Virales Marketing Carrera-Bahn mit Wipeout-Gleitern und Quantenmechanik

Das Video eines bisher unbekannten japanischen Forschungsinstituts löst Diskussionen unter Fans von Wissenschaft und Videospielen aus: Ist es die Demonstration eines quantenmechanischen Effekts oder Werbung für Sonys neues Wipeout?

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Ausgerechnet Heiligabend tauchte auf einem neuen Youtube-Account ein Video auf, das angeblich eine Autorennbahn im Spielzeugformat auf Basis von schwebenden Supraleitern zeigt. Die Macher geben in dem Clip an, dass sie von Sonys Rennspielserie Wipeout inspiriert worden seien und die in den Spielen verwendeten Rennbahnen mit schwebenden Gleitern in der Realität nachbauen wollten.

Dabei spielt das Video geschickt mit bekannten Bildern aus der Welt der Wissenschaft und der Videospiele. Die schwebenden Gegenstände auf Basis von Supraleitern und dem Meißner-Ochsenfeld-Effekt hat wohl jeder mit Interesse an Physik schon einmal gesehen. Und die enormen Geschwindigkeiten auf spektakulären Rennbahnen bei Wipeout kennen vor allem Playstation-Spieler.

Mit vielen kleinen Details vermittelt das Video Glaubwürdigkeit. Da Supraleiter gekühlt werden müssen, ist zu sehen, dass wie beim Betanken eines Feuerzeugs angeblich flüssiger Stickstoff in das kleine Modell eines Wipeout-Gleiters gefüllt wird. Genau in der Wahl des Kühlmittels steckt aber schon der erste Hinweis auf den Fake: Die Dampfschwaden, die die Gleiter in Ruhe und bei Bewegung hinterlassen, sind seltsam gleichförmig und werden nicht verwirbelt - das deutet auf Computeranimation hin, wie unter anderem Cnet findet.

Nicht Forschung, sondern Marketing

Weiterhin ist auch eine derartige kleine Magnetschwebebahn mit Supraleitern, die der Clip offenbar darstellen soll, bisher nicht bekannt. Das Video verwendet zudem den Begriff der Quantenlevitation (engl.: quantum levitation), der erst kürzlich von der Universität Tel Aviv, ebenfalls per Youtube-Video, auf besondere Art demonstriert wurde. Der Supraleiter der israelischen Forscher bleibt auch über Kopf oder in Schräglage in einem Magnetfeld stabil.

Während dieses Video aber von der renommierten Wissenschaftsorganisation ASTC stammt, geben sich die Macher des Wipeout-Clips als Mitarbeiter des "Japan Institute of Science and Technology" (JIST) aus. Ein Organisation ähnlichen Namens gibt es zwar, sie heißt aber "Japan Advanced Institute of Science and Technology" (JAIST) und präsentiert sich zudem auch mit einem anderen Logo als dem im Video gezeigten. Auch der Youtube-Account "JISTQuantum", über den der Clip veröffentlicht wurde, hat bisher nur dieses Video zu bieten.

Zu all diesen Merkwürdigkeiten kommt noch, dass Sony am 22. Februar für die in Japan bereits erhältliche Konsole PS Vita das Spiel Wipeout 2048 veröffentlichen will. Auch der recht freizügige Umgang der angeblichen japanischen Forscher mit den Formen der Gleiter und der originalen Wipeout-Musik, alles urheberrechtlich geschützt, wäre für eine wissenschaftliche Demonstration recht unüblich.

Damit handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um virales Marketing - wirklich unklar ist nur noch, ob damit Wipeout 2048 oder ein gänzlich neues Spiel der Serie beworben werden soll. Am Ende des Clips ist der bisher nicht bekannte Name "Wipeout: Quantum" zu sehen. Wer will, darf das als Hinweis auf einen weiteren Wipeout-Titel für die PS3 oder andere Plattformen interpretieren. Dafür wäre es immerhin Zeit, die letzte Erweiterung "Wipeout HD Fury" für die PS3 erschien bereits 2009.


Nasenbaer 06. Jan 2012

Ne gerade nicht gut gemacht, da es auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass es sich um...

tribal-sunrise 05. Jan 2012

daneben liegt ne PS3 - insofern ...

DarioBerlin 05. Jan 2012

ja, das sieht auch schon bei 0:45 in der großaufnahme recht komisch aus. von allem ist...

nf1n1ty 05. Jan 2012

Weil es verdammt gut ist. ;)

Bady89 05. Jan 2012

In diese Kapseln kannst du alles füllen alter ! Sogar Sprühsahne ... ist also nich...

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