GnuPG Schlüssel mit gleicher ID erzeugbar

Für 32 Bit lange IDs von GPG-Schlüsseln lassen sich gezielt Kollisionen erzeugen. Die Schlüssel selbst sind jedoch unterschiedlich. Ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem besteht somit nicht.

Anzeige

Debian-Entwickler Asheesh Laroia gibt in seinem Blog bekannt, dass es möglich ist, GPG-Schlüssel mit der gleichen Short-ID zu erzeugen. Über die sogenannte Short-ID lassen sich Schlüssel beispielsweise auf Servern finden. Diese Short-IDs sind jedoch nur 32 Bit lang, eine Kollision also vergleichsweise einfach zu erzeugen. Der Entwickler Laroia rät deshalb zu mindestens 64 Bit langen IDs.

Problem bereits bekannt

Selbst mit geringer Rechenleistung ist es einfach, Kollisionen zu erzeugen. So benötigt das von Laroia geschriebene Programm nach eigener Aussage nur etwa drei Stunden auf einem Netbook, um alle möglichen Short-IDs zu durchlaufen und dazugehörige Schlüssel zu erzeugen.

Auf der Mailingliste Full Disclosure wurde dieses Problem mehrfach in diesem Jahr beschrieben. Es wurde auch ein Tool über Full Disclosure veröffentlicht, das GPG-Schlüssel mit einer vorgegebenen Short-ID erzeugen können soll. Darüber hinaus existiert ein Bugreport mit einem Patch für GPG, der dafür sorgt, dass nur noch längere IDs von GPG akzeptiert werden.

Aufmerksamkeit erzeugen

Um Aufmerksamkeit auf die Kollisionen zu ziehen, schlägt Laroia nicht ganz ernst gemeint vor, Schlüssel mit den IDs von PGP-Gründer Phil Zimmermann oder GPG-Maintainer Werner Koch zu erzeugen. Laroia gibt jedoch an: "Wenn ihr mir eine Anfrage schickt, die mit einem Schlüssel unterschrieben ist, werde ich ein 4.096-Bit-RSA-Schlüsselpaar erzeugen, dessen ID genau um 1 größer ist als eure ID."

Das von Laroia beschriebene Problem beeinträchtigt die Sicherheit jedoch eigentlich nicht, da derzeit genutzte Schlüssel eindeutig sind. Das ist auch in der Spezifikation RFC 4480 der Internet Engineering Task Force (IETF) beschrieben, die dem Programm GPG zugrunde liegt. Dort heißt es: "Implementierungen sollten nicht voraussetzen, dass Key-IDs einzigartig sind". Ebenso werden in der Spezifikation bereits mögliche Kollisionen der Schlüssel-Fingerabdrücke beschrieben.


Kommentieren




Anzeige
  1. Teamleiter (m/w) Projektmanagement
    DEXINA AG, Raum Stuttgart
  2. Frontend-Entwickler (m/w)
    Hahn Air Lines GmbH, Dreieich
  3. IT-Systemadministrator/in IT System Analyst (m/w)
    DE-STA-CO, Oberursel bei Frankfurt
  4. Applikationsadministrator/-in
    Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Antifeatures

    Freie Software gegen Bevormundung

  2. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  3. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  4. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  5. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  6. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  7. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  8. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  9. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  10. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Next Browser angeschaut: Android-Browser mit Gestensteuerung
Next Browser angeschaut
Android-Browser mit Gestensteuerung

Das Go-Launcher-Team hat einen eigenen Browser für Android veröffentlicht. Der Next Browser wird über Gesten bedient, synchronisiert Lesezeichen und kann mittels Erweiterungen um zusätzliche Funktionen ergänzt werden.

  1. Offline-Karten-App für Android Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop
  2. Smartphones und Tablets Google will Android-Fragmentierung bekämpfen
  3. All Access Google stellt Spotify-Konkurrenten vor

Surface Pro im Test: Microsofts Tablet überzeugt als Notebook
Surface Pro im Test
Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

Ein bisschen dicker, ein bisschen schwerer und dafür viel schneller: Das ist Microsofts Surface Pro im Vergleich zum Surface RT. Wir haben das Windows-8-Gerät auf seine Stärken hin untersucht und stellen fest, dass auch Microsoft Probleme mit einem kleinen Full-HD-Display hat.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. XPS 10 und Surface Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
  3. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter

Legale Privatkopien: "EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"
Legale Privatkopien
"EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"

Die EU diskutiert in der kommenden Woche ein Papier, das den Konflikt zwischen Geräteherstellern und Verwertungsgesellschaften lösen soll. Der Bitkom fordert eine schnelle Umsetzung des Vorschlags des EU-Mediators António Vitorino.


Zum Artikel