Broker aus dem Deep Web
  2. Großrazzia im Tor-Netzwerk Hessische Ermittler schließen vier Web-Shops
  3. Großrazzia im Tor-Netzwerk Die Fahndung nach der Schwachstelle

    •  / 
    Zum Artikel