Spieletest: Catan - die erste Insel

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Umsetzung des Brettspiels
Umsetzung des Brettspiels
Das Brettspiel "Die Siedler von Catan" wurde über 1.5 Millionen mal in Deutschland verkauft - Seit 1995 denkt Klaus Teuber, der Erfinder, an eine Umsetzung für den PC. Dank Ravensburger Interactive und Funatics Development ist es nun endlich soweit.

Der Hintergrund ist ähnlich dem des Brettspiels. Ein friedliebendes Fischervolk wird durch mordende Scharen von seinem Kontinent vertrieben und sucht sein Glück auf der sagenumwobenen Insel Catan, eine Insel mit fruchtbarem Ackerboden und reich an Bodenschätzen. Unglücklicherweise wird das Schiff des Königs im Sturm von den Fluten verschlungen und die Überlebenden sind nach 40 Tagen völlig am Boden zerstört, als Catan am Horizont erscheint. Ein Wettstreit unter den Fürsten - wer Catan am schnellsten und mit größtem Erfolg besiedelt - soll entscheiden, wer zukünftig König sein wird.


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Die Aufgabe des Spielers ist nun, Catan zu besiedeln und dabei sogenannte Siegpunkte zu sammeln. Das geschieht auf Inseln aus achteckigen Feldern, die verschiedene Rohstoffe produzieren. Diese Felder sind mit Zahlen von zwei bis zwölf markiert und wenn der Spieler eine Siedlung oder Stadt an einem solchen Feld besitzt und es wird die entsprechende Zahl gewürfelt, kann er die Rohstoffe nutzen. Damit lassen sich neue Straßen und Siedlungen bauen, wofür es dann Siegpunkte gibt. Wird die sieben gewürfelt, ist auch der Dieb mit von der Partie und ferne Inseln sind dank der integrierten Seefahrer-Erweiterung erreichbar.

So weit so gut, aber auf dem Weg nach oben ist man nicht allein. Mindestens zwei Mitspieler versuchen, einem das Leben schwer zu machen. Sie können aber auch ungewollt helfen, denn man kann nicht alle Rohstoffe in ausreichendem Maß besitzen, weswegen der Handel wohl der wichtigste Aspekt im Spiel ist. Die Computerspieler reichen dabei von gutgläubig bis gerissen und besitzen so viel Intelligenz, daß sie sich merken, wer sie betrogen oder beschimpft hat und ob sie mit diesem Spieler noch handeln wollen. Ihren Unmut geben sie dann auch lautstark zum Ausdruck.


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Der Kommunikation stehen da beträchtliche Mittel vom Ansprechen eines Spielers mit Lob und Tadel über für den Handel wichtige Ausrufe bis hin zum Gebrabbel in den Bart zur Verfügung. Ob es auch Auswirkungen auf die Computerspieler hat, sei dahingestellt - bei schnellen Händlern ist es jedenfalls ein fast reales Durcheinander. Aber erst mit menschlichen Mitspielern wird es wirklich interessant, denn alleine siedeln wird schnell langweilig. Deswegen gibt es viele Möglichkeiten: bis zu sechs Spieler können an einem PC, im lokalen Netzwerk und im Internet gegeneinander antreten.

Für Spieler, die erst einmal alleine üben wollen, bietet Catan mehrere Spielvarianten. In den Szenarios für Einzelspieler können die Form und Größe der Insel, die Gegenspieler, deren Anzahl und die Siegbedingungen festgelegt werden. Eine Kampagne bietet vielfältige Aufgaben vom Basisspiel bis zur Entdeckung neuer Inseln mit reichhaltigen Rohstoffen - Gold, wofür man sich nach Belieben einen der Standard-Rohstoffe wählen kann.


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Die Grafik ist im allgemeinen recht einfach gehalten. Es gibt zwei Ansichten, die auch dem Brettspiel entsprechen und eine Detailansicht, in der man den Siedlern beim Schafe hüten oder Bäume fällen zuschauen kann. Wegen der Übersicht sind aber die ersten beiden am sinnvollsten. Die Benutzeroberfläche ist leicht verständlich und der Spieler kann alle wichtigen Informationen auf einen Blick erfassen, so daß man sich sehr schnell auf Catan heimisch fühlt. Nur daß die Spieler keinen Unterleib haben, wirkt etwas komisch.

Fazit:
Catan - die erste Insel ist eine sehr genaue Umsetzung, so sollten Brettspieler keine Probleme haben und können sich ohne weiteres ins Internet stürzen und rund um die Erde siedeln. Einsteiger können heimlich für den nächsten Abend üben, aber das Brettspiel sollte es nicht ersetzen, auch wenn das Aufbauen der Insel bei weitem schneller vonstatten geht - ein zünftiger Abend am Spieltisch ist in Sachen Atmosphäre nicht zu überbieten. [Alexander Vock]



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