Linux Kernel 3.2 optimiert Dateisysteme

Im Linux-Kernel 3.2 haben die Entwickler um Linus Torvalds vor allem die Infrastruktur der Dateisysteme optimiert. Eine neue Funktion verbessert den Datendurchsatz des Netzwerkstacks.

Anzeige

Mit Bigalloc ist der serverseitige Einsatz des Dateisystems Ext4 optimiert worden. Btrfs erhält zahlreiche Funktionen und Erweiterungen, die dem Anwender bei Dateisystemfehlern mehr Handlungsfreiheit bieten. Ferner wurde die Prozessverwaltung mit Quotas ausgestattet, was auch dem Linux-Desktop zugutekommen soll.

Kernkomponenten

Die Prozesszuteilung wurde so verändert, dass die CPU-Nutzung gedeckelt werden kann. Damit können ganze Prozessgruppen gedrosselt werden, wenn ein gesetztes Kontingent überschritten wird. Das Kontingent besteht aus einem Zeitabschnitt (Period) und einer maximalen Nutzung von CPU-Zeit (Quota). Wird Letztere überschritten, erhält die Prozessgruppe erst nach Ablauf des Zeitabschnitts wieder Zugriff auf die CPU. Diese Funktion kommt unter dem Namen Process Bandwidth Controller in die Prozessverwaltung des Schedulers.

Um die Kommunikation zwischen Prozessen zu verbessern, wurde der Patch für Cross Memory Attach eingereicht. Er soll das Message Passing Interface (MPI) beschleunigen und damit den Overhead bei der Prozesskommunikation reduzieren. Künftig kommunizieren Anwendungen, die MPI nutzen, direkt miteinander statt über gemeinsam genutzten Speicher.

Die Verschlüsselung mit SHA1 auf 64-Bit-CPUs nutzt deren Befehlssatzerweiterungen SSE3 oder AVX. Damit soll der Datendurchsatz, etwa bei einer IPSec-Verbindung, um fast ein Viertel schneller sein.

Dateisysteme

Die Writeback-Funktion, die für das Schreiben von gepufferten Daten aus dem Speicher auf Datenträger zuständig ist, wurde mit effizienteren Algorithmen ausgestattet. Sie sollen die Entscheidungen darüber, wie viele Daten im Speicher gehalten werden können, verbessern und damit für eine schnellere und gleichmäßige Schreibgeschwindigkeit sorgen. Davon sollen auch das Netzwerkdateisystem NFS und RAIDs wie Just-a-Bunch-Of-Disks (JBOD) profitieren. Die Änderung soll beispielsweise auch bei der Nutzung des Kopierprogramms dd bemerkbar sein. Auch Anwender sollen laut Torvalds davon profitieren.

Ext4 erhält mit Bigallocs eine Option, mit der sich die Datenblöcke von den standardmäßigen 4 KByte auf 1 MByte erhöhen lassen. Das soll den Datendurchsatz bei großen Dateien steigern, führt aber auch dazu, dass der Speicherplatz weniger effizient genutzt wird, da jede Datei einen Block belegt. Diese Funktion ist nicht rückwärtskompatibel mit älteren Kernel-Versionen und muss beim Anlegen des Dateisystems aktiviert werden. Bigalloc kann in der aktuellen Werkzeugsammlung für die Verwaltung von Dateisystemen E2fsprogs 1.42 bereits mit dem entsprechenden Schalter -C genutzt werden.

Für Ext4 wurden ferner in memmove die Speicherregionen vergrößert, was die CPU-Last um 25 Prozent bei Direct-Input-Output-Schreibvorgängen verringern soll. Aus Ext 3 und 4 wurde oldalloc entfernt, ein veralteter Algorithmus zur Zuweisung von Dateiblöcken. Stattdessen wird standardmäßig der schnellere Orlov-Algorithmus verwendet. Die entsprechenden Mount-Optionen gibt es nicht mehr.

Robusteres Btrfs 

Wary 06. Jan 2012

IT-News von möchtegern-Profis für möchtegern-Profis!

AnotherVoice 06. Jan 2012

Nein, fread/fwrite arbeitet ja "streamorientiert". Du musst nur genügend Speicher...

Kommentieren




Anzeige
  1. Anwendungs- und Prozessberater/in
    HÜGLI NAHRUNGSMITTEL GMBH, Radolfzell
  2. System- und Netzwerkadministrator (m/w)
    Global Group Dialog Solutions AG, Idstein
  3. Fachinformatiker Multimedia (m/w)
    CT Creative Technology GmbH & Co. KG, Nürtingen
  4. Software-Entwickler (m/w) Windows embedded Systeme
    TRUMPF GmbH & Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Filesharing

    Schweiz will Internetsperren auf das Urheberrecht ausweiten

  2. Oslic und Oscad

    Ratgeber für freie Lizenzen

  3. Datenschutz-Grundverordnung

    Chaos Computer Club fürchtet Datenschutzauflösung durch EU

  4. 3M

    Quantenpunkte sollen LCDs farbiger machen

  5. Solar Impulse

    Solarflugzeug fliegt nach Dallas

  6. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung gestartet

  7. Linuxtag 2013

    Univention Absolventenpreis für Stauvermeidung

  8. Smartphones

    Kritik an Samsungs "rabiater Vorherrschaft"

  9. Steve Wilhite

    Ehrung für den Erfinder des "Jif"-Formates

  10. Seagate

    4-TByte-Festplatte für DVR und Videoüberwachung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Heavy Gear Assault: Mech-Action auf Basis der Unreal Engine 4
Heavy Gear Assault
Mech-Action auf Basis der Unreal Engine 4

Schon länger arbeitet das Entwicklerstudio Stompy Bot an einer Neuauflage von Heavy Gear als Computerspiel. Jetzt kann die Community das Projekt unterstützen: Via Kickstarter sollen mindestens 800.000 US-Dollar zusammenkommen.

  1. Energy Hook 1-Dollar-Kampagne auf Kickstarter erfolgreich
  2. Keyprop Schlüsselbund stützt Smartphone beim Filmegucken
  3. Son of Nor Indie-Abenteuer im Sand

Tallinn-Manual: Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern
Tallinn-Manual
Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

Das Tallinn-Manual der Nato, das im Cyberwar das Töten von Hackern erlaubt, beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. "Es obliegt nicht der Bundesregierung, eine breite gesellschaftliche Debatte über die Regeln zu führen", heißt es trocken.

  1. Cyberwar Experten halten Stuxnet-Einsatz für Gewaltanwendung
  2. Cyberwar BND errichtet Abteilung zur Abwehr von Hackerangriffen
  3. Cyber Defense Nato-Papier gibt Hacker zum Abschuss frei

Web Components: HTML-Elemente selber bauen
Web Components
HTML-Elemente selber bauen

Mit Web Components, die derzeit vom W3C standardisiert werden, kann sich jeder seine eigenen HTML-Elemente bauen - samt Aussehen und Logik - und sie wie Standardelemente in HTML-Dokumenten nutzen. Mit Googles neuer Bibliothek Polymer funktioniert das auch in den heute verfügbaren Browsern.

  1. Chrome 26 Beta Verbesserte Rechtschreibkorrektur und Template-Unterstützung

Zum Artikel