Botnetze Cutwail-Initiator "Google" enttarnt

Der Initiator des Botnets Cutwail ist enttarnt. Er war bislang nur unter seinem Alias "Google" bekannt. Seine Identität, Adresse und Telefonnummer sind in Chatprotokollen entdeckt worden.

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Er gab sich selbst den Alias "Google" und hat das Botnetz Cutwail aufgezogen. Nun ist der echte Name des Cutwail-Betreibers veröffentlicht worden. Der Blogger Brian Krebs hat Name, Adresse und Mobilnummer des Cutwail-Betreibers in Chatprotokollen entdeckt, die im Internet aufgetaucht sind. Sie stammen von Rechnern, die die russische Polizei beschlagnahmt hatte.

Mehrere Jahre lang war das Botnetzwerk Cutwail unter den drei aktivsten Spamversendern, wie Krebs schreibt. Laut einer Studie des Sicherheitsunternehmens M86 Security ist Cutwail aber inzwischen auf Platz eins vorgerückt und für 22 Prozent der täglichen Spammails verantwortlich.

"Google" verdiente etwa 134.000 Euro an Provisionen über diverse Konten bei Spamit.com, indem er Spammails über sein eigenes Botnetz versandte, um damit pharmazeutische Produkte zu verkaufen. Das Geld investierte er in die Ausweitung seines illegalen Netzwerks.

Die Spamit.com-Betreiber wollten "Googles" Botnetz ursprünglich dazu verwenden, ein neues Partnerprogramm namens Warezcash aufzuziehen, das Raubkopien von OEM-Software - hauptsächlich Windows - vertreiben sollte. Spamit.com wurde im Oktober 2010 geschlossen, nachdem Hacker Kundendaten veröffentlicht und russische Behörden Druck auf das Affiliate-Programm für Medikamente ausgeübt hatten. Die Chatprotokolle hielten die Unterhaltungen zwischen dem Spamit.com-Betreiber und "Google" aus dem Jahr 2007 fest.

Nachdem Spamit.com geschlossen worden war, vermietete "Google" sein Botnetz. Laut Krebs war die Vermietung für "Google" sehr viel lukrativer als der direkte Versand von Spam.

In einschlägigen Foren ist die Cutwail-Spam-Engine unter dem Namen 0bulk Psyche Evolution bekannt. Sie wird an Partner vermietet. Dafür erhalten die Partner Zugang zu der Cutwail-Infrastruktur und können über ein Webinterface den Versand von Spam steuern. Die University of California, Santa Barbara, und die Ruhr-Universität Bochum hatten im März 2011 eine detaillierte Analyse zu Cutwail veröffentlicht.

Insgesamt ist der Versand von Spam im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2011 waren 70,5 Prozent aller versandten Mails Spam, so wenig Spam wie zuletzt 2008. Zwischenzeitlich habe der Anteil bei 90 Prozent gelegen, erklärt der US-Softwarehersteller Symantec in seinem Sicherheitsbericht für das Jahr 2011.


elgooG 05. Jan 2012

Schade, hätte wissen müssen, dass niemand diese Selbstironie versteht. :-(

chuck 05. Jan 2012

-------------------------------------------------------------------------------- Och...

JeanMo 05. Jan 2012

Die sind von einem beschlagnahmten Rechner. Nicht von den ICQ Servern ... Und das ICQ...

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