NeTV öffnet HDMI-Verbindungen für Entwickler.
NeTV öffnet HDMI-Verbindungen für Entwickler. (Bild: Sutajio Ko-Usagi)

HDMI-Hacking NeTV schleust Daten in verschlüsselte HDMI-Signale ein

Andrew "Bunnie" Huang will mit NeTV verschlüsselte HDMI-Verbindungen öffnen, ohne dabei den Kopierschutz zu knacken. Demnächst soll eine Open-Source-Version des kleinen Kastens erscheinen, der seinerseits 119 US-Dollar kosten soll.

Anzeige

Mit dem NeTV lassen sich beliebige Webinhalte in einen HDMI-Video-Strom integrieren. Der kleine Kasten nutzt dabei den mittlerweile öffentlichen HDCP-Master-Key, um sich in eine verschlüsselte HDMI-Verbindung einzuklinken, ohne dabei den Kopierschutz zu knacken. Dabei wird das eingehende HDMI-Signal modifiziert, aber nicht entschlüsselt.

Beim NetV handelt es sich um ein Embedded-Linux-System auf Basis des ARM-Prozessors PXA168 von Marvell mit 800 MHz und einem Spartan-6-FPGA. Zudem sind 128 MByte RAM und ein MicroSD-Slot enthalten, um die Firmware auf einer entsprechenden Speicherkarte zu speichern. Die Stromversorgung erfolgt per Micro-USB und die Anbindung ans Netzwerk ist per WLAN nach 802.11g möglich. Zudem wird eine Infrarotfernbedienung mit sieben Tasten unterstützt.

Implementierung soll Urheberrechtsverletzungen ausschließen

Auf dem Angstrom-Linux des NeTV läuft die Browserengine Webkit, deren Inhalte per "Chroma-Key Video Compositing" in das HDMI-Signal geblendet werden. Die RGB-Farbe "240,0,240" wird dabei transparent dargestellt.

Der HDCP-Master-Key wird genutzt, um die privaten Schlüssel von Videoquelle und Ausgabegerät zu ermitteln und dann einzelne Pixel im HDMI-Datenstrom zu ersetzen. So kann das angezeigte Bild verändert werden, ohne den eigentlichen Kopierschutz zu knacken, so Bunnie. So hofft er, rechtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Das System ist bewusst so implementiert, dass es nicht ohne die öffentlichen Schlüssel von Quelle und Ziel funktioniert, es kann also selbst keine HDCP-Verbindung aufbauen. Der Nutzer soll so nachweisen müssen, dass er die für eine HDCP-Verbindung notwendigen, in lizenzierten Geräten vorhandenen öffentlichen Schlüssel erworben hat. Bunnie will sich so die "First Sale Doctrine" zunutze machen.

Software und Hardware ist Open Source

Der gesamte Exploit ist Open Source, einschließlich der Hardware und der Verilog-Implementierung des FPGA. Mit seiner neuen Firma Sutajio Ko-Usagi will Bunnie das NeTV demnächst auf den Markt bringen. Vorbestellungen des NeTV sind derzeit über Adafruit für 119 US-Dollar möglich. Geliefert wird allerdings ein Bausatz mit fertig getestetem Board, das noch in das beiliegende Gehäuse eingebaut werden muss, einschließlich Micro-USB- und HDMI-Kabel sowie eines USB-Netzteils.

Aus der Sicht der Linux-Computer emuliert der FPGA ein paralleles RGB-LCD, das aus Entwicklersicht wie ein Framebuffer aussieht und per I2C gesteuert werden kann. Damit kann auch in die EDID-Verhandlung eingegriffen werden, um der Videoquelle nur Modi anzubieten, die NeTV unterstützt, das sind die Auflösungen 480p, 720p und 1080p24.

Eingebauter Browser wird per Smartphone gesteuert

Da das NeTV Inhalte per Wekit darstellt und diese über das Videosignal blendet, lassen sich praktisch beliebige Inhalte per HTML und Javascript in das Videosignal integrieren. Die mitgelieferte Referenz-Firmware erlaubt es, Facebook- und Twitter-Feeds sowie SMS von Android-Smartphones einzublenden.

Da das NeTV mit Webkit bereits über eine eingebaute Browserengine verfügt, kann es auch zur Darstellung von Webseiten am Fernseher genutzt werden. Die Steuerung erfolgt dann über ein Smartphone, das als Fernsteuerung dient. Zudem können Bilder aus der Fotoapplikation von Android über das NeTV auf dem Fernseher angezeigt werden. Unterstützung für iOS soll bald folgen.

