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Die Fülle der Linux-Distributionen ist mittlerweile schier unüberschaubar.
Die Fülle der Linux-Distributionen ist mittlerweile schier unüberschaubar. (Bild: David Stanley/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Betreutes Surfen mit Kim Jong-un

Religion und Ideologie sind mitunter zwei Seiten derselben Medaille. Das lässt sich nicht nur an Zeitrechnungen ablesen. Während Europäer das Jahr 2016 nach Christi Geburt zählen, befinden sich die Nordkoreaner laut Chuch'e-Ideologie im Jahre 105 nach Kim Il-sungs Geburt. Ein Fakt, dem auch der Kalender von Red Star OS Tribut zollt, einem auf Fedora basierenden Linux-Derivat, das OS X ähnelt und im nordkoreanischen Intranet zu Hause ist. Ins richtige Internet will der Chef seine Bürger nicht lassen, auch sonst lässt sich eher von "betreuter Computerarbeit" sprechen.

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Zu den Funktionen von Red Star OS 3.0 gehört es, Dokumente und Bilder mit einem Wasserzeichen zu versehen, das die verschlüsselte Seriennummer der Festplatte als Basis verwendet. So lässt sich für das Regime nachvollziehen, welchen Weg ein Dokument auf den Rechnern der Nutzer nimmt. Im Zweifelsfall kann der eingebaute Virenscanner auch mit Hilfe einer schwarzen Liste bestimmte Dokumente zensieren.

  • Yggdrasil gehörte zu den frühen Linux-Distributionen und ließ sich von einer CD starten. (Bild: Wikipedia, User: Ralfk - CC-BY-SA 3.0)
  • Ein tschechisches Blog erlaubt noch einen nachträglichen Eindruck von Evil Entity, das Enlightenment als Desktopumgebung nutzte, aber inzwischen nicht mehr unter uns weilt.(Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Nicht nur beim Booten verzichtet Devil-Linux auf eine grafische Oberfläche.(Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Ubuntu Satanic Edition (Webseite) zielt vor allem auf Heavy-Metal-Anhänger ab, hat aber leider bereits Rost angesetzt. Dafür ist freie Heavy-Metal-Mucke eingebaut. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Christian Edition setzt auf verschiedene Sorten von Bibelstudien-Software. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Moksha-Radiance ist eines der Themes für den Moksha-Desktop. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Idyll mit Flakgeschützen: Nordkoreas Linux-Macher verstehen volles Rohr was von Romantik. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die rote Fahne von Red Flag Linux flatterte nur eine Dekade lang. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Tiny Core Linux ist modular und braucht in der einfachsten Variante sehr wenig Platz. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Puppy gehört zu den Klassikern unter den Linux-Winzlingen und heißt nach einem Chihuahua. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Webseite von Justin Bieber Linux, das auf einem 4chan-Gag basiert. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Macher von Hannah Montana Linux haben sich beim Theme ziemlich reingehängt. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Macher vom Deepin-Linux haben einen eigenen Desktop entwickelt. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
Idyll mit Flakgeschützen: Nordkoreas Linux-Macher verstehen volles Rohr was von Romantik. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)


Die Hacker, welche das System auf dem 31C3 vorgestellt haben, sind sich nicht sicher, ob das System auch Hintertüren enthält, schließen aber nicht aus, dass diese tief im System versteckt sind oder über Updates auf die Rechner gelangen. Sie bescheinigen Red Star OS aber auch, dass die Entwickler viel Gehirnschmalz in das System gesteckt haben. Für Fans ideologisch aufgeladener Kunst liegen auch einige interessante Wallpaper bei.

Unter der roten Flagge

Für Red Flag Linux, einem seit 1999 in China entwickelten Linux-Derivat auf Fedora-Basis, gibt es keine Berichte über eingebaute Überwachungstechnologien. Allerdings berichtete "Associated Press" 2008, dass die Regierung Internetcafés in Nanchang 2008 dazu zwingen wollte, von Windows auf Red Flag zu wechseln. Ein Sprecher von Red Flag erklärte jedoch, das gelte nur für die Server-Seite, um die Nutzerzahlen besser zu bewältigen und einen Virenschutz zu erhalten.

Um China autark von Windows zu machen und zugleich ein sicheres Betriebssystem zu erhalten, begann die Akademie der Wissenschaften 1999 mit der Arbeit an Red Flag Linux. In den folgenden Jahren entstand eine passende Firma, erschienen mehrere kommerzielle Releases und schloss die Firma Partnerschaften unter anderem mit Compaq, Oracle und HP. Die Distribution setzte auf KDE als Desktop, es gab zudem ein Abkommen mit Trolltech, um einen Ableger für Embedded-Systeme zu schaffen.

