GPL-Verstöße Sony will mit Busybox-Ersatz die GPL umgehen

Ein Sony-Entwickler will einen Ersatz für Busybox entwickeln und unter eine BSD-ähnliche Lizenz stellen. Der Grund: Verstöße gegen die GPL, unter der Busybox steht, werden zu streng geahndet und verunsichern damit die Hersteller.

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Der Sony-Angestellte Tim Bird hat im Embedded-Linux-Wiki ein Projekt angestoßen, um einen Ersatz für die Software Busybox zu erstellen. Der Busybox-Ersatz soll unter eine möglichst BSD-ähnliche Lizenz gestellt werden. Der Grund sei die Verunsicherung der Hersteller, die mit der Verwendung von Busybox gegen gegen die GPL verstoßen haben. Die bislang auferlegten Strafen seien über das Ziel hinausgeschossen, sagte Bird.

Strafen zu drakonisch

Bird will den Code der Software Toybox als Basis für das noch unbenannte neue Projekt verwenden. Dessen Code sei minutiös darauf geprüft worden, dass er kein GPL-Code enthalte und somit nicht durch dessen rechtliche Pflichten belastet sei, sagte Bird.

Busybox sei wegen seiner Nützlichkeit in zahlreichen eingebetteten Systemen vorhanden und werde auch von Herstellern eingesetzt, die nicht immer gewissenhaft die Bedingungen der GPL umsetzten. Die Ahndungen bei Verstößen gegen die GPL seien aber nicht immer nachvollziehbar, erklärte Bird. Dazu gehören eine unabhängige Revision von Quellcode oder das Recht der Busybox-Entwickler, Module in der Software abzulehnen. In einigen Fällen sollten die Begutachter auch Teile von Quellcode überprüfen, die nichts mit Busybox zu tun hätten. Das verunsichere die Hersteller zu sehr, schreibt Bird. Der frühere Kernel-Entwickler Tim Bird ist bei Sony für den Einsatz von Linux in dessen Produkten verantwortlich.

Busybox-Ersatz ohne unnötige Funktionen

Das neue Projekt soll weitgehend mit den Funktionen von Busybox abgestimmt werden und als Ersatz dienen. Zunächst soll innerhalb eines halben Jahres der Status der ersten stabilen Version von Busybox erreicht werden. Letztendlich soll eine Werkzeugsammlung entstehen, die auf unnötige Funktionen von Busybox verzichtet.

Außerdem soll das Projekt auch die unter Android eingesetzte Werkzeugsammlung Toolbox ergänzen. Diese Software sei so unvollständig, dass zahlreiche Anwender auf Busybox zurückgriffen, schreibt Bird. Da Google versuche, auf GPL-Software im Userspace unter Android zu verzichten, wäre es sinnvoll, Birds Projekt gleichzeitig um die Funktionen von Android-Toolbox zu erweitern und mit zusätzlichen Funktionen auszustatten.

Busybox als GPL-Legitimation

Busybox stellt eine komprimierte Sammlung von Basisbefehlen für Linux/Unix bereit, etwa Dateisystemwerkzeuge. Die Entwickler der Werkzeugsammlung zogen mehrfach weltweit vor Gericht, um die GPLv2 einzuklagen, unter der Busybox steht. In einigen Verfahren wurden Grundsatzurteile zur Legitimation der Copyleft-Lizenz gefällt.

Allerdings ist die GPLv2 bei Verstößen gegen die GPL äußerst eindeutig: Das Nutzungsrecht erlischt sofort dauerhaft und kann nur durch die Lizenzgeber erneut erteilt werden. Die GPLv3 hingegen räumt bei einem Verstoß ein provisorisches Nutzungsrecht ein, bis der Lizenzgeber diese explizit aufkündigt. Sollte sich der Lizenzgeber nicht innerhalb von 60 Tagen melden, bleibt das Nutzungsrecht in Kraft.


rommudoh 01. Feb 2012

Vollste Zustimmung! Nervt mich auch jedes Mal.

nicoledos 31. Jan 2012

Richtig, was das Original und dessen Modifikation betrifft. Nur passt man als Hersteller...

Atalanttore 31. Jan 2012

Die einzige Aufgabe dieser "Developer-Community" wäre dann, Busybox unter BSD-Lizenz...

Atalanttore 31. Jan 2012

Die Rechtabteilung von Sony ist nur darauf ausgelegt, dass Recht so zu drehen wie Sony es...

Der Kaiser! 31. Jan 2012

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