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Amazon-Lager in Swansea, Wales, am 24. November 2011
Amazon-Lager in Swansea, Wales, am 24. November 2011 (Bild: Matt Cardy/Getty Images)

Amazon Preisnachlässe beim Cyber Monday geringer als behauptet

Die Rabatte beim Amazon Cyber Monday haben sich bei einer Prüfung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als weniger aufregend herausgestellt, als von dem Konzern behauptet. Die unverbindlichen Preisempfehlungen, die als Rechengrundlage dienten, fordert Amazon selbst gar nicht.

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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 50 Produktpreise in Amazons Cyber-Monday-Woche überprüft. Das Ergebnis: Statt der versprochenen Rabatte von 50 Prozent gab es nur rund 18 Prozent. Dazu zählten vor allem Technikprodukte, Schmuck und Spielzeug. An acht Tagen in Folge versprach Amazon.de rund 3.500 sogenannte Blitzangebote mit über einer Million Produkten aus sämtlichen Kategorien mit bis zu 50 Prozent Rabatt.

Die hohen Preisnachlässe beruhen auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) der Hersteller. Doch kaum ein Händler, besonders Amazon selbst, berechnet den Kunden die unverbindliche Preisempfehlung. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale nannte Golem.de das Beispiel einer Nikon Coolpix, deren UVP bei 349 Euro lag. Doch bei Amazon war die digitale Kompaktkamera tatsächlich für 221,35 Euro erhältlich. Damit würde der Preisnachlass auf 189 Euro nicht mehr so erheblich sein, sagt er.

Eine Sharp-Mikrowelle wurde mit einer Preissenkung von 129 Euro auf 69,90 Euro angepriesen. Doch der tatsächlich geforderte Preis lag nur bei rund 79 Euro.

Ein Damenohrstecker mit einem Nachlass von 74 Prozent kostete statt der UVP von 85 Euro im Cyber-Deal 22,19 Euro. Tatsächlich aber kassierte Amazon - abseits der Cyber-Woche - für den Schmuck nicht 85 Euro, sondern nur 26,17 Euro. So gesehen reduzierte sich der Rabatt auf magere 3,98 Euro statt angeblicher 62,81 Euro. "Das ist das aussagekräftigste Beispiel", sagte der Sprecher Golem.de.

"Nötig hat Amazon solche Prozente-Tricksereien eigentlich nicht. Denn als Schnäppchen gehen Cyber-Angebote meist durch. Ein Vergleich der Verbraucherzentrale mit Hilfe von Preissuchmaschinen jedenfalls bewies: Bei 50 Produkten aus der "größten Angebotsaktion des Jahres" war Amazon stets mit dem besten Preis am Start", erklärten die Verbraucherschützer.

Den Vergleich erschweren bei manchen besonders begehrten Artikeln auch besondere Bundles, die Amazon selbst schnürt. So bot das Unternehmen in der Cyber-Monday-Woche mehrfach eine Playstation 3 mit einer 500-GByte-Festplatte zum Selbsteinbau an. Dieses Paket hatte Amazon zuvor für 249 Euro im Angebot, mit dem befristeten Rabatt kostete es erst 199, bei einer Wiederholung der Aktion 179 Euro. Außerhalb der Frist fiel der Preis für das Bundle Tage später auf 200 Euro. Da zudem das genaue Modell der Festplatte nicht angegeben war, konnte man sich nur schwer auf die Suche nach genau identischen Angeboten machen. Über die Preisschwankungen des Playstation-Angebots gibt es auch eine rege Diskussion im Amazon-Forum.

Das PS3-Bundle war nach den Beobachtungen von Golem.de bei den ersten Angeboten ebenso schnell ausverkauft - meist binnen Minuten - wie andere Technikartikel. Amazon bot bei der Rabattaktion vor allem viele Geräte zur Heimvernetzung wie Router, Switches und Powerline-Adapter an. Neben den unvermeidlichen Fernsehern in vielen Größen waren auch Satellitenempfänger mit und ohne Festplatte sowie AV-Receiver und komplette Soundsysteme mit Blu-ray-Player und Verstärker in einem Gehäuse plus Boxenset meist schnell ausverkauft.

Gleiches galt für Smartphones, wobei Topmodelle kaum angeboten wurden. Ebenso gab es bei den Tablets oft nur Standardkost, genau wie bei Notebooks. Hier setzte Amazon vor allem auf verbilligte Ultrabooks, meist aus der letzten Gerätegeneration, sowie auf einfach ausgestattete Standardnotebooks, die meist unter 400 Euro angeboten wurden.

Anders als bei den jeden Tag vorhandenen Blitzangeboten änderte Amazon diesmal auch die Ankündigungsfrist. Bisher wurden alle Artikel für den folgenden Tag Mitternacht sichtbar gemacht. Diesmal wurden aber auch im Laufe eines Angebotstages immer wieder vor 0 Uhr Artikel angezeigt, die erst am folgenden Tag verkauft wurden. Wie stets bei den Blitzangeboten, zu denen auch der Cyber Monday zählt, wurde aber der Preis erst zu Beginn der zweistündigen Verkaufsphase bekanntgegeben.


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.02 Cents 02. Dez 2013

Grundsaetzlich richtig, aber das der Werbeteil dieser Werbeaktion besser funktioniert...

Amüsierter Leser 02. Dez 2013

Saturn machte damals Werbung mit dem EUVP - der ehemaligen unverbindlichen...

katzenpisse 02. Dez 2013

Gibt es überhaupt noch irgendeine Branche/Produktart, bei der der UVP noch eine...

tibrob 01. Dez 2013

Conrad kann es sich leisten - bei den Apothekenpreisen das ganze Jahr über :) Den Bock...

Anonymer Nutzer 01. Dez 2013

Ja,die Sache mit den Möbelhäusern muss Golem unbedingt auch mal in Angriff nehmen...



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