Abo
  • Services:
Anzeige
Teut Weidemann auf der Quo Vadis 16
Teut Weidemann auf der Quo Vadis 16 (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Appstore: Verloren in einem der größten Märkte der Welt

Teut Weidemann auf der Quo Vadis 16
Teut Weidemann auf der Quo Vadis 16 (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Mehr als 1,8 Milliarden potenzielle Kunden, Dauer-Niedrigpreise und kostenlose Angebote in Hülle und Fülle - aber trotzdem findet das eigene Spiel kaum Abnehmer: App Store und Google Play bringen nicht jedem das große Geld. Teut Weidemann zeigt, mit welchen Tricks die Anbieter arbeiten.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat ein Smartphone, 60 Prozent daddeln gelegentlich oder öfters auf dem Ding. Es gibt also rund 1,8 Milliarden potenzielle Kunden, die jederzeit Lust auf ein neues Mobilegame haben könnten. Und was laden sie meist herunter? Seit Jahren schon die gleichen paar Spiele: Candy Crush Saga, Clash of Clans und ähnlich bekannte Titel.

Anzeige

Kein Wunder, schließlich geben die drei größten Hersteller von Mobilegames - Supercell, King und Tencent - weltweit pro Quartal rund eine Milliarde US-Dollar dafür aus, neue Nutzer zu finden, so der Spielentwickler und Berater Teut Weidemann auf der Quo Vadis 16. Er erzählt, dass kleinere Studios sich sehr schwertun, Kundschaft für ihre neuen Programme in Google Play und dem App Store zu finden.

Das liegt auch daran, dass die Betreiber den Anbietern relativ wenig Möglichkeiten geben, den Absatz ihrer Programme zu fördern. Zwar gibt es immer wieder Gerüchte, dass Google und Apple gegen Bezahlung gut platzierte Werbung in ihren Stores anbieten - aber noch ist es nicht so weit.

Qualität ist noch nicht das wichtigste Kriterium

Laut Weidemann sorgen derzeit bei einem typischen Spiel im ersten Jahr die redaktionellen Hinweise von Google und Apple für rund 20 Prozent der Abrufe, während klassische Mundpropaganda unter Spieler für rund 50 Prozent der Downloads verantwortlich ist. Lediglich die restlichen 30 Prozent können die Entwickler und Publisher durch verschiedenen Maßnahmen der Nutzergenerierung direkt beeinflussen.

Die Qualität der Spiele mache da nur einen relativ geringen Anteil aus, denkt Weidemann. Die meisten neuen Mobilegamer würden sich mit Spielen nicht auskennen, sondern bei der Wahl nach recht simplen Kriterien vorgehen: So werde eine bunte Aufmachung klar gegenüber einer finsteren Atmosphäre bevorzugt. "Macht keine düsteren Spiele", so Weidemann an die Entwickler unter den Zuhörern. Das gilt nicht nur für die Ingame-Grafik, sondern etwa auch für das Symbol.

Die großen Anbieter würden enormen Aufwand für dessen Grafik betreiben: Aus mehreren Vorschlägen und Varianten werde in mehrwöchigen Optimierungsverfahren nach und nach die Version ausgewählt, die am meisten Klicks generiert. Das Gleiche gelte auch für den Spielenamen und ähnliche Details. Allein durch derlei - rein kosmetische - Verbesserungen lasse sich die Anzahl der Downloads durchaus auch mal verdoppeln, so Weidemann.

Einfach statt dreidimensional

Aber auch auf die Ingame-Inhalte komme es ein Stück weit natürlich an - nicht zuletzt wegen der angesprochenen Mundpropaganda. Auch hier sollten Entwickler, die es auf weltweiten Erfolg abgesehen hätten, ein paar grundlegende Dinge beachten. So sei für die Mehrzahl der Nutzer eine einfache 2D-Grafik immer noch besser verständlich als die schönste 3D-Welt. Süße Cartoon-Figuren würden gegenüber blutrünstigen Monstern eindeutig bevorzugt. Zumindest derzeit sei das noch so - Weidemann ist auch überzeugt, dass sich der Massenmarkt nach und nach dem klassischen Gamer annähern wird, auch wenn das dauert.

Ebenso entscheidend sei die Wahl des Szenarios. Science-Fiction etwa ist global betrachtet eine Nische. Das könne sich nun vielleicht durch Star Wars ändern, auch wenn das nicht sehr wahrscheinlich sei - unter anderem, weil der Weltraum grundsätzlich für die meisten Menschen zu dunkel sei. Auch andere bei Gamern beliebte Szenarios hätten es schwer: Nicht mal die Amerikaner würden sich für Western begeistern, und auch Unterwasserabenteuer würden mehrheitlich schlicht nicht auf Interesse stoßen.