Die Refenrenz-Firmware basiert auf Angstrom-Linux und wird mit Openembedded und buildbot erzeugt. Das gesamte Build-System stellt Bunnie als Image für Amazons Cloud-Plattform EC2 zur Verfügung. Details zum NeTV finden sich im Kosagi-Wiki. Das Hardwaredesign steht unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 und ist unter sutajiokousagi.com/netv_hardware zu finden.


Jesper 01. Jan 2012

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.

SkyBeam 31. Dez 2011

Ich meinte eigentlich mehr die Tatsache, dass ich hier den beworbenen Browser per...

yeppi1 30. Dez 2011

Weiß ja niemand, ob du Zielgruppe von dem Ding bist. Ich hab mich allerdings im anderen...

WildBlue 29. Dez 2011

Du hast da ein wort zu viel stehen. So ist es richtig:

Kommentieren



Anzeige

  1. Objektleitung (m/w) für den IT-Service
    SRH Dienstleistungen GmbH, Neckargemünd
  2. JBoss Administrator (m/w)
    DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut
  3. HelpDesk Agent (m/w)
    Rickmers Holding GmbH & Cie. KG, Hamburg
  4. Fachreferent (m/w) HGÜ-Technik und Datenmanagement
    TenneT TSO GmbH, Bayreuth

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. A.I. - Künstliche Intelligenz (Steelbook) (exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€
  2. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (Steelbook) [Blu-ray] [Limited Edition]
    32,99€ - Release 23.04.
  3. Kinderfilme auf Blu-ray zu Ostern zum Aktionspreis
    (u. a. The Lego Movie 7,97€, Looney Tunes 7,97€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Streaming

    Fernbedienungen bekommen Netflix-Taste

  2. DNS/AXFR

    Nameserver verraten Geheim-URLs

  3. Lizenzklage

    "VMware wollte sich nicht an die GPL halten"

  4. Kabelnetzbetreiber

    Routerwahl soll zu Bruch des Fernmeldegeheimnisses führen

  5. Ineffiziente Leuchtmittel

    Erweitertes Lampenverbot tritt in Kraft

  6. Mini-PCs unter Linux

    Installation schwer gemacht

  7. Game Development

    Golem.de lädt zum Tech Summit ein

  8. Khronos Group

    Grafik-API Vulkan erscheint für die Playstation 4

  9. Mobilfunk

    Gericht untersagt verändertes SIM-Karten-Pfand

  10. League of Legends & Co

    Moba-Spieler investieren 24,92 US-Dollar in ihr Aussehen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Galaxy S6 Edge im Test: Keine ganz runde Sache
Galaxy S6 Edge im Test
Keine ganz runde Sache
  1. Smartphones Oppo arbeitet an neuer Technik für fast randlose Displays
  2. Samsung Pay Samsung will auf Gebühren beim mobilen Bezahlen verzichten
  3. Galaxy S6 und S6 Edge Samsung meldet 20 Millionen Vorbestellungen

Raspberry Pi im Garteneinsatz: Wasser marsch!
Raspberry Pi im Garteneinsatz
Wasser marsch!
  1. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster
  2. MIPS Creator CI20 angetestet Die Platine zum Pausemachen
  3. Raspberry Pi 2 Fotografieren nur ohne Blitz

Macbook Pro 13 Retina im Test: Force Touch funktioniert!
Macbook Pro 13 Retina im Test
Force Touch funktioniert!
  1. Macbook 12 mit USB 3.1 Typ C Dieser Anschluss ist besetzt
  2. Apple Macbook Pro bekommt fühlendes Touchpad
  3. Grafikfehler Macbook-Reparaturprogramm jetzt auch in Deutschland

  1. Re: Glühlampen, Staubsauger, Energiesparlampen...

    Teeklee | 16:26

  2. Re: Zylindertausch

    plutoniumsulfat | 16:25

  3. Re: Super Hinweis - versuche sofort freies Modem

    JensM | 16:25

  4. April, April,....

    plutoniumsulfat | 16:24

  5. Re: Wie wärs mit nem Modem?

    JensM | 16:22


  1. 16:09

  2. 15:47

  3. 15:02

  4. 13:23

  5. 13:13

  6. 12:00

  7. 11:53

  8. 10:41


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel