Apple Aperture verliert wegen Entwicklungsstillstand Fürsprecher

Apples Bildbearbeitungs- und Verwaltungssoftware Aperture steht in direkter Konkurrenz zu Adobes Photoshop Lightroom, doch Apple hat seit über zwei Jahren keine neue Version mehr vorgestellt. Das sorgt für Unmut bei den Benutzern. Ein prominenter Aperture-Unterstützer droht gar, zur Konkurrenz zu gehen.

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Scott Bourne ist kein x-beliebiger Aperture-Nutzer, sondern einer der wichtigsten Autoren und Trainer für Apples Bildbearbeitungssoftware. Aperture wurde erstmals 2005 vorgestellt, Anfang 2008 in zweiter Version und Anfang 2010 in der dritten Version präsentiert.

Seitdem wurde der Preis der Profisoftware mehrmals drastisch reduziert. Version 1.0 kostete noch 480 Euro, Aperture 2 wurde für 200 Euro verkauft. Mit Aperture 3.0 verärgerte Apple seine Alt-Kunden mit einer radikalen Preissenkung: Zunächst kostete die aktuelle Programmversion noch 200 Euro. Mit Eröffnung des App Stores wurde der Preis dauerhaft auf 63 Euro reduziert.

Doch das ist nicht der Grund, warum Scott Bourne droht, sich von Apple abzuwenden, obwohl er über 480.000 Bilder mit Aperture verwaltet. "Ich habe Aperture mehr als fünf Jahre lang verwendet, weil ich dachte, es sei das bessere Produkt. Seit der Veröffentlichung von Lightroom 4.0 glaube ich nicht mehr, dass diese Einschätzung richtig ist", schreibt Bourne in seinem Blog.

Bourne gibt offen zu, dass Lightroom Rohdatenbilder besser verarbeiten kann, farbgetreuer arbeitet und das Rauschen effektiver reduzieren kann. Zudem seien die Verbesserungen bei der Lichter- und Tiefenbearbeitung, der Videounterstützung und der extrem gute "Klarheits"-Filter sowie die schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeit von Adobe Photoshop Lightroom 4.0 den Möglichkeiten von Apples Lösung deutlich überlegen.

Bourne kritisierte die mangelnd Kommunikation von Apple gegenüber seinen Kunden. Es fehle die Ankündigung, dass zumindest eine Version 4.0 von Aperture in Arbeit sei, die deutliche Verbesserungen mit sich bringt. Die kontinuierliche Neuausrichtung von Apple auf Endkunden mussten auch schon Videoprofis zur Kenntnis nehmen, als Apple Final Cut Pro X präsentierte.

Zum Start fehlte beispielsweise die Unterstützung für Multicam, Export als EDL, XML oder auf Band. In einigen Punkten hat Apple bislang nachgebessert, doch zunächst einmal waren professionelle Nutzer von Final Cut Pro 7 von Apples Vorgehen enttäuscht. Sie hätten sich zumindest gewünscht, dass das alte Final Cut Studio 3 weiterhin unterstützt und verkauft wird. Adobe nutzte den Unmut für eine Werbeaktion und gewährte Umsteigern auf seine Videoschnittlösung Premiere einen 50-prozentigen Nachlass.

Ob Apple an Aperture 4.0 arbeitet oder das Programm aufgegeben hat, ist aufgrund der Geheimhaltungspolitik des Unternehmens, die Teil der Geschäftsstrategie ist, vollkommen unbekannt.


Atalanttore 01. Jun 2012

Bei einer proprietären Software von einer Geheimhaltungs-Firma mit großem Ego sollten die...

Trollversteher 31. Mai 2012

Naja, er hat's ja nachträglich noch in "konsumierende" Masse abgeändert, was mir...

Trollversteher 31. Mai 2012

Zumal der große MacPro mit zwei Westmeres bestückt ist - mir ist weder ein Dual-Ivy...

Tigerf 31. Mai 2012

mit Lightroom hätte er also gleich mehrere Vorteile. Man muss halt mal die...

ad (Golem.de) 31. Mai 2012

Natürlich besitzen die Programme Import- und Exportfunktionen, aber nicht für das...

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