Meinungsfreiheit Twitter führt länderspezifische Zensurinfrastruktur ein

Twitter bereitet eine länderspezifische Zensurinfrastruktur vor. Mit dem internationalen Wachstum sei es notwendig, sich in den einzelnen Ländern den dort herrschenden Vorstellungen von Meinungsfreiheit anzupassen.

Anzeige

"Tweets must flow", titelt Twitter in einem Blogeintrag und verkündet darin doch das Gegenteil, nämlich die Einführung einer länderspezifischen Zensurinfrastruktur. Twitter könne in manchen Ländern nur existieren, wenn man sich den dort geltenden Vorstellungen von Meinungsfreiheit anpasse. Und diese Vorstellungen unterschieden sich vom sehr weitgehenden US-Verständnis des Konzepts zum Teil deutlich.

In manchen Ländern seien die Unterschiede zwar klein, es gebe aber aufgrund kultureller und historischer Besonderheiten bestimmte Einschränkungen. Letzteres trifft beispielsweise auf Deutschland und Frankreich zu, wo "Pro-Nazi-Inhalte" zensiert würden, wie Twitter es zusammenfasst.

Bislang konnte Twitter auf solche Einschränkungen der Meinungsfreiheit nur global reagieren, Tweets konnten nur komplett im System gesperrt werden. Das soll sich nun ändern, denn Twitter hat jetzt die Möglichkeit, einzelne Inhalte nur für Nutzer in bestimmten Ländern zu sperren.

Dabei verspricht Twitter allerdings Transparenz und will anzeigen, wann und warum ein Tweet gesperrt wurde. Dazu setzt Twitter zudem auf eine engere Zusammenarbeit mit Chilling Effects, wo solche Eingriffe in die Meinungsfreiheit plattformübergreifend dokumentiert werden.

Zum Einsatz kommt die neue Technik bislang nicht.

Nachtrag vom 27. Januar 2012, 11:00 Uhr

Um festzustellen, aus welchem Land ein Nutzer kommt, zieht Twitter allerdings nicht die IP-Adresse des Nutzers heran, sondern die Ländereinstellung im Nutzerprofil, wie Twitters europäische Pressesprecherin Rachel Bremer Netzwertig.com erläuterte. Twitter gibt Nutzern damit bewusst die Möglichkeit, die Sperren leicht zu umgehen.


Charles Marlow 28. Jan 2012

Ich hatte auch dann kein Problem, als Twitter dem Regime in Saudi-Arabien die...

motzerator 27. Jan 2012

Solche blöden Filter bekommt ein Mensch immer umgangen. Ars(hlecken!!!

__destruct() 27. Jan 2012

In Deutschland herrscht Meinungs- und Redefreiheit, solange man sich im gesetzlichen...

__destruct() 27. Jan 2012

Das im drittletzten Satz passt irgendwie nicht zu dem, das du in den letzten beiden...

likely 27. Jan 2012

Das ist immer noch besser, als wenn Twitter gesperrt wird. So können sie über die...

Kommentieren


Eviltux. IT & Gesellschaft / 27. Jan 2012

Meinungsfreiheit nur noch länderspezifisch bei Twitter



Anzeige
  1. Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (m/w)
    santix AG, München
  2. Softwareentwickler in den Bereichen PHP, Java, .NET, C#, C++, Objective-C…
    proQrent GmbH, Böblingen (Reisebereitschaft)
  3. Junior-Produktmanager (m/w)
    Franzis Verlag GmbH, Haar bei München
  4. Testingenieur (m/w) für Hard- und Software für den 3D-Laser Scanner
    FARO Europe GmbH & Co. KG, Korntal-Münchingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Facebooks Regeln

    Fleischwunde ja, aber bloß keine Brüste

  2. Test PS Vita und Spiele

    Totgeburt oder Ausstattungswunder?

  3. iCloud

    Apple baut Rechenzentrum neben Facebook

  4. Mobile App

    Betrüger bucht bundesweit von 85.000 Konten ab

  5. Flightgear 2.6.0

    Open-Source-Flugsimulator mit verbesserter KI


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 165 | letzter Beitrag 10:20 Uhr

  2. Kommentare: 123 | letzter Beitrag 09:34 Uhr

  3. Kommentare: 106 | letzter Beitrag 22.02. 16:07

  4. Kommentare: 105 | letzter Beitrag 10:11 Uhr

  5. Kommentare: 79 | letzter Beitrag 22.02. 10:28

Mehr


  1. Linksys Entertainment Bridge WES610N

    WLAN für Fernseher, Konsolen und Mediaplayer

  2. Onlive Desktop Plus

    Der schnellste Browser fürs iPad kann auch Flash

  3. Nike

    Basketballschuhe messen Sprunghöhe

  4. Mozilla Firefox

    Add-on Builder 1.0 und Add-on SDK 1.5 veröffentlicht

  5. Packprogramm

    Winzip für Windows mit Cloud-Anbindung

  6. Patent

    Canon könnte an spiegellosem Kamerasystem arbeiten

  7. Patente

    Microsoft legt gegen Motorola Beschwerde bei EU ein

  8. Prozessoren

    AMDs Piledriver mit neuem Taktgeber kommt über 4 GHz

  9. Facebooks Regeln

    Fleischwunde ja, aber bloß keine Brüste

  10. Flightgear 2.6.0

    Open-Source-Flugsimulator mit verbesserter KI



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Superkleber: Geckskin haftet wie ein Gecko
Superkleber
Geckskin haftet wie ein Gecko

Haftet super, lässt sich leicht entfernen und hinterlässt keine Spuren: US-Wissenschaftler haben möglicherweise den Superklebstoff der Zukunft entwickelt. Vorbild war der Fuß eines Geckos.

  1. Lidar Laserbilder zeigen Auswirkungen eines Erdbebens
  2. Wearables Die Textilfaser wird zum Stromspeicher
  3. Forschung Daten mit Hitze schneller speichern

Chinesischer Forschungschip: 16-Core-CPU mit Message Passing
Chinesischer Forschungschip
16-Core-CPU mit Message Passing

Auf der Fachkonferenz ISSCC haben chinesische Forscher einen RISC-Prozessor mit 16 Kernen vorgestellt. Statt mit herkömmlicher Speicherverwaltung arbeitet das Design mit Message Passing, das per Hardware gesteuert wird. Ziel sind effizientere Supercomputer.

  1. Transactional Memory Intels Haswell kommt 2013 mit neuer Speicherverwaltung
  2. Roadmap AMD will mehr SoCs statt immer mehr Kerne
  3. Sieben neue CPUs Kleiner Leistungsschub bei Intel

EuGH: Acta soll vor den europäischen Gerichtshof
EuGH
Acta soll vor den europäischen Gerichtshof

Die EU-Kommission legt Acta dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vor. Bis zu einer Entscheidung ist die Ratifizierung damit offenbar ausgesetzt.

  1. Alexander Alvaro "Die Acta-Verhandlungen waren desaströs"
  2. Acta ARD, ZDF und Gema fordern Acta-Unterzeichnung
  3. Geheimprotokoll Acta-Verweigerer erzürnen EU-Kommission

Zum Artikel