Intel-Chef Paul Otellini zeigt Intels Smartphone-Referenzdesign.
Intel-Chef Paul Otellini zeigt Intels Smartphone-Referenzdesign. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Hands on Intels erstes Atom-Smartphone ausprobiert

Es erinnert verdächtig an ein iPhone, aber mit größerem Display: Intels Referenzdesign für Smartphones mit Atom-CPU. Das Gerät wirkt auf den ersten Blick recht flott, bemerkenswert sind die zahlreichen Schnittstellen.

Anzeige

"Es ist viel mehr als ein Referenzdesign", begeisterten sich die Mitarbeiter von Intels Demoteam bei Paul Otellinis Keynote-Ansprache. Dieser Eindruck ergab sich auch, als Golem.de eines der Geräte ausprobieren konnte.

Das Atom-Telefon - für das Intel sich ausnahmsweise keinen griffigen Codenamen ausgedacht hat - wirkt wie ein serienreifes Android-Gerät. Nur der simple silberne Kunststoffrahmen, dessen Fertigung aus Metall sich für die Kleinserie wohl nicht lohnt, fällt beim Anfassen negativ auf. Aber die Geschwindigkeiten beim Starten von Anwendungen, dem Abspielen von Videos, dem Öffnen von Bildergalerien und beim Surfen entsprechen dem Gefühl, das ein ARM-Smartphone mit einem Dual-Core-Prozessor bei 1 GHz vermittelt.

Dabei steckt im Referenzdesign nur ein Single-Core-Prozessor. Dieser Atom Z2460 arbeitet aber mit bis zu 1,6 GHz und unterstützt Hyperthreading. Dadurch stellt er sich dem Betriebssystem als Dual-Core-Prozessor dar. Bei älteren PC-Atoms war so bis zum 1,3fachen der Leistung eines Kerns zu erreichen - Benchmarks des Z2460 legte Intel aber noch nicht vor.

Das hohe Tempo ist dem Chiphersteller zufolge auch darauf zurückzuführen, dass Intel Android sehr weitgehend an seinen x86-Prozessor angepasst hat. Dazu hat Intel auch einige Entwickler aus seinem Windows-Team damit beauftragt, die Werkzeuge für die Softwareoptimierung auf Android zu übertragen.

  • Intel plant Atom-Tablets.
  • Motorola soll Atom-Smartphone bauen.
  • K800: Das erste Intel-Smartphone kommt von Lenovo.
  • Leistung von Medfield
  • Atom Z2460 hat mehr Rechenleistung, als man einst für die Mondlandung brauchte.
  • Intel-Chef Paul Otellini zeigt Intels Smartphone-Referenz-Design.
  • Die Laufzeit von Intels Atom-Smartphone
Intel-Chef Paul Otellini zeigt Intels Smartphone-Referenz-Design.

Diese Programmierer waren auch dafür verantwortlich, dass Intel-Smartphones nicht auf x86-Anwendungen angewiesen sind. In Intels Android arbeitet eine Emulation der ARM-Architektur, die manche Programme direkt ausführen kann - welche das genau sind, sagte Intel nicht.

Bei dem von Paul Otellini gezeigten Angry Birds konnte Golem.de das auch auf einem anderen Exemplar des Referenzdesings nachvollziehen. Zwar startete das Spiel spürbar langsamer als auf ARM-Smartphones, es lief danach aber genauso flüssig wie auf aktuellen Geräten. Das gilt zumindest bei den auf dem Testmuster schon freigespielten ersten drei Leveln.

Bemerkenswert waren die geringen Suchzeiten innerhalb von Videos, die auf dem Smartphone gespeichert waren. Ohne merkliche Verzögerung ließ sich mit einem Tippen zu einer anderen Stelle springen. Was die Intel-Telefone auch beherrschen sollen - und von Lenovo auch für das K800 vorgesehen ist -, konnte Intel auf der Messe aber noch nicht zeigen: Wireless Display für Smartphones.

Mit einem der bereits erhältlichen Empfänger für Wireless Display 2.0 (Widi) sollen die x86-Handys drahtlos Full-HD-Videos auf den Fernseher bringen können. Diese Adapter sollen sich zunehmend auch in Fernsehern und Blu-ray-Playern verbreiten, unter anderem baut sie LG in manche Fernseher schon ein. Von LG soll auch Intels Smartphone-Referenzdesign stammen, was Intel bisher aber nicht bestätigte.

Ist etwa beim Besuch bei Freunden kein Widi-Empfänger vorhanden, kann ein Atom-Smartphone auch per HDMI-Kabel angeschlossen werden. Dafür ist an dem Referenzdesign eine Buchse nach Micro-HDMI vorhanden, ebenso wie Micro-USB 2.0.

