Apple vs. Samsung: Apple schließt Beweisführung gegen Samsung ab
Samsung vergleicht iPhone und Galaxy S. (Bild: John Paczkowski/AllThingsD)

Apple vs. Samsung Apple schließt Beweisführung gegen Samsung ab

Im Patentprozess gegen Samsung hat Apple seine Beweisführung abgeschlossen. Mit zahlreichen internen Dokumenten will Apple die Geschworenen überzeugen, dass Samsung bewusst iPhone und iPad kopiert hat.

Anzeige

Apple hat nach gut einer Woche im Prozess gegen Samsung seine Beweisführung abgeschlossen. Mit internen Berichten des koreanischen Herstellers, Verkaufszahlen und Designpatentvorlagen hat Apple versucht, die neun Geschworenen davon zu überzeugen, dass Samsung bewusst und willentlich iPhone und iPad kopiert hat.

Mit teils entlarvenden internen Memos wollten Apples Anwälte zeigen, dass Samsung sehr wohl Apples mobile Geräte als Vorlage für die Entwicklung seiner eigenen Smartphones und Tablets genutzt hat. Auch beim Design der Benutzeroberflächen soll sich Samsung bei iOS bedient haben. Mit vor Gericht eingebrachten internen Memos wollte Apple belegen, dass Samsung seine eigenen Geräte als unvollkommen und Apples Geräte und Betriebssystem als Vorgabe erachtete.

Apples Angebot

Ein zuletzt eingebrachtes Dokument soll belegen, dass Apple Samsung ein Angebot zur Lizenzierung gemacht hat. Erst als Samsung die Offerte ablehnte, hat Apple demnach die Gerichte angerufen. Apple bezifferte die Verluste durch Samsungs Geräte auf 2,88 Milliarden US-Dollar.

Nun geht Samsung in die Offensive, nachdem seine Anwälte die Zeugen, die Apple bislang aussagen ließ, nur ins Kreuzverhör nehmen konnten.

Samsungs Anwälte konnten drei Smartphones von der Liste streichen lassen, die Apple vorgelegt hat. Dort sind alle Geräte des koreanischen Herstellers gelistet, von denen Apple der Meinung ist, sie verletzen seine Patente. Bei den drei Geräten handelt es sich jedoch lediglich unter anderem um die internationalen Ausgaben des Galaxy S und des Galaxy S2. Beide Geräte verursachten laut Apple keine finanziellen Schäden. Die in dem USA erhältlichen Versionen der Geräte stehen aber weiterhin auf der Liste.

Touchscreens von 1968?

Samsung will nun beweisen, dass Apples Patente teils selbst Kopien von früheren Technologien sind - also Prior Art. Angesichts der teils erdrückenden Beweise wäre eine Strategie des Leugnens wohl auch wenig sinnvoll. Außerdem wirft Samsung Apple vor, sich selbst bei Patenten bedient zu haben.

Dazu hat Samsung unter anderem Benjamin Bederson aufgerufen, der an Launchtile gearbeitet hat. Die Software kam bereits 2004 auf Microsoft Pocket PC und HP Ipaq zum Einsatz, bevor Apple einige seiner Touchscreen-Patente angemeldet hatte. Außerdem sagte ein Entwickler aus, der bereits 2001 den Diamondtouch-Touchscreen von Mitsubishi im Couchtischformat entwickelte. Apples Anwälte verfolgten im Kreuzverhör die gleiche Strategie wie zuvor Samsungs Anwälte: Sie versuchten, auf Details an den Geräten hinzuweisen, die sich unterscheiden. Gleich zu Beginn des Prozesses hatte Richterin Koh einen Antrag Samsungs abgewiesen, den Geschworenen Ausschnitte aus dem Film 2001: Space Odyssey aus dem Jahre 1968 zu zeigen. Dort bedienen die Schauspieler Touchscreens.

Samsung hat eine Woche Zeit, um seine Beweise vorzubringen. Am nächsten Dienstag, dem 21. August 2012, wollen beide Seiten ihre Plädoyers halten. Danach geht die Jury in Beratung.


grimbolt 15. Aug 2012

Die "Home Taste" existiert aber auch bei anderen Nicht-Android-Geräten von Samsung und...

Heavens 15. Aug 2012

Ich versuche mich hier mal kurz zu halten. Wenn ich die ganze Schlacht so von aussen...

DTF 15. Aug 2012

Natürlich muss sowas geschützt werden!

nmSteven 14. Aug 2012

dümmer Weise stimmt das in den USA sogar. Der Mensch A würde 7x Lebenslänglich erhalten...

linuxuser1 14. Aug 2012

Die Konsequenz ist aber quasi immer "lasst es uns so machen wie beim iPhone". Natürlich...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Software Engineer (m/w) ASP.NET und SharePoint
    adesso AG, verschiedene Standorte
  2. (Senior-)Business Partner IS (m/w)
    AstraZeneca GmbH, Wedel bei Hamburg
  3. Anwendungsentwickler (m/w) Meldewesen
    Aareal Bank AG, Wiesbaden
  4. Informatikerin / Informatiker oder Wirtschaftsinformatikerin / Wirtschaftsinformatiker
    Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Grammophon

    Klassik streamen mit bis zu 320 Kbps

  2. Alibaba

    Milliardenschwerer Börsengang wohl Mitte September

  3. Test Infamous First Light

    Neonbunter Actionspaß

  4. Nach Wurstfirmeninsolvenz

    Redtube-Abmahn-Anwalt verliert Zulassung

  5. Gat out of Hell

    Saints Row und die Froschplage in der Hölle

  6. Ridesharing

    Taxidienst Uber in 200 Städten verfügbar

  7. Telefónica und E-Plus

    "Haben endgültige Freigabe von EU-Kommission bekommen"

  8. Intel Core i7-5960X im Test

    Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

  9. Nintendo

    Neuer 3DS mit NFC und zweitem Analogstick

  10. Onlinereiseplattform

    Opodo darf Nutzern keine Versicherungen unterschieben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IPv6: Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
IPv6
Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
  1. Containerverwaltung Docker 1.2 erlaubt Regelung von Containerneustarts
  2. Stellenanzeige Facebook will Linux-Netzwerkstack wie in FreeBSD
  3. Für Azure Microsoft gehen US-IPv4-Adressen aus

Formel E: Motorsport zum Zuhören
Formel E
Motorsport zum Zuhören

Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

    •  / 
    Zum Artikel