3D-Drucker Der Ultimaker bekommt einen Doppelextruder

Eine der Attraktionen auf der Cebit ist der Stand des Unternehmens Ultimaker: Dort präsentieren die Niederländer ihren gleichnamigen 3D-Drucker. Der kann künftig zweifarbig drucken.

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Der Andrang ist groß am Stand des niederländischen Unternehmens Ultimaker (Halle 9, Stand J09): Viele Cebit-Besucher wollen zusehen, wie die 3D-Drucker, die die Niederländer mitgebracht haben, Becher, Büsten oder kleine und große Roboter aufbauen.

Der Ultimaker baut per Schmelzschichtung (Fused Deposition Modeling, FDM) Objekte bis zu einer Größe von 21 x 21 x 21 Zentimetern. Er verarbeitet die Kunststoffe Polymilchsäure (Polylactic Acid, PLA), auch als flexibles PLA, und Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS). Zudem kann eine Mischung aus Kunststoff und Holz genutzt werden. Einige Nutzer druckten auch mit Nylon, erzählt ein Mitarbeiter des Unternehmens im Gespräch mit Golem.de. Das Gerät selbst ist 34 x 35,5 x 39 cm groß. Die Komponenten des Holzgehäuses sind mit einem Lasercutter ausgeschnitten.

Baupläne im Netz

Die Elektronik basiert auf der des 3D-Druckers Reprap und nutzt ein Arduino-Board. Wie der Reprap ist auch der Ultimaker ein Open-Source-3D-Drucker. Alle Baupläne sowie die Software seien im Internet verfügbar, sagt der Mitarbeiter. Die Nutzer seien aufgefordert, sich an der Verbesserung und Weiterentwicklung des Gerätes zu beteiligen.

  • 3D-Drucker Ultimaker im Einsatz (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In Kürze bekommt der Ultimaker eine Erweiterung, die einen Zweifarbdruck ermöglicht. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Druckkopf ist schon für eine zweite Düse vorbereitet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Modifizierbar: Das Gerät ist Open Source und kann vom Nutzer selbst umgebaut werden. Andere Seitenteile ermöglichen beispielsweise den Aufbau größerer Objekte. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
3D-Drucker Ultimaker im Einsatz (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Anders als etwa beim wenige Meter weiter präsentierten Fabbster bewegt sich die Arbeitsplattform nicht, sondern wird nur abgesenkt, damit das Werkstück in der Höhe gebaut werden kann. Der Druckkopf bewegt sich seitwärts sowie nach vorne und hinten. Die höchste Druckgeschwindigkeit liegt bei 150 Millimetern pro Sekunde. Normal soll aber eine Geschwindigkeit von 50 bis 100 Millimetern pro Sekunde sein.

Heizplatte im Eigenbau

Der Drucker verarbeitet zwar auch ABS. Derzeit gibt es für das Gerät aber keine beheizbare Arbeitsplattform, die dafür sorgt, dass das Werkstück langsamer abkühlt und sich beim Abkühlen nicht verzieht oder Risse bekommt. Der Drucker sei jedoch dafür eingerichtet, die nötigen Anschlüsse seien vorhanden. Auch die Software unterstütze eine solche Plattform, sagt der Mitarbeiter.

Da der Drucker quelloffen sei, könnten die Nutzer eine beheizbare Plattform in Eigenregie bauen. Ultimaker entwickelt nach Angaben des Mitarbeiters auch selbst eine, wann sie erhältlich sein wird, ist aber noch unklar.

Zwei Farben oder zwei Materialien

In etwa ein bis zwei Monaten will das Unternehmen eine Erweiterung herausbringen, die es ermöglicht, mit zwei Drahtrollen zu arbeiten. Dazu gehört eine Düse sowie das Transportsystem für den Draht. Die Halterung des Druckkopfes hat bereits die nötigen Bohrungen, so dass die zweite Düse einfach anzubringen ist. Mit dem Doppelextruder könne der Ultimaker zweifarbig drucken, sagt der Mitarbeiter. Es sei aber auch möglich, ein zweites Material zu verarbeiten, etwa ein wasserlösliches, mit dem sich Strukturen zur Unterstützung bauen ließen, die anschließend ausgewaschen würden.

Den Drucker gibt es in zwei Ausführungen: als Bausatz und fertig montiert. Der Bausatz sei für etwa 1.200 Euro zu haben, die Komplettversion für 1.700 Euro, erklärt der Mitarbeiter. Mitgeliefert wird auch die Software Cura. Das ist ein sogenannter Slicer, der eine 3D-Datei in Schichten aufteilt. Anhand dieses Schichtmodells baut dann der 3D-Drucker ein Objekt auf. Es kommt per USB direkt vom Computer in den Drucker. Das Gerät hat zudem einen SD-Karteneinschub. Die Datei kann also auf die Karte kopiert werden, die der Drucker dann ausliest.

Zum fertigen Drucker gehört noch ein Controller, mit dem sich der Drucker steuern lässt - der fehlt im Bausatz. Ultimaker empfiehlt den fertig montierten Drucker, da dieser schon so eingerichtet sei, dass er die volle Auflösung von etwa 100 Mikrometern schaffe. Die Auflösung des Bausatzes sei zunächst geringer. Der Käufer könne das Gerät aber so modifizieren, dass es ebenfalls die 100 Mikrometer schaffe.

Größer oder süß drucken

Ohnehin lässt sich an dem Drucker viel modifizieren: So hätten einige Nutzer neue Seitenteile konstruiert, damit der Drucker größer werde, sagt der Mitarbeiter. Damit könnten sie höhere Objekte drucken. Auch Ultimaker selbst hat einen Drucker so modifiziert: An seinem Stand zeigt das Unternehmen eine Figur, die den Standard-Ultimaker überragt.

Selbst für Feinschmecker könne der Ultimaker angepasst werden, erzählt der Mitarbeiter. Ein Besitzer habe den Extruder durch eine Spritze ersetzt, die er mit Schokolade gefüllt habe. Dann habe er mit seinem 3D-Drucker Schokoladenfiguren hergestellt.


petergriffin 09. Mär 2013

ich hatte hier auch nen Ultimaker, es war mir allerdings einfach nicht möglich gleichmä...

DerNamenlose01 08. Mär 2013

"Heizplatte im Eigenbau Der Drucker verarbeitet zwar auch ABS. " der satz scheint mir...

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