3D-Drucker Form 1 baut Gegenstände aus flüssigem Kunstharz

Stereolithographie ist eine hochwertige, aber teure 3D-Druck-Technik. Formlabs, eine Ausgründung des MIT Media Lab, hat einen erschwinglichen Stereolithographie-Drucker entwickelt. Bei Kickstarter stößt das Gerät auf großes Interesse.

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Auf den ersten Blick sieht das Gerät aus wie eine Küchenmaschine. Form 1 rührt aber keinen Teig, sondern baut aus einem flüssigen Kunststoff beliebige 3D-Objekte auf. Auf Kickstarter ist der 3D-Drucker auf großes Interesse gestoßen.

Ausgangspunkt ist ein durchsichtiger Behälter mit einem flüssigen Kunstharz, das aushärtet, wenn es Licht mit einer bestimmten Wellenlänge ausgesetzt wird. Dort hinein wird eine Arbeitsplattform abgesenkt, auf der das Werkstück aufgebaut wird. Die Lichtquelle des Form 1 ist ein Laser, der unter dem Behälter sitzt. Er fährt die Form des Gegenstandes ab und belichtet das Kunstharz. Danach wird die Arbeitsplattform angehoben und die nächste Lage wird ausgehärtet. Am Ende hängt das Werkstück kopfüber unter der Plattform.

Stereolithographie (SL) nennt sich diese 3D-Druck-Technik. Sie ermögliche deutlich bessere Ergebnisse als Schmelzschichtung (Fused Deposition Modeling, FDM), schreiben die Entwickler von Formlabs. Bei FDM werden Gegenstände aus einem Kunststofffaden, der erhitzt und geschmolzen wird, aufgebaut. Nachteil sei, dass günstige FDM-Drucker nur eine beschränkte Auflösung böten und dass die Oberfläche des Werkstücks nicht glatt sei und noch bearbeitet werden müsse.

Teure Stereolithographie

Ein SL-Drucker hingegen ermögliche "Lagenstärken und Merkmalsgrößen, die dem, was mit FDM möglich ist, um Welten voraus sind." Nachteil sei der Preis: Ein SL-Drucker "kann leicht zehntausende oder sogar hunderttausende US-Dollar kosten". Ihr Ziel sei gewesen, mit Form 1 einen erschwinglichen SL-Drucker zu entwickeln, erklären die Entwickler, eine Gruppe von Designern und Technikern des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Form 1 baut Werkstücke bis zu einer Größe von 12,5 x 12,5 x 16,5 Zentimeter auf. Die Lagenstärke beträgt 25 Mikrometer. Details an dem Werkstück können 300 Mikrometer groß sein. Zum Vergleich: Der Replicator 2, der neue 3D-Drucker von Makerbot, baut 100 Mikrometer dicke Lagen.

Erfolg bei Kickstarter

Das Gerät sei fertig, schreiben die Entwickler. Sie brauchten aber Geld, um die Serienproduktion des 3D-Druckers zu starten. Das wollten sie über ein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter aufbringen. Ziel war, bis zum 26. Oktober 100.000 US-Dollar zu bekommen. Am Tag nach dem Start haben knapp 400 Interessenten bereits über 530.000 US-Dollar zugesagt.

Einen Form 1 bietet Formlabs für US-Kunden ab knapp 2.300 US-Dollar und für Interessenten im Rest der Welt für knapp 3.000 US-Dollar. Noch vor Beginn der Produktion sind bereits etwa 200 Geräte vorbestellt. Die ersten 3D-Drucker will das Unternehmen im Februar 2013 ausliefern.

Nachtrag vom 29. Oktober 2012, 11:19 Uhr

Das Kickstarter-Projekt von Formlabs war überaus erfolgreich: Statt der beabsichtigten 100.000 US-Dollar hat Formlabs 2,94 Millionen US-Dollar von über 2.000 Spendern bekommen. Die ersten rund 1.000 Geräte sollen Anfang kommenden Jahres ausgeliefert werden. In Kürze will Formlabs auch Vorbestellungen über die Website annehmen. Ein Form-1-3D-Drucker soll regulär knapp 3.300 US-Dollar kosten.


MikeMan 29. Okt 2012

Nein, das nimmst Du zu wörtlich. Aber ein 3D-Drucker mit den technischen Fähigkeiten des...

Avdnm 29. Okt 2012

Tatsächlich ist es nur eine Stelle (m->c) Lesen, denken, schreiben.... (ducken...

stoneburner 29. Okt 2012

da gibts einige ansätze: wenns sehr ergonomisch sein soll, einfach aus knetmasse einen...

kojote 05. Okt 2012

Afaik $ 150 / l und ob du das einfach so importieren kannst bleibt fragwürdig. Aber du...

Technikfreak 29. Sep 2012

Da gab es doch schon vor ca. 10 Jahren mal ein Projekt, wo mittels Kunstharz und Laser...

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