Anzeige
Netzbetreiber sollen an ihrer Sicherheit arbeiten.
Netzbetreiber sollen an ihrer Sicherheit arbeiten. (Bild: gsmmap.org)

gsmmap.org GSM-Angriffe auf O2 sind besonders einfach

Mit einer neuen Weltkarte soll es jedem möglich sein, zu beurteilen, wie sicher oder unsicher ein GSM-Netzwerk ist. Vorerst gibt es nur Daten für wenige europäische Länder, doch Hacker sollen schwache Netze weltweit mitteilen und so die Betreiber zum Handeln zwingen.

Anzeige

Die GSM Map soll darauf hinweisen, dass Mobilfunknetzwerke in vielen Ländern und bei vielen Netzbetreibern unsicher sind. Dabei handelt es sich um eine reelle Gefahr, wie Karsten Nohl und Luca Melette den Hackern erklärten. So ist es etwa möglich, ohne großes Zutun einen anderen Netzwerkteilnehmer nachzuahmen. Nohl und Melette führten vor, dass es möglich ist, sich die notwendigen Identifikationsmerkmale eines Mobilfunkteilnehmers zu erschleichen. Dieser muss nur angerufen werden. Anschließend errechnet der Angreifer die Identifikationsmerkmale des Opfers, um sich anschließend selbst als dieser Teilnehmer auszugeben. Auf dessen Kosten werden dann etwa Premium-Dienste per SMS angeschrieben oder eine Premium-Nummer angerufen. So lässt sich mit der Schwachstelle viel Geld verdienen.

Die Methode soll eine Reichweite von rund 35 Kilometern haben. Von einer entsprechend erhöhten Position lassen sich also viele Opfer ausmachen und viel Geld verdienen, ist sich Nohl sicher.

Solch ein Angriff lässt sich der Karte von Nohl und Melette zufolge in Deutschland besonders einfach bei O2 bewerkstelligen. Aber auch Vodafone und E-Plus stehen nicht gut da. Perfekte Sicherheit gibt es nicht, denn auch die Deutsche Telekom ist angreifbar. Allerdings nicht ganz so einfach. Laut Nohl hat das auch mit den Kapazitäten einiger Netzbetreiber zu tun. So gibt es Netzbetreiber, die nur alle zehn Anrufe eine Authentifizierung durchführen und es Angreifern so leicht machen. Dabei wurde die Sicherheit in den letzten Jahren eher reduziert. Der Grund soll mit den wachsenden Netzen zu tun haben. Die entsprechenden Server im Hintergrund arbeiten an ihren Kapazitätsgrenzen und eine Reduktion von Sicherheitsüberprüfungen reduziert diesen Engpass.

In einigen anderen Ländern ist die Situation schlimmer

Auch wenn die deutschen Netzbetreiber noch nacharbeiten müssen, sieht es in Deutschland vergleichsweise gut aus. Frankreich bescheinigt gsmmap.org ein besseres Netz. In Österreich und der Schweiz sieht es nur wenig schlechter aus. Nohl interessiert sich vor allem für die Sicherheit in den arabischen Staaten und hofft auf entsprechende Daten. Bisher zeigt die Karte nur Daten für Marokko an und hier ist es um die Netzsicherheit schlecht bestellt. Egal ob das Abfangen von Informationen, die Verfolgung oder das Ausgeben als ein anderer Netzteilnehmer: Die dortigen drei Mobilfunknetze, die aufgelistet sind, schützen die Bewohner, aber auch Besucher Marokkos kaum.

Die Netzbetreiber hatten lange genug Zeit, ihre schwache Netzwerksicherheit zu verbessern. Noch im vergangenen Jahr schützten die Hacker in ihren Vorträgen schwache Netze, indem sie nicht genannt wurden. Mit gsmmap.org ändert sich das nun. Das dürfte auch ein Resultat des Umstandes sein, dass selbst nach mehreren Jahren einige Netzbetreiber keinen Handlungsbedarf sahen.

Einige Verbesserungen lassen sich binnen Wochen umsetzen

Die im vergangenen Jahr präsentierten Verbesserungsvorschläge in Form einer Wunschliste von Nohl wurden nicht von allen Netzbetreibern umgesetzt. Ihm zufolge sind zumindest einige Sicherheitsimplementierungen nur eine Frage von Wochen. Kompliziertere Umstellungen, beispielsweise auf das Verschlüsselungssystem A5/4 statt des längst geknackten A5/1, sind hingegen eine Sache von Jahren. Es muss aber jeder Schritt durchgeführt werden, damit zumindest in Übergangsphasen die Sicherheit der Nutzer verbessert wird, denn auch die Angreifer rüsten auf und das Equipment wird immer günstiger. Nohl hat die Hoffnung, dass damit zumindest für ein paar Jahre das Abhören von Kommunikation so deutlich erschwert wird und nicht mehr von jedem durchgeführt werden kann.

Sind die Netze erst einmal besser abgesichert, was Nohl zufolge einige Jahre dauern wird, werden die Handys zur Schwachstelle. Auch hier fordert Nohl, dass die Hersteller von Mobilgeräten nachbessern. Er ist aber zuversichtlich, dass dies schnell passiert, da viele Nutzer ihre mobilen Geräte schnell austauschen, beispielsweise bei einer Vertragsverlängerung.

Für Osmocom-Nutzer mit einem Osmocom-Phone gibt es eine Anleitung, wie weitere Daten zur Netzsicherheit hochgeladen werden können. Der momentane Stand der GSM-Karte ist unter gsmmap.org einsehbar.


eye home zur Startseite
Abseus 29. Dez 2011

Keine Antwort von "Threat-Anzeiger"? Na da kann ich mir ja vorstellen wo sein Post...

sphere 28. Dez 2011

Die frage der Sicherheit des GSM Air Interfaces hat mit dem Mobiltelefon-OS erst mal...

Kommentieren


Jannewap / 28. Dez 2011



Anzeige

  1. Mitarbeiter/in im Bereich IT Helpdesk für den 1st-Level-Support
    Bosch Communication Center Magdeburg GmbH, Berlin
  2. Software-Entwickler (m/w) Java/C++
    IVU Traffic Technologies AG, Berlin, Aachen
  3. IT Infrastruktur Support (m/w)
    RATIONAL AG, Landsberg am Lech
  4. Trainee Requirements Engineer (m/w) Cloud Produkte
    Haufe Gruppe, Freiburg im Breisgau

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NUR HEUTE: Saturn Super Sunday
    (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. Lenovo Yoga Tablet 3 10 inkl. SanDisk 32-GB-Karte für...
  2. NUR BIS MONTAG 9 UHR UND SOLANGE DER VORRAT REICHT: Fallout 4 Uncut USK 18 - PC
    19,99€ inkl. Versand
  3. Fallout 4 Uncut USK 18 - PS4
    24,99€ inkl. Versand

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Section Control

    Bremsen vor Blitzern soll nicht mehr vor Bußgeld schützen

  2. Beam

    ISS-Modul erfolgreich aufgeblasen

  3. Arbeitsbedingungen

    Apple-Store-Mitarbeiterin gewährt Blick hinter die Kulissen

  4. Modulares Smartphone

    Project-Ara-Ideengeber hat von Google mehr erwartet

  5. Telekom-Konzernchef

    "Vectoring schafft Wettbewerb"

  6. Model S

    Teslas Autopilot verursacht Auffahrunfall

  7. Security

    Microsoft will Passwort 'Passwort' verbieten

  8. Boston Dynamics

    Google will Roboterfirma an Toyota verkaufen

  9. Oracle-Anwältin nach Niederlage

    "Google hat die GPL getötet"

  10. Selbstvermessung

    Jawbone steigt offenbar aus Fitnesstracker-Geschäft aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oracle vs. Google: Wie man Geschworene am besten verwirrt
Oracle vs. Google
Wie man Geschworene am besten verwirrt
  1. Java-Rechtsstreit Oracle verliert gegen Google
  2. Oracle vs. Google Wie viel Fair Use steckt in 11.000 Codezeilen?

GPD XD im Test: Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
GPD XD im Test
Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
  1. Xbox Scorpio Schneller als Playstation Neo und mit Rift-Unterstützung
  2. Playstation 4 Rennstart für Gran Turismo Sport im November 2016
  3. AMD Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt

Intels Compute Stick im Test: Der mit dem Lüfter streamt (2)
Intels Compute Stick im Test
Der mit dem Lüfter streamt (2)
  1. Stratix 10 MX Alteras Chips nutzen HBM2 und Intels Interposer-Technik
  2. Apple Store Apple darf keine Geschäfte in Indien eröffnen
  3. HBM2 eSilicon zeigt 14LPP-Design mit High Bandwidth Memory

  1. Re: Aufstiegschancen?

    motzerator | 15:22

  2. Re: lowcarb funktioniert auch .. (ganz ohne Sport)

    pk_erchner | 15:21

  3. Re: wer kauft denn heute noch im laden?

    Maatze | 15:21

  4. Re: Das gibts doch schon ewig?

    ad (Golem.de) | 15:20

  5. Re: Stimme Hackens 98,7% zu!

    deus-ex | 15:19


  1. 12:45

  2. 12:12

  3. 11:19

  4. 09:44

  5. 14:15

  6. 13:47

  7. 13:00

  8. 12:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel