Ein Mann rollt in London einen Teppich aus.
Ein Mann rollt in London einen Teppich aus. (Bild: Chris Jackson/Getty Images)

Der undurchsichtige Edge Rank

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Facebook will, dass sich seine Nutzer stärker einbringen. Also ändert das Unternehmen Mitte 2012 seinen Algorithmus, der auswertet, wie sich Nutzer beteiligen. Das Ergebnis: Die Mitglieder sehen noch weniger Meldungen als bisher. Je größer die Interaktion eines Nutzers mit anderen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser Nutzer im eigenen Newsfeed die Statusupdates der Personen sieht, mit denen er interagiert hat. Interagiert er mit einem anderen wenig, werden ihm dessen Statusupdates kaum noch angezeigt.

Der Algorithmus wird vermutlich auch aus einem anderen Grund angepasst: Facebook hat seine Promoted Posts eingeführt. Gegen Bezahlung kann ein Nutzer damit die Reichweite seiner Statusupdates erhöhen. Trotzdem ist der Nutzer dem Algorithmus nicht hilflos ausgeliefert.

Wer nicht zahlen will, dem bleibt nur eines: Die Statusupdates anderer öfter liken oder teilen. Dann hat derjenige gute Chancen, im Newsfeed dieser Nutzer zu erscheinen und die Meldungen dieser Nutzer zu Gesicht zu bekommen.

Dasselbe gilt für Unternehmensseiten. Abgestraft werden die Seiten, deren Statusupdates von anderen wenig geliked oder geteilt werden. Das Ergebnis: Die Reichweite sinkt und die Mitteilungen erreichen immer weniger Fans. Manche Seitenbetreiber berichten von einer Reichweitenverminderung auf die Hälfte.

Unternehmen müssen sich also genauso anstrengen wie Privatleute, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen - entweder durch Bezahlung oder durch bessere Nutzereinbindung. Attraktive Inhalte, die von den Nutzern als teilens- und kommentierenswert erachtet werden, erhöhen die Chance, dass zukünftige Beiträge im Newsfeed dieser Nutzer sichtbar sein werden.

Facebook will Klarnamen

Im Sommer 2012 wird Facebook zum Geheimdienst und will Nutzer ausfindig machen, die mit einem Pseudonym angemeldet sind. Dazu werden die anderen Nutzer gefragt: Ist dieser Freund mit seinem richtigen Namen angemeldet?

Die Netzgemeinde spricht von Stasibook, einige Nutzer fühlen sich von der Frage belästigt. Facebook beendet die Umfrage. In den Nutzungsbedingungen des Unternehmens heißt es aber weiterhin: "Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an und wir benötigen deine Hilfe, damit dies so bleibt."

Facebooks Datenpanne, die keine ist

Wie schnell sich das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken ändert, müssen Facebook und seine Mitglieder ebenfalls 2012 feststellen. Im September 2012 sind laut einigen Nutzern plötzlich angeblich private Nachrichten aus den Jahren vor 2009 in ihrer Timeline zu sehen. Von einer Datenpanne bei Facebook sprechen Datenschützer.

Das Unternehmen muss sich sogar vor der französischen Regierung rechtfertigen. Die bestellt Mitarbeiter des Konzerns ein. Facebook soll erklären, "wie es zu der Annahme zahlreicher Nutzer habe kommen können, dass ihre privaten Daten nicht vertraulich behandelt worden seien".

Alles nicht wahr, sagt Facebook. Aus technischer Sicht sei es gar nicht möglich, dass alte private Nachrichten auf der Timeline zu sehen sind, es handele sich um alte Wallposts. Mit der Umstellung auf die Timeline seien die Nutzer auch darauf hingewiesen worden, dass es passieren könne, dass solche alten Wallposts wieder veröffentlicht werden. Um private Nachrichten handele es sich nicht.

Über Wallposts kommunizierten in den ersten Jahren viele Nutzer miteinander. Nachrichten konnten direkt auf die Pinnwand eines anderen geschrieben werden, sichtbar für alle oder beschränkt sichtbar nur für die beiden Nutzer. Nach und nach wurden private Gespräche zunehmend als Direktnachrichten geschickt.

 Das Hoch und Runter an der BörseEine Milliarde Facebook-Bewohner 

Juergen123 22. Feb 2013

Warten wir einfach mal ab, welche weitere Aktion Zuckerberg und Co. ausrollen werden. Wer...

Hu5eL 03. Jan 2013

Leider funktioniet das nicht "umgedreht". Würde gerne Ohne zu Liken, trotzdem die ganzen...

babbo2108 30. Dez 2012

So siehts aus

JohnMilton 29. Dez 2012

Deine Ausführungen basieren auf falschen Annahmen. 1. Stereotype sind nichts, was man...

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