Richtig schwierig wird es selbst für Profis, wenn es an die Auswahl des passenden Genres für ein neues Projekt geht. Denn hier sind die Geschmäcker weltweit sehr verschieden - wer etwa einen Strategietitel produzieren möchte, muss in Asien eher junge und in Europa eher den Geschmack einer älteren Zielgruppe treffen. Hier helfen nur eine sehr sorgfältige Vorbereitung und Positionierung, um die durchaus noch vorhandenen Lücken im Angebot der Stores zu finden.

Immerhin: Sie zu finden, ist durchaus machbar. Anders als das Vorhaben, auf dem Reißbrett einen Konkurrenten für die Top-App-Charts zu schaffen - an den bestverkaufen Mobilegames wird sich, so ist Teut Weidemann überzeugt, die nächsten Jahre kaum etwas ändern.


eye home zur Startseite
Noppen 21. Apr 2016

Hammer Idee, ich mache mit =)

Trollversteher 20. Apr 2016

OK, das ist bei Apple anders, da wird noch vor dem ersten Zugriff gefragt ob das...

TheUnichi 19. Apr 2016

Haben sich das die Leute, die damals einen Gameboy gekauft haben, auch gesagt? "Ich habe...

TheUnichi 19. Apr 2016

Genau so funktioniert aber Google auch, denn Erfahrung zeigt: Was viel geklickt wird...

ramboni 19. Apr 2016

Ich fasse mal zusammen: - Der Kapitalismus hat das Internet erreicht. - Wir brauchen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Hughes Network Systems GmbH, Griesheim
  2. über Performance + Talent Management Ltd., Köln
  3. VBL. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe
  4. Zurich Gruppe Deutschland, Bonn


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 47,50€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. beim Kauf einer GeForce GTX 1070 und GTX 108

Folgen Sie uns
       


  1. Spielebranche

    Shadow Tactics gewinnt Deutschen Entwicklerpreis 2016

  2. Erotik-Abo-Falle

    Verdienen Mobilfunkbetreiber an WAP-Billing-Betrug mit?

  3. Final Fantasy 15

    Square Enix will die Story patchen

  4. TU Dresden

    5G-Forschung der Telekom geht in Entertain und Hybrid ein

  5. Petya-Variante

    Goldeneye-Ransomware verschickt überzeugende Bewerbungen

  6. Sony

    Mehr als 50 Millionen Playstation 4 verkauft

  7. Weltraumroboter

    Ein R2D2 für Satelliten

  8. 300 MBit/s

    Warum Super Vectoring bei der Telekom noch so lange dauert

  9. Verkehrssteuerung

    Audi vernetzt Autos mit Ampeln in Las Vegas

  10. Centriq 2400

    Qualcomm zeigt eigene Server-CPU mit 48 ARM-Kernen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
Nach Angriff auf Telekom
Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  1. Red Star OS Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux
  2. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit
  3. Pornoseite Xhamster spricht von Fake-Leak

Gear S3 im Test: Großes Display, großer Akku, große Uhr
Gear S3 im Test
Großes Display, großer Akku, große Uhr
  1. In der Zuliefererkette Samsung und Panasonic sollen Arbeiter ausgebeutet haben
  2. Vernetztes Auto Samsung kauft Harman für 8 Milliarden US-Dollar
  3. 10LPU und 14LPU Samsung mit günstigerem 10- und schnellerem 14-nm-Prozess

Robot Operating System: Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
Robot Operating System
Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
  1. Roboterarm Dobot M1 - der Industrieroboter für daheim
  2. Roboter Laundroid faltet die Wäsche
  3. Fahrbare Roboter Japanische Firmen arbeiten an Transformers

  1. Re: Danke an Ubisoft...

    ohinrichs | 06:36

  2. Re: ich habe dieses freizeit sport spiele thema...

    ohinrichs | 06:32

  3. Mit Glasfaser wäre das nicht passiert :-)

    Jolla | 06:32

  4. Re: CPU Entwicklung eh lächerlich...

    Ach | 06:17

  5. Re: Es werden "bis zu 300 MBit/s innerhalb eines...

    Ovaron | 06:00


  1. 22:00

  2. 18:47

  3. 17:47

  4. 17:34

  5. 17:04

  6. 16:33

  7. 16:10

  8. 15:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel