Antimateriedetektor: Hat AMS Hinweise auf dunkle Materie gefunden?
AMS-2 auf der ISS: 400.000 Positronen (Bild: Nasa)

Antimateriedetektor Hat AMS Hinweise auf dunkle Materie gefunden?

Mehr als ein Viertel des Universums besteht aus einer unsichtbaren Materie: Das Weltrauminstrument AMS-2 hat mutmaßlich erste Hinweise auf diese dunkle Materie eingefangen.

Anzeige

Das Weltrauminstrument Alpha Magnetic Spectrometer (AMS-2) hat erste Hinweise auf dunkle Materie im Weltall entdeckt. Die dunkle Materie, aus der über ein Viertel des Universums bestehen soll, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Das Messinstrument, das außen an der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) sitzt, untersucht die Partikel der kosmischen Strahlung. AMS habe in den ersten anderthalb Jahren rund 400.000 Positronen gefunden, erklärten die Forscher um Samuel Ting in einem Seminar am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf.

Größte Menge an Antimaterie-Teilchen

Das sei die größte bisher festgestellte Menge an Antimaterie-Partikeln, berichtete Ting. Bislang hatten Forscher auf der Erde in Teilchenbeschleunigern künstlich Antimaterie erzeugt, etwa Antiwasserstoff oder Antihelium. Dabei entstanden aber jeweils nur wenige Antiteilchen.

Das Positron ist ein positiv geladenes Elementarteilchen, das das Antiteilchen zum Elektron bildet. Treffen ein Positron und ein Elektron aufeinander, löschen sie sich gegenseitig aus. Die Positronen hätten eine Energie von 0,5 bis 250 Gigaelektronenvolt (GeV), wobei der überwiegende Teil jedoch im Bereich zwischen 20 GeV und 250 GeV gelegen habe, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Physical Review Letters.

Teilchen und Antiteilchen in einem

Die Positronen könnten ein Hinweis auf die dunkle Materie sein: Dunkle Materie besteht mutmaßlich aus sogenannten Wimps - eine Abkürzung für Weakly Interacting Massive Particles (schwach wechselwirkende massereiche Teilchen). Diese Teilchen sollen ihre eigenen Antiteilchen sein - treffen also zwei Wimps aufeinander, sollen sie sich gegenseitig auslöschen, wobei Positronen und Elektronen entstehen.

Die Daten, die das AMS-2 gesammelt habe, zeigten keine signifikanten Schwankungen über die Zeit sowie keine bevorzugte Richtung, aus der die Positronen kamen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie das Abfallprodukt der Annihilation von Dunkle-Materie-Partikeln seien.

Ursprung Pulsar?

Die Forscher sind jedoch vorsichtig. Die Positronen könnten auch anderen Ursprungs sein, etwa von Pulsaren stammen, erklärten sie. "In den kommenden Monaten wird uns AMS überzeugend sagen können, ob diese Positronen ein Anzeichen für dunkle Materie sind oder ob sie einen anderen Ursprung haben", sagte Ting.

Dunkle Materie soll mehr als ein Viertel des Universums ausmachen. Bisher konnte sie jedoch noch nicht direkt beobachtet werden, sondern nur durch ihre Interaktion mit sichtbarer Materie. Sie gilt als "eines der größten Rätsel der Physik".

AMS-2

Das AMS-2 ist ein Detektor, der ankommende geladene Partikel wie Protonen oder Elektronen untersucht. Ein Magnet lenkt diese auf verschiedene Detektoren, die erfassen, um welche Art von Teilchen es sich handelt, etwa Protonen oder Elektronen, deren Energie, Ladung und Masse sowie aus welcher Richtung sie gekommen sind, damit Forscher ihren Ursprung ermitteln können. Bislang hat AMS rund 25 Milliarden Partikel eingefangen und untersucht, bevor diese mit der Erdatmosphäre in Berührung kommen und interagieren konnten.

Das Instrument ist an der ISS angebracht. Es war im Mai 2011 vom Spaceshuttle Endeavour zur ISS gebracht worden. Es war der letzte Flug der Endeavour und die vorletzte Spaceshuttle-Mission.


GodsBoss 24. Mai 2013

Da ist soviel falsch, man weiß kaum, wo man anfangen soll. Genau. Alles Fehlgeleitete au...

wrzlbrnft 04. Apr 2013

Naja, die genaue Prozentzahl wuerde ich eh nicht glauben. Dunkle Materie genau wie Dunkle...

Paykz0r 04. Apr 2013

Dunkle Materie kann man schon seit Jahren auf ogame.de kaufen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Data Analyst (m/w)
    Siemens AG, München
  2. Service Manager Standard Applications (m/w) in Risk Solvency II & Application Support
    Allianz Managed Operations & Services SE, München
  3. Referent Servicemanagement Telefonie (m/w)
    CosmosDirekt, Saarbrücken
  4. Partnermanager B2B Cloudportal (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Facebook mit hohem Gewinn und starkem Nutzerwachstum

  2. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  3. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  4. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  5. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  6. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing

  7. Electronic Arts

    Battlefield Hardline auf Anfang 2015 verschoben

  8. Schlafmonitor

    Besser schlafen mit Sense

  9. Videostreaming

    Youtube-Problem war ein Bug bei Google

  10. Prozessor inklusive Speicher

    Kommende APUs mit Stacked Memory und mehr Bandbreite



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel