Drohnen: Jedes dritte US-Militärflugzeug ist unbemannt
Predator: Wer darf Drohnen wozu in den USA einsetzen? (Bild: General Atomics)

Drohnen Jedes dritte US-Militärflugzeug ist unbemannt

Das US-Militär hat in den vergangenen Jahren viele Drohnen angeschafft. Die meisten sind robotische Wurfgleiter. Die Bürgerrechtsorganisation EFF verlangt unterdessen Aufklärung darüber, wer Drohnen im Inland einsetzen darf und wozu.

Anzeige

Mehr als 30 Prozent der Flugzeuge des US-Militärs werden nicht mehr von einem Piloten im Cockpit gesteuert. Der Anteil der unbemannten Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) sei seit 2005 stark angestiegen, heißt es in einem Bericht des US-Parlaments: 2005 betrug er gerade mal 5 Prozent.

Allerdings weist der Bericht an dieser Stelle eine Unklarheit auf: Während im Fließtext von einem Anteil von 31 Prozent die Rede ist, listet ein Diagramm derzeit knapp 11.000 bemannte Flugzeuge und knapp 7.500 unbemannte auf. Demnach würde der Anteil der UAVs über 40 Prozent betragen.

16 Drohnentypen

Der Bericht listet 16 verschiedene Drohnen auf, die in den drei Waffengattungen des US-Militärs eingesetzt werden. Der größte Anteil entfällt dabei auf den Raven. Das US-Militär hat 5.346 dieser Kleindrohnen mit einer Spannweite von 1,4 Metern und einem Gewicht von weniger als 2 Kilogramm, die zur Aufklärung eingesetzt werden.

Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung sind das Haupteinsatzgebiet der Flugroboter. Der Anteil der Kampfdrohnen ist mit 241 eher gering. Künftig sollen Drohnen außerdem zum Betanken in der Luft, zur Rettung von Soldaten, die hinter die feindlichen Linien geraten sind, im Luftkampf sowie für die Sicherung des Nachschubs eingesetzt werden.

Inlandseinsatz

Drohnen werden indes nicht nur vom US-Militär eingesetzt. Zunehmend fliegen sie auch in den USA: Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection, CBP) überwache mit unbemannten Flugzeugen die Grenzen des Landes, Strafverfolgungsbehörden nutzten sie, um damit Straftaten wie Viehdiebstähle oder Drogenschmuggel aufzuklären oder nach Vermissten zu suchen, erklärt die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF).

Die EFF stört allerdings, dass die mit Überwachungsgerätschaften ausgestatteten Drohnen ohne behördliche Erlaubnis unterwegs sind. Jede Drohne, die höher als 400 Fuß (knapp 122 Meter) aufsteigen könne, brauche ein Zulassung der US-Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration, FAA). Es gebe aber, moniert die EFF, keinerlei öffentlich zugängliche Angaben darüber, ob die FAA solche Zulassungen erteilt habe.

Wer darf Drohnen einsetzen?

Sie hat im vergangenen Jahr das US-Transportministerium (Department of Transportation, DOT), dem die FAA unterstellt ist, aufgefordert, entsprechende Informationen zu veröffentlichen. Da das DOT dem nicht nachgekommen ist, hat die EFF vor einem kalifornischen Gericht Klage gegen das DOT eingereicht. Auf diesem Weg will die EFF herausbekommen, welchen Stellen die FAA erlaubt, in den USA Drohnen einzusetzen und zu welchen Zwecken.

Die Drohnen seien mit verschiedenen Kameras, Hitzesensoren oder Radar ausgestattet. Einige könnten auch Waffen tragen. Sie seien damit ein mächtiges Werkzeug für die Überwachung, mit dem der Betreiber jede Menge "Daten über die Bewegungen und Aktivitäten der Amerikaner sammeln" könne, erklärt Jennifer Lynch, eine bei der EFF beschäftigte Anwältin. "Da die Regierung politische Entscheidungen über den Einsatz dieser Fluggeräte fällt, hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, mehr darüber zu erfahren, wie und warum diese Drohnen dazu eingesetzt werden, um US-Bürger zu überwachen."


Charles Marlow 11. Jan 2012

Und wenn sie erst Roboter haben, die das Töten für sie übernehmen, werden sie wohl noch...

Endwickler 11. Jan 2012

Die fliegen schon von Anfang an, falls du mal die Geschichte der Luftfahrt anschaust...

JeanClaudeBaktiste 11. Jan 2012

kt

Kommentieren



Anzeige

  1. Applikationsentwickler (m/w) für die Designated Complaint Unit
    Siemens AG, Marburg
  2. Technical Inhouse Consultant E-Commerce-Systems (m/w)
    Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße
  3. Doktorand/in videobasierte Merkmalserkennung - Fußgängerverhalten
    Robert Bosch GmbH, Hildesheim
  4. Informatiker (m/w)
    Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Frankfurt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. IPv6

    Der holperige Weg zu neuen IP-Adressen

  2. Urheberrecht

    Täglich eine Million Löschanfragen an Google

  3. Oculus Rift

    Geld für gefundene Sicherheitslücken

  4. Microsoft

    Lumia 530 mit Dual-SIM kommt für weniger als 100 Euro

  5. Daimler

    Kein Carplay zum Nachrüsten bei Daimler

  6. Test Swing Copters

    Volle Punktzahl auf der Frustskala

  7. Übernahme

    Infineon kauft Mosfet-Hersteller für 3 Milliarden US-Dollar

  8. Microsoft

    Opera Mini wird Standardbrowser auf Nokia-Handys

  9. L Fino und L Bello

    LGs L-Serie mit Kitkat neu aufgelegt

  10. Anonymisierung

    Tor-Browser erhält Sicherheitscheck



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Surface Pro 3 im Test: Das Tablet, das Notebook sein will
Surface Pro 3 im Test
Das Tablet, das Notebook sein will
  1. Microsoft Surface Pro 3 ab Ende August in Deutschland erhältlich
  2. Windows-Tablet Microsoft senkt Preise des Surface Pro 2
  3. Microsoft-Tablet Surface Pro 3 gegen Surface Pro 2

Rogue angespielt: Das etwas bösere Assassin's Creed
Rogue angespielt
Das etwas bösere Assassin's Creed
  1. Ubisoft Abkehr von Xbox 360 und PS3 ab 2015
  2. Assassin's Creed Rogue Als Templer nach New York
  3. Assassin's Creed Unity Gameplay und Geschichte

Risen 3 im Test: Altbacken, aber richtig schön rotzig
Risen 3 im Test
Altbacken, aber richtig schön rotzig
  1. Risen 3 Die Magier der Donnerinsel

    •  / 
    Zum Artikel