Anzeige
US Patriot Act: Auch deutsche Cloud-Betreiber von Geheimdiensten bespitzelt
(Bild: Gerry Hershorn/Reuters)

US Patriot Act Auch deutsche Cloud-Betreiber von Geheimdiensten bespitzelt

Durch das Antiterrorgesetz Patriot Act gelten Cloud-Kundendaten bei US-Unternehmen als unsicher. Doch laut Microsoft Deutschland ist das nicht ganz so einfach.

Anzeige

Dem Zwang zur Offenlegung von Cloud-Kundendaten nach dem Patriot Act unterliegen nicht nur US-Unternehmen, sondern auch alle deutschen Firmen mit einer US-Niederlassung. Das hat Werner Leibrandt, verantwortlich für die Markt- und Wettbewerbsstrategie bei Microsoft Deutschland, im Gespräch mit Golem.de erklärt. "Im Jahr 2010 hat das FBI nach dem Patriot Act 3.972-mal auf Datensätze zugegriffen. Der BND griff 5.817-mal auf Datensätze zu", rechnete Leibrandt vor.

Gordon Frazer, Managing Director bei Microsoft Großbritannien, hatte im Sommer 2011 eingeräumt, dass Cloud-Daten auch außerhalb der USA nicht vor dem Zugriff über den Patriot Act sicher seien. Das Antiterrorgesetz wurde im Jahr 2001 erlassen. Der Patriot Act hob die Richterkontrolle bei Telefon- oder Internetüberwachung weitgehend auf und erweiterte die Abhörrechte des FBI und der CIA deutlich. Telekommunikationskonzerne und Internetprovider müssen danach Kundendaten offenlegen. Der schleswig-holsteinische Landesdatenschützer Thilo Weichert warnte deshalb sogar davor, Cloud-Dienste von US-Unternehmen zu nutzen. Deutsche Behörden seien nicht berechtigt, in Clouds zu gehen, auf die die US-Regierung zugreifen könnte.

Leibrandt betonte, dass bei einem Patriot-Act-Zugriff immer eine richterliche Anordnung vorliegen müsse. Es handelt sich hier um "einen sehr kontrollierten Prozess", sagte er. Wie schnell Internet Service Provider ohne Gerichtsbeschluss vom FBI bedrängt werden, erklärte dagegen Nicholas Merrill von der ISP-Firma Calyx Internet Access.

Das Vertrauen in die Sicherheit der Kundendaten ist für Office 365, eine Cloud-Anwendung des Anbieters, sehr wichtig. Seit Juni 2011 ist Office 365 nach einer vorangegangenen Betaphase in Deutschland verfügbar. Hier habe Microsoft bereits "viele tausend Kunden", erklärte Leibrandt. Das Büroanwendungspaket stehe der auf dem PC-installierten Version "um nichts nach". Die Daten seien zu 99,9 Prozent verfügbar. Wenn es Ausfälle gebe, würde Microsoft, anders als Konkurrenten, dies dem Kunden immer vergüten.

Auf die Frage von Golem.de, ob Office 365 die PC-Version eines Tages ablösen könne, sagte Leibrandt: "Das kommt darauf an, welchen Zeithorizont sie ansetzen."


eye home zur Startseite
Der Kaiser! 21. Dez 2011

In Thin-Client Systemen kommen meist CPUs mit AES-NI zum Einsatz.

dehacker 19. Dez 2011

Ja, der kalte Krieg ist immer noch nicht vorbei!!!

tpunkterror 16. Dez 2011

Deswegen ja auch die Anführungszeichen. Er ist eben nicht nur, beziehungsweise nicht...

Drag_and_Drop 16. Dez 2011

Nicht ganz richtig Cloud ist, wenn es sogar den Sysadmin nicht mehr interessiert, wo die...

Comme Ci Comme Ca 16. Dez 2011

na klar, wenn doch das alles ein "sehr kontrollierter Prozess" ist, kann doch gar nichts...

Kommentieren



Anzeige

  1. Applikationsingenieur/in ESP - Systemerprobung im Fahrversuch
    Robert Bosch GmbH, Abstatt
  2. Softwareentwickler (m/w) (JavaEE)
    XClinical GmbH, München
  3. IT-Architekt (m/w) Security-Lösungen
    Zurich Gruppe Deutschland, Köln
  4. SAP Inhouse Consultant / Leiter ERP Systeme (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Ulm, Raum Geislingen an der Steige

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. 100 MBit/s

    Telekom stattet zwei Städte mit Vectoring aus

  2. Sprachassistent

    Voßhoff will nicht mit Siri sprechen

  3. Sailfish OS

    Jolla bringt exklusives Smartphone nur für Entwickler

  4. Projektkommunikation

    Tausende Github-Nutzer haben Kontaktprobleme

  5. Lebensmittel-Lieferdienst

    Amazon Fresh soll doch in Deutschland starten

  6. Buglas

    Verband kritisiert Rückzug der Telekom bei Fiber To The Home

  7. Apple Store

    Apple darf keine Geschäfte in Indien eröffnen

  8. Mitsubishi MRJ90 und MRJ70

    Japans Regionaljet ist erst der Anfang

  9. Keysweeper

    FBI warnt vor Spion in USB-Ladegerät

  10. IBM-Markenkooperation

    Warum Watson in die Sesamstraße zieht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
GPD XD im Test: Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
GPD XD im Test
Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
  1. Playstation 4 Rennstart für Gran Turismo Sport im November 2016
  2. Project Spark Microsoft stellt seinen Spieleeditor ein
  3. AMD Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt

Xiaomi Mi5 im Test: Das fast perfekte Top-Smartphone
Xiaomi Mi5 im Test
Das fast perfekte Top-Smartphone
  1. YI 4K Xiaomi greift mit 4K-Actionkamera GoPro an

Hyperloop Global Challenge: Jeder will den Rohrpostzug
Hyperloop Global Challenge
Jeder will den Rohrpostzug
  1. Hyperloop HTT will seine Rohrpostzüge aus Marvel-Material bauen
  2. Hyperloop One Der Hyperloop fährt - wenn auch nur kurz
  3. Inductrack Hyperloop schwebt ohne Strom

  1. Re: Irgendwie kann man wieder gleich beim PC...

    Andi K. | 06:25

  2. Re: Preisfrage

    trapperjohn | 06:23

  3. Re: Dann soll Google ihr Android Update System...

    exxo | 06:10

  4. Re: Ist eine interessante Praxis

    flauschi123 | 05:52

  5. Re: Ist das die Schwester von Merkel?

    Fuzzy Dunlop | 05:20


  1. 19:05

  2. 17:50

  3. 17:01

  4. 14:53

  5. 13:39

  6. 12:47

  7. 12:30

  8. 12:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel