Amazon Rheinberg: "Zum Essen bleiben am Tag nur wenige Minuten"
(Bild: Philippe Merle/AFP/Getty Images)

Amazon Rheinberg "Zum Essen bleiben am Tag nur wenige Minuten"

Nicht nur wegen der Arbeitsbedingungen und der Behandlung der Leiharbeiter bei Amazon gibt es Beschwerden. In einem Lager in Rheinberg blieben den fest angestellten Arbeitern nach langen Wegen und Sicherheitskontrollen oft nur noch wenige Minuten zum Essen.

Anzeige

Eine Vertreterin der Gewerkschaft Verdi hat die Arbeitsbedingungen der fest angestellten Amazon-Mitarbeiter in dem Lager in Rheinberg in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Die Pausen seien zu knapp bemessen.

Sabine Busch, die bei Verdi für Amazon in Rheinberg zuständig ist, sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). "Jeder Mitarbeiter hat 45 Minuten Zeit am Tag für den Gang zur Kantine. Das ist zu wenig, denn die Beschäftigten müssen zum Teil lange Wege in den Hallen zurückzulegen und mehrere Minuten lang an einer Sicherheitsschleuse wie am Flughafen warten", sagte Busch. Für die rund 2.700 Arbeiter gebe es nur vier solcher Sicherheitsschleusen. "Daher bleiben für das Essen oft nur noch wenige Minuten. So wird die Pause zum Stressfaktor", erklärte die Verdi-Sekretärin.

Der Durchschnittslohn bei Amazon in Rheinberg liege bei rund 10 Euro pro Stunde. "Das ist kein Tariflohn, wie ihn zum Beispiel der Otto-Versand mit 12,28 Euro zahlt", sagte die Gewerkschafterin. Der Amazon-Standort Rheinberg hatte zunächst keinen Betriebsrat. Am 13. März 2013 gibt es nach Angaben der Gewerkschaft erstmals Betriebsratswahlen.

In einer Reportage des Hessischen Rundfunks vom 13. Februar 2013 wurden Vorwürfe wegen der Behandlung von Amazons Leiharbeitern erhoben. Dort wurde gezeigt, dass einige Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) in Kleidung von Thor Steinar die Unterkünfte von ausländischen Leiharbeitern von Amazon im hessischen Bad Hersfeld überwachten und die Menschen schikanierten. Beschäftigte der Sicherheitsfirma seien laut dem Bericht auch in der rechtsextremistischen Szene aktiv, was das Unternehmen jedoch bestreitet (PDF).

Die Überwachung soll so weit gegangen sein, dass nach dem Frühstück Taschen durchsucht wurden, damit die Arbeiter keine Brötchen mitnehmen konnten. Eine Arbeiterin, die sich über die Zustände beschwert hatte, wurde aus der Unterkunft verwiesen und gekündigt, so der Bericht. Die Sicherheitsfirma betonte, sie sei beauftragt, Diebstähle und Zerstörung der Unterkünfte und Übergriffe zwischen den Arbeitern zu verhindern.

Amazon hat nach dem Bericht die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma H.E.S.S. beendet.

Bereits im November 2011 wurde berichtet, dass Amazon Deutschland Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft zwei Wochen lang gratis arbeiten lasse. Über 10.000 Hilfskräfte brauche der US-Internethändler für seine Logistikzentren in Werne in Nordrhein-Westfalen, in Leipzig und in Bad Hersfeld in Hessen. Doch Arbeitslosengeldempfänger müssten kostenlos zur Probe arbeiten und bekämen für die Zeit ihr Geld weiterhin von der Agentur für Arbeit. Amazon setze zudem massiv auf befristete Verträge, berichtete das Fernsehmagazin Report Mainz.


SimonDülpers 20. Feb 2013

Das Arbeiten bei Amazon hat Licht und Schatten. Jedenfalls ist zB. die Pausenlänge falsch...

Icahc 20. Feb 2013

An Tropf hängen und gleich noch diverse Aufputschmittel mit rein für effizienteres...

Charles Marlow 20. Feb 2013

Ignoranz überführt sich selbst.

M.Kessel 20. Feb 2013

Weisst du, mit Subunternehmern ist das so, das ist so, als würde ein Mafiaboss sagen...

kosovafan 19. Feb 2013

Hast du schon einmal in ein Lager gearbeitet. Dann melde dich bei Amazon wenn du wenig...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler Verzahnungstechnik (m/w)
    KLINGELNBERG GmbH, Hückeswagen (Großraum Köln)
  2. Produktionsplaner/in IT-Batchsteuerung & Jobnetze
    HALLESCHE Krankenversicherung a. G., Stuttgart
  3. Sachbearbeiter IT/TK-Infrastruktur (m/w)
    Medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Bayern, München
  4. Projektleiter / Consultant (m/w)
    k-concept2publish GmbH, Oberschleißheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bundesregierung

    Klimaziele wegen mangelnder Elektroauto-Förderung in Gefahr

  2. Flugsicherheitsbehörde

    Lieferdrohnen benötigen Piloten mit Fluglizenz

  3. Gift Trading

    Steam ändert Regeln für geschenkte Spiele

  4. Fluggastdaten

    EuGH soll PNR-Abkommen mit Kanada prüfen

  5. LLGO

    Go-Compiler auf Basis von LLVM

  6. Operation Eikonal

    Regierung schüchtert Ausschuss mit extremem Geheimschutz ein

  7. Creative Commons

    Deutschlandradio darf CC-BY-NC-Bild nutzen

  8. Vodafone All-in-One

    Bündelangebot mit LTE, 100 MBit/s und TV für 60 Euro

  9. Wemo

    Belkin verkauft LED-Lampen mit Internetanschluss

  10. Chipfertigung

    7-Nanometer-Technik arbeitet mit EUV-Lithografie



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

Spieleklassiker: Retrogolem spielt Star Wars X-Wing (DOS)
Spieleklassiker
Retrogolem spielt Star Wars X-Wing (DOS)

Stuxnet lässt grüßen: Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
Stuxnet lässt grüßen
Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
  1. Kaspersky Lab Cyberwaffe Regin griff Mobilfunk-Basisstationen an
  2. Sicherheitslücke BND will Zero Day Exploits einkaufen
  3. Malware Europol will Backdoors gegen Cyberkriminelle nutzen

    •  / 
    Zum Artikel