AMDs Seamicro Microserver mit 5 Petabyte Speicherplatz

Noch vor dem Beginn des IDF in San Francisco nutzt AMD die Gelegenheit, um seinen ersten Seamicro-Server mit Piledriver-Opterons vorzustellen. Bis zu 1.408 Festplatten sollen NAS oder SAN überflüssig machen.

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Seamicro-Mitbegründer Andrew Feldmann stellte zu Beginn seines Vortrages gleich klar: "Wir haben den Microserver erfunden". Weil diesem Marktsegment im insgesamt weltweit 50 Milliarden schweren Servermarkt große Wachstumschancen zugetraut werden, hatte AMD Seamicro auch übernommen. Ab November 2012 sollen die neuen Modelle mit dem Namen SM15000 verfügbar sein, sie bauen auf der Serie SM10000 auf, die Seamicro erst im Januar 2012 vorgestellt hat. Mit den SM10000 hatte Seamicro auch sein neues Fabric namens "Freedom" vorgestellt, das die einzelnen Compute Boards und die Switches verbindet. An Freedom, das auf eignen Chips basiert, die bei TSMC hergestellt werden, hat sich mit den SM15000 nichts verändert.

Das Fabric kann nun aber auch die Speichersysteme direkt anbinden. Netzwerkkonstruktionen wie bei NAS oder SAN sind nicht mehr nötig - AMD will damit die Vorteile beider Systeme vereinen und zusätzlich Server mit hoher Rechenleistung anbieten. Ein Microserver der Serie SM15000 soll so nicht nur bei kleineren Unternehmen alle Aufgaben erledigen können, sondern auch in großen Rechenzentren mehr Leistung bei Rechen- und Storage-Aufgaben mit weniger Leistungsaufnahme erreichen können.

Andrew Feldman zufolge kommt ein voll ausgebauter SM15000 auf 20 Kilowatt Leistungsaufnahme, während ein vergleichbares System - jeweils mit 5 Petabyte Speicherplatz und 2.024 CPU-Cores - das Doppelte benötigt. Das gilt jedoch nur für die Variante mit Opterons, die Seamicro nun erstmals anbieten kann. Bisher musste die AMD-Tochter Server mit Intel-CPUs verkaufen.

Nicht nur die Leistungsaufnahme und der geringere Platzbedarf sprechen für einen Microserver. Da entsprechende Betriebssysteme Lizenzen für jeden Prozessorsockel verlangen, soll ein SM15000 auch hier günstiger sein. Feldmann sprach von 224 gegenüber 64 Lizenzen für ein voll bestücktes System.

Da Intel in dem von Seamicro geforderten Rahmen der Leistungsaufnahme von unter 50 Watt pro Sockel bisher nur Quad-Cores anbietet, die zudem weniger Speicher verwalten können, fällt die Bilanz - kaum zufällig - zugunsten AMDs aus. Zwei der SM15000-Systeme, die zusammenarbeiten, können 2.024 Kerne enthalten und 64 GByte RAM pro Sockel ansteuern. Bei der Konfiguration mit einem Xeon E3-1265L (Ivy Bridge) ist es jeweils die Hälfte.

Da die Rechenleistung pro Core bei den Xeons aber höher ist, will AMD die Seamicro-Server aber noch "über viele Generationen hinweg" mit den Konkurrenz-CPUs anbieten, sagte Andrew Feldman. Ein Aufrüsten ist durch Tausch der Compute Boards möglich, ohne den Rest des Systems zu verändern, was vor allem durch einen Wegfall der Neuverkabelung Zeit und Geld sparen kann.

Ab November 2012 sollen die SM15000 angeboten werden, Feldmann nannte auf Nachfragen auch den Preis für die Einstiegskonfiguration. Ein System mit 64 Opteron-Sockeln, acht Festplatten und 16 Gigabit-Ports für Ethernet - 10GBe ist auch möglich - kostet 139.000 US-Dollar. Sowohl die Prozessoren, die Netzwerkschnittstellen als auch die Festplatten sind dabei jederzeit aufrüstbar.


swissmess 12. Sep 2012

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