An der Ausstattung gibt es also kaum zu mäkeln - wenn sie denn so auch bei den Seriengeräten zu finden sein wird. Das gilt insbesondere für die Akkulaufzeiten, die viele Beobachter den Atoms nicht so recht zutrauten. Um hier Vertrauen aufzubauen, legte sich Paul Otellini in seiner Keynote vor tausenden Zuschauern fest: 6 Stunden mit Videos, 45 bei Musik und 8 Stunden Sprechzeit soll das Gerät erreichen.

Etwas arg hochgegriffen erscheinen lediglich die 14 Tage Standby, die Intel verspricht - das schaffen wohl auch Intels Android-Smartphones nur, wenn alle Hintergrundanwendungen und die Synchronisation ausgeschaltet werden.

Überprüfen lassen sollen sich diese Angaben noch im Jahr 2012 - dann sollen auch in den USA und vermutlich in Europa die ersten Atom-Smartphones erscheinen, die von Motorola hergestellt werden. Das erste x86-Smartphone, K800 von Lenovo, kommt zuvor nur in China auf den Markt.


tunnelblick 12. Jan 2012

ich denke, intel hat den namen "atom" dort einfach falsch gewählt. für android haben sie...

Crass Spektakel 12. Jan 2012

Wine läuft schon länger direkt auf Framebufferdevices. Dann gibts zwar kein 3D aber ein...

QDOS 11. Jan 2012

Ach darum ist jeder Intel x86-CPU seit Jahren intern ein RISC

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) Java
    CCV Deutschland GmbH, Hamburg
  2. Mitarbeiter (m/w) IT-Fachfunktion International Projects
    Daimler AG, Sindelfingen
  3. Software-Entwickler (m/w)
    Sedo Treepoint GmbH, Mengerskirchen bei Limburg
  4. Software Verification Engineer (FSW Testing) (m/w)
    Magna Powertrain, Lannach (Österreich)

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: Xbox One + 2 Controller + Forza Motorsport 5
    379,00€
  2. VORBESTELL-TOPSELLER: Interstellar [Blu-ray]
    17,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 31.03.
  3. TIPP: Saturn Online Only Offers (bis Montag 09 Uhr)
    (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. Beasty Blu-ray u. Hangover 3 Blu-ray je 3,99€, Man of...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Andrea Voßhoff

    Datenschutzbeauftragte jetzt gegen Vorratsdatenspeicherung

  2. Breitbandausbau

    "Wer Bauland will, fragt heute erst nach schnellem Internet"

  3. Dying Light

    Performance-Patch reduziert Sichtweite

  4. Project Tango

    Googles 3D-Sensor-Konzept verlässt Experimentierstatus

  5. Messenger

    Telefoniefunktion für Whatsapp erreicht erste Nutzer

  6. iTunes Connect

    Hallo, fremdes Benutzerkonto

  7. Sprachassistent

    Google Now bindet externe Apps ein

  8. Kartensoftware

    Google Earth Pro jetzt kostenlos

  9. Versicherung

    Feuer, Wasser, Cybercrime

  10. Die Woche im Video

    Autonome Autos, Spionageprogramme und Werbelügen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



HDR und Dolby Vision: Die vorläufige Rückkehr der dicken Fernseher
HDR und Dolby Vision
Die vorläufige Rückkehr der dicken Fernseher
  1. DVB-T2/HEVC Nur ein Betreiber will Antennen-TV in HD aufbauen
  2. Super Hi-Vision NHK will 13-Zoll-OLED mit 8K-Auflösung zeigen
  3. CoreStation Teufels teurer HDMI-Receiver passt hinter den Fernseher

Testplattform für Grafikkarten: Des Golems Zauberwürfel
Testplattform für Grafikkarten
Des Golems Zauberwürfel
  1. Maxwell-Grafikkarte Nvidia korrigiert die Spezifikationen der Geforce GTX 970
  2. Geforce GTX 960 Nvidias neue Grafikkarte ist eine halbe GTX 980
  3. Bis 4 GHz Takt Samsung verdoppelt Grafikspeicher-Kapazität

Grim Fandango im Test: Neues Leben für untotes Abenteuer
Grim Fandango im Test
Neues Leben für untotes Abenteuer
  1. Vorschau 2015 Von Hexern, Fledermausmännern und VR-Brillen
  2. Spielejahr 2014 Gronkh, GTA 5 und #Gamergate
  3. Day of the Tentacle (1993) Zurück in die Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart

    •  / 
    Zum Artikel