Aaron Swartz: Vorwürfe gegen Staatsanwalt und MIT
Aaron Swartz im Jahr 2011 (Bild: Remember Aaron Swartz)

Aaron Swartz: Vorwürfe gegen Staatsanwalt und MIT

Familie und Partnerin von Aaron Swartz haben nach dessen Selbstmord Vorwürfe gegen die Strafverfolgungsbehörden in Massachusetts und gegen das MIT erhoben.

Anzeige

Der Tod von Aaron Swartz sei nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern Produkt eines Strafjustizsystems, das mit Einschüchterung und überzogener Verfolgung arbeite. Entscheidungen der Staatsanwaltschaft und des MIT hätten zum Tod von Swartz beigetragen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Familie von Aaron Swartz und seiner Partnerin Taren Stinebrickner-Kauffman. Die Staatsanwaltschaft habe extreme Strafen, darunter potenziell mehr als 30 Jahre Haft, für eine Straftat gefordert, die keine Opfer hatte.

Swartz soll sich unrechtmäßig Zugang zum Computernetz des Massachusetts Institute of Technology (MIT) verschafft und darüber mehr als 4 Millionen wissenschaftliche Artikel aus dem Onlinearchiv Jstor heruntergeladen haben, darunter auch gemeinfreie Dokumente. In Jstor sind digitalisierte akademische Fachzeitschriften gespeichert, der Zugriff ist kostenpflichtig. Swartz, der sich für einen freien Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen einsetzte, hatte sich selbst den Behörden gestellt. Zuvor hatte er sich bereits mit Jstor geeinigt. Swartz hatte die Festplatten mit den Daten zurückgegeben, Jstor angekündigt, keine Schritte gegen Swartz zu ergreifen.

In einer Stellungnahme nach Swartz' Tod bedauerte Jstor dessen Selbstmord und bezeichnete ihn als großes Talent. Er habe einen großen Anteil an der Entwicklung des Internet und des Web, von denen heute alle profitierten. Anders als Jstor habe sich das MIT nie deutlich gegen eine Strafverfolgung von Swartz ausgesprochen, heißt es in der Stellungnahme von Swartz' Familie weiter.

Staatsanwalt als Tyrann

Ähnlich argumentiert auch der Harvard-Professor Lawrence Lessig, Anwalt und Freund von Aaron Swartz, in einem Blogeintrag, der überschrieben ist mit "Der Staatsanwalt als Tyrann". Swartz habe in seinem Leben nie etwas getan, um Geld zu verdienen. Er habe lediglich Glück gehabt, dass sich Reddit so entwickelt hat, wie es sich entwickelt hat. Aber seine Arbeit am RSS-Standard, Mithilfe bei Creative Commons, der Aufbau der Public Library oder die Gründung von Demand Progress hätten nur dem Wohl der Allgemeinheit gedient.

Die Staatsanwaltschaft habe ihm vorgeworfen, Dokumente im Wert von Millionen US-Dollar gestohlen zu haben und damit suggeriert, er habe sich daran bereichern wollen. Wer aber glaube, man könne mit wissenschaftlichen Artikeln Geld verdienen, sei ein Idiot oder Lügner, so Lessig.

Letztendlich habe Swartz nur deshalb im April 2013 ein Millionenprozess gedroht, weil er nicht akzeptieren wollte, als Straftäter bezeichnet zu werden.

Viele trauern um Aaron Swartz

Weberfinder Tim Berners-Lee meldete sich mit einer E-Mail zu Wort und drückte darin seine Trauer um Swartz in einem kurzen Gedicht aus. Andere veröffentlichten ihre Gedanken zum Tod von Aaron Swartz auf der Kondolenzwebsite Remember Aaron Swartz, die seine Familie eingerichtet hat. Dort werden auch Spenden angenommen, die über die Organisation Give Well verteilt werden sollen.


potbot 20. Jun 2013

#ot itchow.pulse ist komisch http://forum.golem.de/kommentare/politik-recht/prism-us...

itchow.pulse 16. Jan 2013

+1!!!!!! (für beide vorherigen Posts)

throgh 15. Jan 2013

Das wiederum ist Selbstjustiz und ich würde dir dann die Frage stellen: Bist du dann...

Everesto 14. Jan 2013

Richtig ist, daß es die Staatsanwaltschaft ist und nicht die "Industrie" die Druck...

MADhase 14. Jan 2013

Hier geht's um das angedrohte Strafmaß, welches völlig überzogen ist. Eine Strafe allein...

Kommentieren



Anzeige

  1. Berater (m/w) im Technology Innovation Center
    Lufthansa Systems AS GmbH, Frankfurt am Main oder Hamburg
  2. Informatiker / Wirtschaftsinformatiker (m/w)
    BKK Landesverband Bayern, München
  3. Software-System-Architekt & -Entwickler (m/w) für komplexe Server-Lösungen
    CeTEC GmbH & Co KG, Oberhaching (München-Süd) oder Rosenheim (Oberbayern)
  4. IT-Manager (m/w) im Bereich Projektmanagement/IT Architektur und Qualitätssicherung
    Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH DEW21, Dortmund

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Arbeitsspeicher

    Erste Smartphones mit Low-Power-DDR4 erscheinen 2015

  2. Wearables

    Samsung lässt sich runde Smartwatch-Designs patentieren

  3. Tinkerforge

    Linux anpassen für ein neues Prozessorboard

  4. FTTC

    Swisscom hat bereits 200.000 Vectoring-Anschlüsse

  5. Electron

    Billigrakete für Kleinsatelliten

  6. Windows Phone 8.1

    GDR1-Update mit Live-Ordnern vorgestellt

  7. Verschlüsselte Telefonie

    Signal ist das Redphone fürs iPhone

  8. Nintendo

    Mario Kart 8 kann Nintendo allein nicht retten

  9. hotelwifitest.com

    Hotel-WLAN-Liste mangelt es an technischen Informationen

  10. Paranoid Android

    Neue Versionen der Stable- und Alpha-Builds veröffentlicht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Liebessimulation Love Plus: "Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
Liebessimulation Love Plus
"Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
  1. PES 2015 angespielt Neuer Ball auf frischem Rasen
  2. Metal Gear Solid - The Phantom Pain Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

Bluetooth Low Energy und Websockets: Raspberry Pi als Schaltzentrale fürs Haus
Bluetooth Low Energy und Websockets
Raspberry Pi als Schaltzentrale fürs Haus
  1. Echtzeitkommunikation Socket.io 1.0 mit neuer Engine

    •  / 
    Zum Artikel