55 Cancri e: Weltraumteleskop Spitzer erfasst Infrarotlicht von Supererde
55 Cancri e: 1.700 Grad auf der Tagseite (Bild: Nasa/JPL-Caltech)

55 Cancri e Weltraumteleskop Spitzer erfasst Infrarotlicht von Supererde

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler Infrarotstrahlung von einer sogenannten Supererde aufgefangen. Der Planet 55 Cancri e ist etwa doppelt so groß wie die Erde und umkreist seinen Zentralstern in nur 18 Stunden.

Anzeige

Das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer hat Licht von dem Exoplaneten 55 Cancri e aufgefangen. Dadurch haben die Wissenschaftler mehr Informationen über den 2004 entdeckten Planeten erfahren.

55 Cancri e ist eine Supererde. Das ist ein Planet, der größer und schwerer ist als die Erde, aber kleiner und leichter als die großen Gasplaneten in unserem Sonnensystem wie Neptun oder Uranus. 55 Cancri e ist etwa doppelt so groß wie die Erde und etwa achtmal so schwer.

In 18 Stunden um den Stern

Entdeckt hatten Wissenschaftler den Exoplaneten bereits im Jahr 2004. Doch erst Spitzer enthüllte eine Reihe wichtiger Details über den Planeten. So hatten sie bisher geglaubt, der Planet umkreise sein Zentralgestirn 55 Cancri in rund zweieinhalb Tagen. Durch die Beobachtung mit Spitzer haben sie herausgefunden, dass er für eine Umrundung in Wirklichkeit nur 18 Stunden braucht.

  • 55 Cancri e und sein Zentralstern. Er ist einer von fünf Planeten und dem Stern 55 Cancri am nächsten. (Bild: Nasa/JPL-Caltech)
55 Cancri e und sein Zentralstern. Er ist einer von fünf Planeten und dem Stern 55 Cancri am nächsten. (Bild: Nasa/JPL-Caltech)

Das Weltraumteleskop hatte Infrarotstrahlung des Exoplaneten aufgefangen. Daraus konnten die Wissenschaftler die Temperatur, die dort herrscht, errechnen. Leben gibt es auf dem Planeten eher nicht: Auf der dem Stern zugewandten Seite herrschen ungemütliche 2.000 Kelvin, etwa 1.700 Grad Celsius. Es scheint auch keine reflektierenden Oberflächen auf dem Planeten - vergleichbar den Eiskappen auf der Erde - zu geben, so dass der Planet sämtliches Licht des Sterns absorbiert. Das aber nur auf der Tagseite: 55 Cancri e dreht sich nicht um sich selbst.

Sternbild Krebs

Das System des Sterns 55 Cancri gehört zum Sternbild Krebs. In Weltraummaßstäben gemessen ist 55 Cancri ein direkter Nachbar: Der Stern ist etwa 41 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Zu seinem System gehören fünf Planeten, von denen 55 Cancri e dem Zentralstern am nächsten ist.

Die Berechnungen seien sehr schwierig gewesen, erläuterte Olivier Demory vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). "Dieser Planet ist so nahe an dem Stern, dass er sehr stark bestrahlt wird." Seine Hitzestrahlung von der des Sterns zu unterschieden sei in etwa so gewesen, als ob man unter 10.000 Kerzen die Wärme, die ein einzige abstrahlt, erfassen wolle.

70 Supererden

Es sei das erste Mal überhaupt, dass Spitzer Infrarotstrahlung von einer Supererde aufgefangen habe, erklärte Michaël Gillon von der Universität in Lüttich, wissenschaftlicher Leiter des Spitzer-Programms. Aufgrund ihrer relativ geringen Größe sind sie schwer zu finden - derzeit sind nur 70 dieser Planeten bekannt. Das Weltraumteleskop Kepler hat jedoch mehrere hundert Kandidaten entdeckt.

"Spitzer hat uns wieder einmal in Erstaunen versetzt", kommentierte Bill Danchi, einer der Spitzer-Wissenschaftler bei der US-Weltraumbehörde Nasa. "Die Raumsonde leistet Pionierarbeit bei der Erforschung der Atmosphäre entfernter Planeten und bereitet den Weg für das künftige Nasa-Weltraumteleskop James Webb, das mit einer ähnlichen Methode mögliche bewohnbare Planeten erforschen wird." Das James-Webb-Teleskop soll voraussichtlich 2018 ins All geschossen werden.


katerhumpel 02. Aug 2012

Wie die Astronomen solche Infos rauskriegen, steht z.B. in dem Buch Exoplaneten...

dopemanone 11. Mai 2012

es sei denn, das bügeleisen beherrscht ipv6 oder hat bluetooth ;) TGIF!

kendon 11. Mai 2012

:)

wp (Golem.de) 10. Mai 2012

Das Schlüsselwort ist: "in den meiste Fällen". ;-) Done. De rien. :-) wp (Golem.de)

teenriot 10. Mai 2012

Natürlich ist das möglich. Wenn ich die Erde als Bezugssystem wähle dreht sich das...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter/in Informationstechnologie CAD / CAM Prozesskette
    Daimler AG, Wörth
  2. Planungsingenieurin / Planungsingenieur
    Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berlin
  3. Softwareentwickler (m/w)
    Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern
  4. PHP Web Entwickler/-in (m/w)
    mediawave internet solutions GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Microsoft

    China Telecom vertreibt Xbox One ab September 2014

  2. Samsung Galaxy Tab S im Test

    Flaches, poppig buntes Leichtgewicht

  3. Sysadmin Day

    Danke für laufende Rechner!

  4. Bungie

    Beta von Destiny für alle Spieler

  5. Ron Sommer

    Ex-Telekom-Chef greift Nachfolger an

  6. Prepaid

    Media Markt und Saturn starten eigenen Mobilfunktarif

  7. Hannspad SN1AT74

    Neues 10-Zoll-Tablet mit Kitkat für 170 Euro

  8. Spielevideos

    Google soll 1 Milliarde Dollar für Twitch.tv zahlen

  9. Gear VR

    Software für Samsungs VR-Brille entdeckt

  10. Hamburg

    Uber legt Widerspruch gegen Verbot ein



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nokia Lumia 930 im Test: Das Beste zum Schluss
Nokia Lumia 930 im Test
Das Beste zum Schluss
  1. Lumia 930 Nokias Windows-Phone-Referenz ab kommender Woche erhältlich
  2. Nokia Lumia 930 Windows-Phone-Referenzklasse kommt im Juli
  3. Smartphone Das schnellere 64-Bit-Déjà-vu

Defense Grid 2 angespielt: Kerne, Türme, Aliens
Defense Grid 2 angespielt
Kerne, Türme, Aliens
  1. Shooter-Projekt Areal Putin-Brief und abruptes Ende der Kickstarter-Kampagne
  2. Cabin Magnetisches Ladekabel fürs iPhone
  3. Test Shovel Knight Hochklassige Schaufelschlacht in 58 Farben

Android Wear: Pimp my watch
Android Wear
Pimp my watch
  1. Android Wear API für Watch Faces soll bald kommen
  2. Google Camera App Kamera-Fernbedienung für Android Wear
  3. Android Wear Erstes Custom-ROM für LGs G Watch erschienen

    •  / 
    Zum Artikel