3D-Druck Ein Ohr aus Biotinte

Mit einem Laserscanner, Biotinte aus tierischen Knorpelzellen und einem 3D-Drucker haben US-Forscher eine Ohrmuschel aus Knorpel hergestellt. In einigen Jahren sollen solche Implantate Kindern mit fehlgebildeten Ohren implantiert werden.

Anzeige

Wissenschaftler von der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York haben ein Ohr mit Hilfe eines 3D-Druckers aus einer Biotinte aufgebaut. Künftig sollen die künstlich hergestellten Ohren Kindern, die ohne Ohrläppchen zur Welt kommen, implantiert werden.

Zunächst wird dafür ein 3D-Scan des Kopfes mit Ohr erstellt - für den Prototyp mussten die fünfjährigen Zwillinge von Projektleiter Lawrence Bonassar Modell sitzen. Anhand dessen wird von einem 3D-Drucker ein dreidimensionales Ohr erstellt, das als Form für das neue Ohr dient.

Die Form wird mit einer Biotinte gefüllt, die lebendige Zellen enthält: Sie besteht aus einem Collagen, das aus Rattenschwänzen gewonnen wurde, und 250 Millionen Knorpelzellen von Kühen. So aufgefüllt kommt die Form in einen Brutkasten und es entsteht ein Gebilde aus Zellen in der Form des Ohrs. Das Collagen dient dabei als Gerüst, auf dem die Knorpelzellen wachsen.

Ohr in der Form

Das Auffüllen der Form dauere etwa eine halbe Stunde, nach einer weiteren Viertelstunde könne das Ohr aus der Form genommen werden, sagt Bonassar. Danach bleibe das Ohr einige Tage in einer Nährlösung und könne dann implantiert werden.

Bei den Versuchen, die die Forscher in einem Aufsatz in dem Open-Access-Magazin Plos One beschreiben, dienten Ratten als Versuchstiere. Nach etwa zwei Monaten hatten die Knorpelzellen das Collagen ersetzt, und es war ein festes und dennoch biegsames Stück Knorpel entstanden, das wie echt aussah.

Implantat für Kinder

Gedacht sind die Ohrprothesen für Kinder, die mit einer Ohrmuschelfehlbildung zur Welt kommen. Bislang wird den Kindern Knorpel aus dem Brustkorb entnommen und daraus eine Ohrmuschel geformt. Das ist ein kompliziertes Unterfangen, und das Ergebnis ist nicht so schön wie ein natürliches Ohr.

Bis ein Ohrläppchen auf diese Weise hergestellt und einem Menschen implantiert werde, dauere es noch einige Jahre, sagte Bonassar dem National Public Radio. Aber nicht mehr allzu lange. "Mit Glück fünf, nicht zehn oder zwanzig."


anwelti 25. Feb 2013

eine Sache der Erziehung!

phex 25. Feb 2013

... Fingernägel zur Bekämpfung von lästigem Nagelspliss herstellen kann." Aber so ist und...

kroete 23. Feb 2013

Das ist ein kompliziert es Unterfangen, und das Ergebnis ist nicht so schön wie ein...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior BI Solutions Architekt (m/w)
    SolarWorld AG, Bonn
  2. IT-Spezialist (m/w) für Anwendungsentwicklung
    Versicherungskammer Bayern, München
  3. Release- und Projekt-Manager mobile - international (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. IT-Projektleiter/in
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Robotik: Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern
Robotik
Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern

Der Roboter Geminoid soll bald nur durch Gedanken bewegt werden. Aber bei den Experimenten im Labor von Hiroshi Ishiguro geht es um mehr: Ishiguro will zeigen, dass Brain-Computer-Interfaces besser funktionieren, wenn das gesteuerte Objekt humanoid ist.

  1. Human Robots Roboter, menschengleich

Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Schenker XMG P724 17-Zoll-Notebook mit Grafikleistung einer GTX 780 Ti
  2. Eurocom M4 13,3-Zoll-Notebook mit 3.200 x 1.800 Pixeln und i7-4940MX
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test: Groß, schwer, aber praktisch
Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test
Groß, schwer, aber praktisch

Mit Stiftbedienung, viel Leistung und großem Display ist das Samsung Galaxy Note Pro 12.2 vor allem für den Business-Alltag entwickelt worden. Doch auch für Schüler und Studenten kann das Tablet interessant sein.

  1. Apple vs. Samsung 102 US-Dollar für die Autokorrektur
  2. Smartphones Die seltsame Demo des 30-Sekunden-Ladegeräts
  3. Apple vs. Samsung Apples Furcht vor großen Bildschirmen

    •  / 
    Zum Artikel