  • Yggdrasil gehörte zu den frühen Linux-Distributionen und ließ sich von einer CD starten. (Bild: Wikipedia, User: Ralfk - CC-BY-SA 3.0)
  • Ein tschechisches Blog erlaubt noch einen nachträglichen Eindruck von Evil Entity, das Enlightenment als Desktopumgebung nutzte, aber inzwischen nicht mehr unter uns weilt.(Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Nicht nur beim Booten verzichtet Devil-Linux auf eine grafische Oberfläche.(Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Ubuntu Satanic Edition (Webseite) zielt vor allem auf Heavy-Metal-Anhänger ab, hat aber leider bereits Rost angesetzt. Dafür ist freie Heavy-Metal-Mucke eingebaut. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Christian Edition setzt auf verschiedene Sorten von Bibelstudien-Software. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Moksha-Radiance ist eines der Themes für den Moksha-Desktop. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Idyll mit Flakgeschützen: Nordkoreas Linux-Macher verstehen volles Rohr was von Romantik. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die rote Fahne von Red Flag Linux flatterte nur eine Dekade lang. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Tiny Core Linux ist modular und braucht in der einfachsten Variante sehr wenig Platz. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Puppy gehört zu den Klassikern unter den Linux-Winzlingen und heißt nach einem Chihuahua. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Webseite von Justin Bieber Linux, das auf einem 4chan-Gag basiert. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Macher von Hannah Montana Linux haben sich beim Theme ziemlich reingehängt. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
  • Die Macher vom Deepin-Linux haben einen eigenen Desktop entwickelt. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
Die rote Fahne von Red Flag Linux flatterte nur eine Dekade lang. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)


2006 soll Red Flag Linux schließlich über einen Marktanteil von 80 Prozent unter den Linux-Distributionen verfügt haben. Nachweisen lässt sich das nicht. Der 2014 angemeldete Konkurs der Firma Red Flag Software lässt aber Zweifel an der landesweiten Linux-Beflaggung aufkommen, ein IDC-Analyst machte den geringen Bekanntheitsgrad und die Konkurrenz von Red Hat und Suse Linux Enterprise für die Pleite mitverantwortlich.

Damit ist die Linux-Geschichte in China allerdings nicht zu Ende. Im Jahr 2014 wies die chinesische Regierung ihre Behörden an, für neu angeschaffte Rechner künftig kein Windows 8 mehr zu nutzen. Der neue Stern am Linux-Himmel heißt Kylin. Das gibt es in verschiedenen Versionen, eine davon ist ein offizielles Ubuntu-Derivat.

Cuba libre

Ebenfalls auf Ubuntu basierte Nova-Linux, eine kubanische Linux-Variante, ursprünglich kam Gentoo zum Einsatz. Noch 2009 sah Hector Rodriguez, Chef der Informatik-Universität in Havanna (UCI), eine Linux-Verbreitung von 20 Prozent in Kuba und peilte für 2014 die Marke von 50 Prozent an.

Doch auch Nova habe den Betrieb eingestellt, heißt es im entsprechenden Distrowatch-Eintrag, die Webseite sei nicht mehr erreichbar. Das stimmt zwar, dennoch erschien im Herbst 2015 laut Softpedia eine neue Version 5.0 von Nova, und die UCI gab Ende Mai 2016 bekannt, auf diese zu wechseln.

Unlizenzierte Windows-Versionen existieren auf Kuba zwar weiterhin, aber zumindest für Universitäten und Behörden wünscht sich Kuba einen Wechsel auf Linux. Selbst wenn das Land die Lizenzgebühren an Microsoft zahlen könnte und wollte, verhinderte auch das langjährige Embargo der USA gegen Kuba, dass Windows offiziell auf die Insel gelangte. Erst ab 2015 lockerten die USA das Embargo

Welches Ubuntu die Nova Lightweight Edition 2015 verwendet, ließ sich nicht herausfinden, Ubuntu 14.04 dürfte für den Job infrage kommen. Laut Softpedia soll jedenfalls der mitgelieferte Installer die Installation vereinfachen und setzt die Distribution auf die Guano-Desktop-Umgebung, einen LXDE-Fork. Wenn aber die Rechner auf Kuba so alt sind wie die dort herumfahrenden Autos, dürfte selbst der schlanke Guano-Desktop bei einigen angegrauten Modellen an seine Leistungsgrenzen stoßen.

 Für Teufel, Satanisten und ChristenDie lieben Kleinen 

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quadronom 23. Sep 2016

Und wie soll das gehen? Da gibts doch keinen Registrywert für, wo man beliebige Pfade zu...

kosst.amojan 17. Sep 2016

Hab eine Titan X (nicht die neue Pascal, sondern die normale) . GW2 hat als min...

Spiritogre 14. Sep 2016

Bitte nicht "läuft nicht" mit, der Hersteller bietet keine Treiber für neue Systeme an...

Spiritogre 29. Aug 2016

Gleiche Antwort wie im anderen Thread wo du ähnliches geschrieben hast. Das ist toll für...

Dummer Mensch 27. Aug 2016

Google einfach mal nach UniOS ist relativ lustig ;)

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