29C3: Der Hacker ist des Tamagotchis Tod
Bei der Suche nach dem Sinn ihres Lebens mussten einige Tamagotchis ihr Leben lassen. (Bild: Natalie Silvanovich)

29C3 Der Hacker ist des Tamagotchis Tod

Wie kann ich mit meinem Tamagotchi andere schwängern? Wie mache ich es unendlich glücklich? Die Sicherheitsexpertin Natalie Silvanovich stellte sich der Aufgabe, das kleine nervige Spielzeug zu hacken. Dabei gingen einige drauf.

Anzeige

Natalie Silvanovich wollte beim Tamagotchi mogeln. Sie wollte ihr Spielzeug für immer unendlich glücklich machen und andere Tamagotchis im Vorbeigehen über die Infrarot-Schnittstelle schwängern. Die Sicherheitsexpertin bei RIM wollte aber auch wissen, was in dem kleinen Spielzeug steckt. Vor allem reizte es sie, ein Gerät zu hacken, das nur eine einzige Schnittstelle hat.

  • Ausgeweidete Tamagotchis  (Bild: Natalie Silvanovich)
  • Der im Tamagotchi verbaute Chip  (Bild: Natalie Silvanovich)
  • Die Platine des Tamagotchi  (Bild: Natalie Silvanovich)
Ausgeweidete Tamagotchis (Bild: Natalie Silvanovich)

Die zweite Generation der kleinen elektronischen Nervensägen kann viel mehr als ihre älteren Geschwister, die nur gefüttert und gestreichelt werden mussten, damit sie glücklich sind. Sie werden erwachsen, gehen zur Schule, erlernen einen Beruf und gründen eine Familie. Dazu interagieren sie mit ihren Mit-Tamagotchis über eine IR-Schnittstelle. Mögen sich also zwei Tamagotchi-Besitzer, kann das Spielzeug virtuelle Kinder bekommen. Wer die zusätzlich erhältlichen kleineren Figuren kauft, erhält weitere kleinere Spiele.

IR-Signale abgehört

Silvanovich ist bei RIM für Sicherheit zuständig und muss in ihrem Beruf versuchen, Software zu hacken. So begann sie sich auch für ihr Tamagotchi namens TamaTown Tama-Go zu interessieren. Das Problem: Das kleine elektronische Gerät hat nur eine einzige IR-Schnittstelle.

Sie griff den Datenverkehr zwischen zwei Tamagotchis ab, indem sie eine Arduino-Platine dazwischen schaltete. Dazu musste sie mit dem internen Timer der Platine experimentieren. Sie konnte dann aber die IR-Signale korrekt dekodieren und den übertragenen Code interpretieren, etwa die Namen, die sich beide Tamagotchis senden.

Geschenke und Nachwuchs über Infrarot

Über die IR-Schnittstelle konnte Silvanovich dann ihr Tamagotchi beschenken, um es glücklich zu machen, etwa mit einem CD-Player. Zu viele einseitige Geschenke zerstören aber die Freundschaft zwischen zwei Tamagotchis, fand sie heraus. Sie bemerkte auch, dass fast alle Tamagotchis miteinander eine Partnerschaft eingehen können, denn sie haben mehrfache Geschlechtsmarker.

Schließlich wollte Silvanovich wissen, welche Hardware in dem Spielzeug steckt. Sie versuchte zunächst, die Schicht aus Epoxidharz auf dem Chip zu entfernen, erzählt sie. Ein Versuch mit Aceton zerstörte eine gesamte Platine. Sie folgte einem Tipp aus einem der diversen Tamagotchi-Foren und versuchte es mit Essstäbchen - vergebens. Nachdem sie ein weiteres Tamagotchi im Ofen zerstörte, um das Epoxidharz weich zu bekommen, wandte sie sich an den befreundeten Hacker Travis Goodspeed, der die Schutzschicht mit Säure entfernte.

Chip erkannt! 

joypad 03. Jan 2013

Echt arm Frau Silvanovich! Solche Dinge haben wir echten Entwickler in unserer Kindheit...

kikimi 02. Jan 2013

... und Spaß dabei hat :) Ich hab den Talk live erlebt und ihren Enthusiasmus hat man...

Hotohori 31. Dez 2012

Da es ihr Job ist, ist es zumindest für sie so etwas wie ihr Grundbedürfnis. ;)

qim 30. Dez 2012

Nein, sie hat während des Vortrags auch erwähnt, dass man die unmöglichsten Antworten...

Kommentieren



Anzeige

  1. Leiter Delivery IT Services (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, München, Frankfurt/Main, Hamburg oder Berlin
  2. Data Integration Expert (m/w) / Data Modeler (m/w)
    Siemens AG, Munich
  3. Senior ERP Projekt Manager (m/w)
    HSO Enterprise Solutions GmbH, verschiedene Standorte
  4. Senior Software Engineer Mobile (m/w)
    MaibornWolff GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Weiche Landung

    Automatik-Fallschirm für Drohnen

  2. Google Apps for Business

    Sprint steigt bei Googles App-Programm ein

  3. Verkehrsbehörde

    Mitfahrdienst Uber in Hamburg gestoppt

  4. Cyberattacke

    Hacker stiehlt Nutzerdaten von Wall Street Journal und Vice

  5. Quartalsbericht

    Facebook mit hohem Gewinn und starkem Nutzerwachstum

  6. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  7. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  8. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  9. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  10. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel