Abo
  • Services:
Anzeige
Queen Mary 2 (2011 in Hamburg): seit 2000 Pflicht für Schiffe über 300 Tonnen
Queen Mary 2 (2011 in Hamburg): seit 2000 Pflicht für Schiffe über 300 Tonnen (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

AIS System zur Sicherung der Schifffahrt ist unsicher

Experten haben Sicherheitslücken im Schiffsüberwachungssystem AIS gefunden, über das Schiffsdaten übertragen werden. Durch die Schwachstellen können Daten gefälscht, Geisterschiffe erschaffen oder echte an eine vermeintlich andere Position versetzt werden.

Anzeige

Das automatische Identifikationssystem für Schiffe, das Automatic Identification System (AIS), soll eigentlich für mehr Sicherheit auf See sorgen. Zwei Experten des Computersicherheitsunternehmens Trendmicro haben jedoch Sicherheitslücken aufgedeckt, die eine Manipulation des Systems ermöglichen.

Schiffe über 300 Tonnen müssen seit dem Jahr 2000 mit AIS ausgestattet werden. Über das System werden automatisiert per Funk eine Reihe von Schiffsdaten gesendet, darunter Schiffstyp, Position, Kurs, Ziel, Geschwindigkeit sowie das Rufzeichen, um das Schiff kontaktieren zu können. Ziel ist in erster Linie mehr Sicherheit: Schiffe können einander erkennen und sich so ausweichen.

Verbreitung über das Internet

Die Daten werden über das Internet übertragen und können über Dienste wie Marine Traffic oder Vesseltracker abgerufen werden. Hier liegt auch die Schwäche des Systems: Marco Balduzzi und Kyle Wilhoit haben Sicherheitslücken bei einigen Dienstleistern festgestellt, die AIS-Informationen sammeln und zur Verfügung stellen. Sie haben aber auch Sicherheitslücken im AIS-Protokoll selbst gefunden, das von den Sendern auf den Schiffen genutzt wird.

Über diese beiden Schwachstellen hätten sie gezielte Angriff auf Schiffe durchführen können, schreiben sie im Security Intelligence Blog von Trendmicro: So sei es möglich, die Schiffsdaten zu modifizieren. Dadurch könne etwa die Identität eines Schiffes verschleiert oder die Angabe über die Ladung gefälscht werden.

Phantomschiffe erschaffen

Eine andere Möglichkeit sei, Phantomschiffe oder -seezeichen zu erschaffen und mit diesen den Schifffahrtsverkehr zu stören. Piraten könnten diese Lücken ausnutzen, indem sie die Position eines gekaperten Schiffs manipulieren und so verhindern könnten, dass dieses gefunden wird. Die Angriffe ließen sich mit einem handelsüblichen VHF-Funkgerät durchführen, das etwas modifiziert worden sei. So ein Funkgerät kostet rund 150 Euro.

Die Experten machen vier Ursachen für die Schwachstellen verantwortlich: So fänden keine Validitätsprüfungen statt. Es sei möglich, von einem beliebigen Ort aus AIS-Nachrichten zu senden. "Zum Beispiel lässt sich von einem Ort nahe New York eine Positionsangabe für ein Schiff senden, das vorgibt, sich im Golf von Mexiko zu befinden, und diese Nachricht wird ohne jede Rückfrage akzeptiert", erklären sie. Es fehle ein Zeitstempel, weshalb AIS-Daten zu einem späteren Zeitpunkt erneut eingespielt werden könnten. So könne die Position eines Schiffes repliziert werden.

Keine Authentifizierung, keine Verschlüsselung

Das Protokoll sehe keine Authentifizierung vor, so dass jeder Beliebige ein sogenanntes AIS-Telegramm erstellen könne. Schließlich sei das Signal unverschlüsselt und unsigniert. Dadurch sei es für Angreifer trivial, sie abzufangen und zu modifizieren.

Balduzzi und Wilhoit wollen ihre Erkenntnisse auf der Konferenz Hack In The Box vorstellen, die gegenwärtig in Kuala Lumpur stattfindet. Details wollen sie in einer Studie beschreiben und auf einer späteren Konferenz präsentieren.


eye home zur Startseite
HochdruckHummer 03. Dez 2013

Ich halte Deine Anmerkung nicht für sinnvoll. Genau auf diese Thematik wollte ich ja...

Endwickler 17. Okt 2013

Dieses System dient wohl, wenn ich die im Blog richtig verstehe, nur als Beispiel für...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt
  2. B. Metzler seel. Sohn & Co. Holding AG, Frankfurt
  3. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  4. Stadt Kirchheim unter Teck, Kirchheim unter Teck


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Gigabyte-Mainboards
  2. 17,99€ statt 29,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen
  2. Wichtige Anwendungen von automatisierter Inventarisierung
  3. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. Apple

    Aktivierungssperre des iPads lässt sich umgehen

  2. Amazon

    Downloader-App aus dem Fire-TV-Store entfernt

  3. Autonomes Fahren

    Apple zeigt Interesse an selbstfahrenden Autos

  4. Sicherheit

    Geheimdienst warnt vor Cyberattacke auf russische Banken

  5. Super Mario Bros. (1985)

    Fahrt ab auf den Bruder!

  6. Canon EOS 5D Mark IV im Test

    Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz

  7. PSX 2016

    Sony hat The Last of Us 2 angekündigt

  8. Raspberry Pi

    Schutz gegen Übernahme durch Hacker und Botnetze verbessert

  9. UHD-Blu-ray

    PowerDVD spielt 4K-Discs

  10. Raumfahrt

    Europa bleibt im All



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

Quake (1996): Urknall für Mouselook, Mods und moderne 3D-Grafik
Quake (1996)
Urknall für Mouselook, Mods und moderne 3D-Grafik
  1. Künstliche Intelligenz Doom geht in Deckung

Final Fantasy 15 im Test: Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
Final Fantasy 15 im Test
Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
  1. Square Enix Koop-Modus von Final Fantasy 15 folgt kostenpflichtig

  1. Re: Genau sowas steht in den...

    LinuxMcBook | 03:04

  2. Re: Pervers... .

    Tunkali | 02:51

  3. Re: DAU-Gesetzgebung für DAUs

    LinuxMcBook | 02:34

  4. Re: Einheiten richtig umrechnen du musst

    Sarkastius | 02:19

  5. Re: Transparenz zum Kündigungstermin ist Schwachsinn!

    LinuxMcBook | 02:13


  1. 12:54

  2. 11:56

  3. 10:54

  4. 10:07

  5. 08:59

  6. 08:00

  7. 00:03

  8. 15:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel