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Airbus A330 von Qantas auf dem Flughafen von Singapur (2011)
Airbus A330 von Qantas auf dem Flughafen von Singapur (2011) (Bild: Tim Chong/Reuters)

Beinaheunglück Softwareschwäche brachte Flugzeug in den Sturzflug

Die australische Behörde für Verkehrssicherheit hat den Abschlussbericht zu einem Beinaheflugzeugunglück veröffentlicht. Danach war das Zusammenspiel aus einem fehlerhaften Sensor und einem überforderten Algorithmus für den Zwischenfall verantwortlich.

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Ein Fehler in einem Computersystem hat 2008 beinahe eine Passagiermaschine der australischen Fluggesellschaft Qantas abstürzen lassen. Zu dem Schluss kommt die australische Verkehrsaufsichtsbehörde Australian Transport Safety Bureau (ATSB, etwa: Australisches Amt für Verkehrssicherheit) in ihrem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht. Ein weiterer spektakulärer Vorfall war laut ATSB ein Pilotenfehler.

Zwei Sturzflüge

Am 7. Oktober 2008 war ein Airbus A330 auf dem Weg von Singapur nach Perth, als das Flugzeug in einer Höhe von 11.277 Metern plötzlich in den Sturzflug überging. In 23 Sekunden verlor das Flugzeug 210 Meter an Höhe - die ersten 45 Meter fiel die Maschine in 2 Sekunden. Zwei Minuten später verlor die Maschine noch einmal an Höhe, dieses Mal sackte sie knapp 122 Meter in 15 Sekunden ab. Passagiere und Besatzungsmitglieder, die nicht angeschnallt waren, wurden durch die Maschine geschleudert. 110 der 303 Passagiere und neun der zwölf Besatzungsmitglieder wurden verletzt, über 50 so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten, nachdem die Maschine auf dem Luftwaffenstützpunkt Learmonth im Bundesstaat Western Australia notgelandet war.

Verantwortlich für den Zwischenfall war eine fehlerhafte Air Data Inertial Reference Unit (Adiru). Das sind Geräte, die die Funktionen des Flugdatenrechners und des Trägheitsmesssystems miteinander verbinden. Das System sammelt Daten wie Fluggeschwindigkeit, Anstellwinkel und Höhe sowie Position und Fluglage und gibt sie an das elektronische Fluginstrumentensystem (Electronic Flight Instrument System, Efis) und andere Systeme weiter.

Drei Adirus

Der Airbus hatte drei Adirus, von denen eine in kurzen Intervallen falsche Daten, sogenannte Spikes, für alle Parameter an die Bordcomputer lieferte. Die Spikes seien möglicherweise dadurch generiert worden, dass der Prozessor der Adiru die Daten für einen Parameter fälschlich mit denen für einen anderen zusammenfasste, schreibt die ATSB.

Normalerweise arbeite der Algorithmus des Bordcomputers, der die Daten über den Anstellwinkel (Angle of Attack, AOA) verarbeitet, sehr zuverlässig. In diesem Fall sei er von den falschen Daten aber überfordert gewesen. Er habe die Spikes, die im Abstand von 1,2 Sekunden eintrafen, nicht bewältigen können und deshalb den Sinkflug veranlasst, erklären die Ermittler.

Millionen Betriebsstunden

Die Gefahr, dass so ein Ereignis eintrete, sei äußerst gering, resümiert die ATSB: In 128 Millionen Betriebsstunden dieses speziellen Adiru-Typs habe es nur drei Ausfälle dieser Art gegeben. In 28 Millionen Flugstunden der Maschinen vom Typ Airbus A330 und A340 sei dieser das einzige Mal, dass der AOA-Algorithmus eine solche Fehlfunktion gezeigt habe. Airbus habe diesen inzwischen überarbeitet, so dass der Fehler nicht wieder auftreten könne.

Auch die Adiru wurde nach dem Zwischenfall umgestaltet. Bemerkenswerterweise seien alle drei Fehler an Qantas-Flugzeugen aufgetreten, die vor Western Australia unterwegs waren, berichtet das neuseeländische Nachrichtenangebot Stuff. Ein Zusammenhang gebe es laut den Ermittlern jedoch nicht.


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hubie 22. Dez 2011

Lesen bildet, die ursache für den Fehler des Sensors ist möglicherweise gefunden worden...

ZSchneidi 21. Dez 2011

Uh der hat gesessen allwissender Flugzeugbetriebssystemprogrammierer. ; ) Ich hab davon...

neocron 20. Dez 2011

haeh und? das macht CO2 auch, ... dauert halt nur bisserl laenger, das laehmt nen bisserl...

Pazifist-Deluxe 20. Dez 2011

Und was dabei raus kommt wenn mit Fuß / Inch etc und SI-Einheiten gerechnet wird sieht...

_4ubi_ 20. Dez 2011

Es ging hier ja um Betriebsstunden, aber egal. Natürlich kann das mit einem Auto nicht...

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Jannewap / 25. Dez 2011



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