Acta-Demos: Erneut Zehntausende gegen Acta auf den Straßen
3.000 Teilnehmer auf dem Münchner Odeonsplatz (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Acta-Demos Erneut Zehntausende gegen Acta auf den Straßen

Viele kleinere statt einiger weniger Großdemonstrationen prägten den zweiten internationalen Protesttag gegen das Antipiraterieabkommen Acta. Zum Streitpunkt im Netz werden die Teilnehmerzahlen.

Anzeige

Statt der offiziell 16.000 Teilnehmer in München vor zwei Wochen sind nach übereinstimmenden Angaben von Veranstalter und Polizei am 25. Februar 2012 nur noch 3.000 Bürger gegen Acta auf die Straße gegangen. Diese Zahl, die die Veranstalter während der Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz genannt hatten, bestätigten die Behörden noch im Laufe der Veranstaltung.

In Hamburg protestierten nach Angaben des Abendblattes 2.500 Menschen, in Berlin sollen es laut Welt Online nur 700 gewesen sein - die Veranstalter sprachen dort von über 2.000 Teilnehmern. Besonders stark weichen die Angaben über Köln ab: Der dortige Stadt-Anzeiger spricht von 700 Demonstranten, die Initiative Stopp Acta hat in ihrem Wiki derzeit die Zahl von 3.500 Protestierenden vermerkt.

  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
  • Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)
Zweiter Acta-Aktionstag in München (Bild: Nico Ernst)

Wie sehr sich die Angaben unterscheiden und durch schnelle Verbreitung verfestigen, ist am Beispiel von Nürnberg ersichtlich. Die Mittelbayerische Zeitung berichtete zwei Stunden nach dem Ende der Münchner Veranstaltung von 1.500 Teilnehmern in Nürnberg. Diese Zahl nannten auch die Veranstalter in München während der dortigen Abschlusskundgebung über die fränkischen Freunde, im Stopp-Acta-Wiki sind jedoch bisher noch 2.000 Menschen vermerkt.

Dass die Zahlen, die Veranstalter und Polizei zu Demonstrationen angeben, voneinander abweichen, ist keine Besonderheit der Acta-Proteste. Beide Angaben basieren stets auf Schätzungen, vor allem Nachrichtenagenturen übernehmen in der Regel die Zahlen der Behörden. Auch nach diesen Angaben drückten aber alleine in Deutschland erneut mehrere zehntausend Menschen ihre Ablehnung des Antipiraterieabkommens persönlich aus.

IPRED-2 als neues Protestziel

Neben Acta geriet bei den Reden und Transparenten in München auch die Neufassung der europäischen Richtlinie IPRED in die Kritik. In einem PDF hatte die EU-Kommission Anfang Februar 2012 eine Roadmap für eine Neufassung des Urheberrechtsschutzes in der Europäischen Union vorgelegt. Die oft auch IPRED-2 genannte Richtlinie, zu der noch kein vollständiger Text vorliegt, soll ähnliche Ziele wie Acta vorsehen - darunter auch eine stärkere Einbindung von Providern bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen.

In München gab es neben den politischen Forderungen auch einen kleinen Eklat, als der Moderator Teilnehmern die Bühne und das Mikrofon überließ. Angefeuert vom zuvor - und auch auf einigen anderen Demonstrationen - gespielten Song Illegale Fans der Band Deichkind sprachen sich zwei Redner offen für freie Downloads von beliebigem geschütztem Material aus. Dagegen regte sich jedoch von anderen Sprechern Widerstand: Im Endeffekt, so eine Sprecherin, gehe es um freie Recherche und freie Meinungsäußerung. "Da ist Pornos schauen und Musik hören doch nur ein Nebenprodukt", sagte sie weiter. Dafür gab es genauso viel Beifall wie für die vorherigen Lobgesänge auf Piraterie.

Nachtrag vom 26. Februar 2012, 11:10 Uhr

Die Meldung wurde um ein Video mit einigen der Wortbeiträge von der Abschlusskundgebung in München ergänzt.


Der Kaiser! 29. Feb 2012

Bin gespannt wie der ist.

bstea 27. Feb 2012

"[...]Schülerinnen aus Münchenbernsdorf kamen, weil sie Sorge haben, dass sie sich mit...

katzenpisse 27. Feb 2012

... hieß es am Ende der Veranstaltung: "Wir schätzen euch auf 1500 bis 2000 Teilnehmer...

Kneipi 27. Feb 2012

+1, i like, tweet was weiss ich nicht was!

markward 26. Feb 2012

Ich war am 11.2. dabei und dieses Wochenende war bei uns nix los. Wiederholt wurde darauf...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) Softwareengineering ICIS
    Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G., Stuttgart
  2. Spezialist (m/w) IT-Qualifizierung / -Validierung
    Thermo Fisher Scientific - Fisher Clinical Services GmbH, Allschwil (Schweiz)
  3. Prozessmanager Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. IT-Ingenieur/in
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spektakel im Weltraum

    Nasa bringt sich für Kometenvorbeiflug am Mars in Stellung

  2. Geheimmission im All

    Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet

  3. Mobiles Bezahlen

    Deutsche Sparkassen wollen bei Apple Pay mitmachen

  4. Wegen Wochenendarbeit

    Kurzfristige Streiks bei Amazon in Leipzig

  5. Videobotschaft vor IT-Gipfel

    Merkel verirrt sich in die Netzpolitik

  6. iFixit

    iMac mit Retina-Display ist schwer zu reparieren

  7. Nach anderthalb Jahren

    Regierung prüft Auslieferungsgründe für Snowden

  8. NSA-Technikchef

    Spitzenspion jobbt in Firma von Ex-Direktor Alexander

  9. Anti-Cheat-Technologien

    Cheating in Spielen schwer zu verhindern

  10. Linus Torvalds

    "Mein Ton schreckt Menschen ab"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Google: Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
Google
Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
  1. Android L Das L steht für Lollipop
  2. Volantis Nexus 9 bekommt FCC-Zertifizierung

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

Retro-Netzwerk: Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern
Retro-Netzwerk
Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern

    •  / 
    Zum Artikel