Berlintrojaner: Berliner Innensenator zahlt 280.000 Euro für Trojaner
Innensenator Frank Henkel (links) und Bürgermeister Klaus Wowereit (Bild: Thomas Peter/Reuters)

Berlintrojaner Berliner Innensenator zahlt 280.000 Euro für Trojaner

Die Berliner Regierung hat einen Trojaner zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung bei der Firma Syborg bestellt. Die Piratenpartei hielt dagegen, dass Behörden bereits einen richterlichen Beschluss an VoIP-Anbieter wie Skype schicken und dann mithören könnten.

Anzeige

Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hat einen Trojaner zur Überwachung der Internettelefonie bestellt. Das hat Henkel am 27. Januar im Abgeordnetenhaus erklärt. Die Berliner Piraten hatten die Quellen­-Telekommunikationsüberwachung zum Thema einer Großen Anfrage ihrer Fraktion gemacht.

Christopher Lauer, der innenpolitische Sprecher der Piratenfraktion, sagte: "Henkel gab zu, dass Berlin von der Firma Syborg eine Software zur Überwachung von Computern anschafft. Dafür wurden 280.000 Euro bezahlt. Der Innensenator spricht von Rechtsgrundlagen. Aber: Die engen Grenzen, die das Bundesverfassungsgericht für den Einsatz von Quellen-Telekommunikationsüberwachung und Onlinedurchsuchung vorgegeben hat, verunmöglichen eine verfassungsgemäße technische Umsetzung. Die Installation einer solchen Software auf einem Computer beweist, dass der Computer manipulierbar ist und führt dadurch ein Beweisverfahren ad absurdum." Er forderte Henkel dazu auf, die Software nicht einzusetzen. "Der potentielle Kollateralschaden ist nicht absehbar", sagte er.

Behörden könnten einen richterlichen Beschluss an VoIP-Anbieter wie Skype schicken und daraufhin mithören. Die konventionellen Ermittlungsmöglichkeiten seien also gesichert. Die Piraten seien dagegen, weiterhin Geld in eine Technik zu stecken, welche keine Verbrechen verhindert, aber maßgeblich in die digitale Intimsphäre der Bürger eingreift, so Lauer.

Der Chaos Computer Club hatte erst am 8. Oktober 2011 aufgedeckt, dass der Staatstrojaner 0zapftis illegale Funktionen enthält. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2008 gegen einen Staatstrojaner für die Onlinedurchsuchung in Nordrhein-Westfalen geurteilt. Danach wurde an einer geänderten Variante der Spionagesoftware gearbeitet, die als "Quellen-TKÜ-Software" jedoch ausschließlich zur Überwachung von VoIP verwendet werden darf. Doch 0zapftis konnte weit mehr als das.


r3verend 30. Jan 2012

Sicherlich alles Ironie.. Aber was wenn nicht?

Prypjat 30. Jan 2012

Du warst doch garnicht gemeint. Ich meinte die Leute, die genügend macht dazu hätten...

spambox 28. Jan 2012

Damit ist das Geld für den Trojaner verpufft. Der Verantwortliche muss zurücktreten!!! #sb

dabbes 28. Jan 2012

und weitere 280.000 unsinnige Schulden. Ja Berliner, ihr habts drauf ! Über den...

matok 28. Jan 2012

Vielleicht gibt's ja dann bald einen Trend zum Darknet?

Kommentieren




Anzeige

  1. Traineeprogramme und Junior-Stellen bei Coca Cola, L'Oréal, Procter und Gamble u.v.m.
    access KellyOCG GmbH, Frankfurt
  2. Softwareentwickler (m/w)
    Geosecure Informatik GmbH, Bonn
  3. IT-Projektleiter im technischen Infrastrukturbereich (m/w)
    ADAC e.V., München
  4. Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Sicherheit in Informationssystemen
    Universität Passau, Passau

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spielebranche

    Crytek verkauft Homefront mitsamt Studio an Koch Media

  2. Anonymisierung

    Projekt bestätigt Angriff auf Tors Hidden Services

  3. Amazon

    Marketplace-Händler verliert Klage gegen schlechte Bewertung

  4. Groupon

    Gnome und die Tücken das Markenrechts

  5. Secusmart/Blackberry

    Krypto-Handys mit vielen Fragezeichen

  6. Selbsttötung

    Wieder ein toter Arbeiter bei Foxconn

  7. Linux

    Opensuse Factory wird Rolling-Release-Distribution

  8. Bau-Simulator 2015

    Schwere Maschinen am PC

  9. Gericht

    Kim Dotcom muss Filmindustrie sein Vermögen offenlegen

  10. Smartphone-Markt wächst

    Samsung verkauft weniger Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google: Youtube und der falsche Zeitstempel
Google
Youtube und der falsche Zeitstempel
  1. Spielevideos Google soll 1 Milliarde Dollar für Twitch.tv zahlen
  2. Videostreaming Youtube-Problem war ein Bug bei Google
  3. Videostreaming Telekom sieht Youtube-Problem erneut bei Google

Liebessimulation Love Plus: "Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
Liebessimulation Love Plus
"Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
  1. PES 2015 angespielt Neuer Ball auf frischem Rasen
  2. Metal Gear Solid - The Phantom Pain Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

    •  / 
    Zum Artikel