2012: Die Verschwindetricks der Social Engineers
Verschwindetrick auf traditionelle Art (Bild: George W. Hales/Getty Images)

Ziel der Scammer war das Twitter-Konto

Anzeige

Auch das Passwort für Honans Twitter-Account forderten die Hacker an und verbreiteten darüber rassistische Tweets. Über den iCloud-Account setzten sie iPhone, iPad und Macbook zurück und löschten schließlich auch sein Google-Konto. E-Mails, Familienfotos, alles sei weg, beklagt Honan. Die Angreifer hatten es zwar nur auf sein Twitter-Konto abgesehen, löschten aber alles andere, damit Honan ihn nicht wieder zurückbekommen würde.

Letztendlich benötigt Apple nur die Rechnungsadresse und die letzten vier Zahlen der Kreditkarte, um einen Zugang zurückzusetzen, wie das Unternehmen auf Anfrage von Wired bestätigte. Wie die Betrüger daran gekommen waren, erfuhr Honan später von ihnen selbst. Sie tauschten sich über Honans neuen Twitter-Account aus.

Erst Amazon-, dann Google- und Apple-Konten

Honans Rechnungsadresse erfuhren die Hacker durch einen einfachen Whois-Lookup seiner privaten Domäne. Genauso gut hätten sie aber öffentliche Verzeichnisse im Internet durchforsten können, schreibt Honan. Den wiederkehrenden Namen "mhonan" in seinen diversen E-Mail-Adressen erfuhren sie über seinen Twitter-Account.

Die benötigten Ziffern seiner Kreditkartennummer holten sich die Hacker bei Amazon. Dort hatte Honan ebenfalls ein Konto. Zunächst riefen die Betrüger beim Support an und gaben die Rechnungsadresse, die E-Mail-Adresse und den Namen an. Nach erfolgreicher Authentifizierung verlangten sie, dem Konto eine zweite Kreditkartennummer hinzuzufügen, und gaben eine - natürlich gefälschte - Nummer durch.

Später riefen sie nochmals dort an, gaben an, keinen Zugang zum Konto mehr zu haben und gaben wieder Rechnungsadresse, Name, E-Mail-Adresse und die neue Kreditkartennummer an. Daraufhin konnten sie dem Konto eine zweite E-Mail-Adresse hinzufügen, an die dann ein neues Passwort versendet wurde. Damit ausgestattet, loggten sie sich ein und erfuhren die Ziffern, die sie für die Authentifizierung bei Apple benötigten.

Es war nicht persönlich gemeint

Sie hätten es nicht auf ihn persönlich abgesehen, schrieb ihm einer der Betrüger später. Sie hätten nur sein Twitter-Konto kapern wollen. Es hätte schlimmer kommen können, schrieb der zerknirschte Journalist, denn er habe zahlreiche einflussreiche Namen in seiner Kontaktliste, die ebenfalls hätten angegriffen werden können. Er trauere aber um die unwiederbringlich gelöschten Fotos seiner Familie, vor allem seiner kleinen Tochter, die er seit ihrer Geburt gesammelt hatte. Auch sein Ruf als IT-Journalist habe gelitten.

Dem Hacker habe sein Tun später leidgetan, schreibt Honan. Nicht er, sondern sein Kumpel habe Honans Daten gelöscht, teilte der Angreifer mit. Auf die Frage Honans, warum er den Hack eigentlich durchgeführt habe, antwortete er lapidar, er wolle auf die Schwachstelle hinweisen. Die Hackerethik besagt allerdings, dass öffentliche Daten genutzt und private Daten geschützt werden müssen.

 2012: Die Verschwindetricks der Social EngineersFalscher Paul Allen verschafft sich Kontozugang 

NeverDefeated 08. Jan 2013

Ich war am Anfang meines Studiums der einzigste Student meines Jahrgangs, der jeden Tag...

Gungosh 03. Jan 2013

Gesundheit reicht eigentlich völlig aus, um on- und offline klarzukommen und sich nicht...

Wary 31. Dez 2012

Selbstverständlich gehört ein Backup in die "Cloud". Vermutlich weißt du weder was man...

Baron Münchhausen. 27. Dez 2012

Am meisten wurden Donuts geklaut ... In den USA... Bei den Polizisten... Umgerechnet ein...

Baron Münchhausen. 27. Dez 2012

Wenn einer ein Zauberstab dabei hat und ihr nicht bei einer Zauberershow seid, dann ist...

Kommentieren



Anzeige

  1. Gruppenleiter (m/w) für Software-Qualitätsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  2. SAP Process Manager Logistics (m/w)
    Adler Pelzer Gruppe, Witten
  3. Softwareentwickler (m/w)
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen
  4. Inhouse Consultant (m/w) RightNow (Oracle Service Cloud)
    MS E-Business Concepts & Services GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Pangu 1.0.1

    Jailbreak für iOS 8.1

  2. Gratiseinwilligung für Google

    Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein

  3. John Riccitiello

    Ex-EA-Chef ist neuer Boss von Unity Technologies

  4. Android Wear

    Moto 360 und G Watch erhalten Update

  5. Digitale Dividende II

    Bundesnetzagentur will DVB-T ab April 2015 beenden

  6. Security

    Gefährliche Schwachstellen im UEFI-Bios

  7. Broadcom

    Chips für Router mit G.Fast sind fertig

  8. Canon Filmkamera

    EOS C100 Mark II mit Dual-Pixel-AF und besserem Sucher

  9. Samsung

    Galaxy-Geräte mit Knox für US-Regierung zertifiziert

  10. Sammelkarten

    Hearthstone erst 2015 auf Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  2. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars
  3. Raumfahrt Asteroidensonde Hayabusa-2 ist startklar

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

    •  / 
    Zum Artikel