Flugsuche Flugsuchmaschinen werfen Google Machtmissbrauch vor

Einige Betreiber von Flugsuchmaschinen werfen Google Machtmissbrauch vor, bindet Google doch seit einiger Zeit die Ergebnisse seiner eigenen Flugsuche ganz oben in seinen Suchergebnisseiten ein und linkt direkt auf die Fluggesellschaften.

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Was sollte in den Suchergebnissen oben stehen, wenn Nutzer bei Google nach einer Flugverbindung suchen? Geht es nach den Betreibern von Flugsuchmaschinen, sollten ihre Dienste dort verlinkt werden, wie es lange auch der Fall war. Doch seit Anfang Dezember finden sich ganz oben in den Suchergebnissen von Google direkte Links zu den Fluggesellschaften, die eine Strecke anbieten. Die Daten kommen aus Googles eigener Flugsuche, die auf Technik der von Google übernommenen Firma ITA basiert.

Darüber beschweren sich nun andere Anbieter von Flugsuchmaschinen wie Expedia, Orbitz oder Priceline.com, die dadurch weniger Besucher von Google erhalten, berichtet das Wall Street Journal.

Bei der Übernahme von ITA für rund 700 Millionen US-Dollar hatte Google auf Druck der Kartellbehörden einige Zugeständnisse gemacht: So hat sich Google verpflichtet, die Verträge mit den Wettbewerbern um fünf Jahre zu verlängern, werden ITAs Software und Dienste doch für 65 Prozent der Onlinebuchungen bei Fluggesellschaften eingesetzt. Das Unternehmen stellt auch Informationen zur Flug- und Ticketreservierung für die Reisesuchmaschinen Kayak.com, Orbitz.com und Microsofts Bing bereit.

Laut Wall Street Journal hatte Google zudem versprochen, Werkzeuge zu bauen, die mehr Traffic auf die Websites von Fluggesellschaften und Onlinereisebüros bringen. Dieses Versprechen halte Google nicht ein, beschweren sich dessen Konkurrenten laut Wall Street Journal.

Google bestätigt das, weist aber darauf hin, dass die Fluggesellschaften ihre Daten nur unter der Bedingung zur Verfügung stellen, dass Google direkt auf ihre Buchungsseiten verlinkt statt auf andere Flugsuchmaschinen und Onlinereisebüros.

Die Fluggesellschaften sparen so Kosten, denn während die Buchung über ein Onlinereisebüro die Fluggesellschaften rund 11 US-Dollar kostet, würde bei Direktbuchungen nur 1 US-Dollar an Kosten für die Fluggesellschaften anfallen, so das Wall Street Journal unter Berufung auf Henry Harteveldt, Analyst bei Atmosphere Research. American Airlines bestätigte dem Blatt das Vorgehen und argumentiert, es sei im Sinne des Kunden, wenn dadurch die Flugpreise gesenkt werden könnten.

Das dem zugrundeliegende Problem ist nicht neu: Google versucht, seinen Nutzern möglichst relevante Suchergebnisse zu liefern. Statt Nutzer auf Spezialsuchmaschinen zu schicken, bemüht sich Google, seine Suche so zu verbessern, dass die Nutzer direkt dort landen, wo sie eigentlich hinwollen. Statt einen Währungsrechner zu verlinken, rechnet Google Wechselkurse beispielsweise direkt um. Damit zerstört Google Geschäftsmodelle anderer, hilft aber letztendlich den Nutzern, die schneller finden, was sie suchen. In Bezug auf Flugsuchmaschinen heißt das: Wer will in der Google-Suche eine spezielle Flugsuchmaschine finden, die mit Daten von Google arbeitet, wenn Google auf Basis der gleichen Daten einem auch direkt die passende Antwort liefern kann?


ten-th 11. Jan 2012

Google stellt eine Suchmaschine mit Zusatzfunktionen zur Verfügung ... Wer diese nutzt...

Trockenobst 29. Dez 2011

Die Qualität des anderen Dienstes kommt von seiner Fähigkeit die Leute direkt dazu zu...

cc68 28. Dez 2011

Webseitenbetreiber ja. Aber dubiose Flug-Suchmaschinen? Wie oft hatte ich schon einen...

tingelchen 28. Dez 2011

Eigentlich liegt das Interesse eher in der Geheimhaltung der persönlichen Daten als in...

Peter Brülls 28. Dez 2011

Hmm... Ja, und wenn jemand vom Aufsichtsrat weiß, dass die Firma demnächst pleite macht...

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