Raumfahrt Nasa will Kometen harpunieren

Die Nasa entwickelt eine Methode, um Proben von Asteroiden und Kometen zu nehmen: Eine Harpune mit einem Probenbehälter wird auf den Kometen geschossen und anschließend wieder ins Raumschiff zurückgezogen.

Anzeige

Kometen sind Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems und deshalb für Wissenschaftler interessante Forschungsobjekte. Die US-Weltraumbehörde Nasa will deshalb Proben von einem Kometen nehmen - mit einer Harpune.

Das Konzept sieht vor, ein Raumfahrzeug in die Nähe eines Kometen zu manövrieren. Mit einer Kanone wird eine Harpune, die mit einem Seil an der Raumsonde befestigt ist, auf den Kometen abgeschossen. Sie bohrt sich in die Oberfläche des Kometen und sammelt Material, das sich unter der Oberfläche befindet.

Probenbehälter in der Spitze

In der Spitze der Harpune sitzt ein kleiner Probenbehälter, der sich beim Eindringen in den Himmelskörper mit Material füllt. Die Spitze der Harpune schließt sich, und der Probenbehälter wird zurück in die Sonde gezogen. Die Harpunenspitze bleibt im Kometen stecken. Die Sonde wird dann mit den Proben zur Erde zurückkehren.

Derzeit arbeiten die Forscher im Goddard Space Flight Center in Greenbelt im US-Bundesstaat Maryland an der Harpune. Da sie im Labor schlecht mit so einer Kanone schießen können, nutzen die Nasa-Techniker einen Bogen aus Metall, um den Bolzen mit dem Probenbehälter in ein großes Fass zu katapultieren. Damit testen sie, welche Energie aufgewandt werden muss, um den Probenbehälter in einen Kometen oder Asteroiden zu schießen. Sie testen verschiedene Eindringtiefen in verschieden dichte Materialien.

Verschiedene Bodenbeschaffenheiten

"Wir sind nicht sicher, was wir auf dem Kometen finden werden - die Oberfläche könnte weich und locker ein, also hauptsächlich aus Staub bestehen, sie könnte aus mit Geröll gemischtem Eis sein oder sogar aus massivem Gestein", erklärt Projektleiter Donald Wegel. Wahrscheinlich kämen verschiedene Bodenbeschaffenheiten vor, die Spitze müsse demnach so beschaffen sein, dass sie verschiedene Materialien durchdringen könne. Unmittelbares Ziel sei aber herauszufinden, welches Profil die Harpune haben und mit wie viel Energie sie abgeschossen werden müsse. Auf Basis dieser Erkenntnisse werde dann die Kanone der Raumsonde konstruiert.

Die Forscher wollen aus zwei Gründen Proben aus einem Kometen sammeln: Zum einen sind Kometen und Asteroiden Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems. Sie ermöglichen also einen Blick in dessen Vergangenheit. Interessant ist auch die Frage, ob es außerirdische Himmelskörper waren, die Aminosäuren auf die Erde gebracht haben.

Ablenkung

Der zweite Grund für das Interesse ist, dass ein Komet auf die Erde stürzen könnte. Die genaue Kenntnis seiner Zusammensetzung ermöglicht die Einschätzung der Bedrohung sowie die Entwicklung von Maßnahmen, um den Himmelskörper abzulenken.

Auf einem Asteroiden oder einem Kometen können nicht mit herkömmlichen Methoden Proben genommen werden, da diese Himmelskörper zu wenig Schwerkraft haben. Eine Raumsonde könnte also nicht darauf landen. Sie müsste sich daran anheften - mit einer Harpune. "Da haben wir uns überlegt: Wenn wir sowieso eine Harpune brauchen, können wir damit auch gleich die Proben nehmen", sagt Joseph Nuth, Nasa-Kometenexperte und wissenschaftlicher Leiter des Projekts.

Auf dem Weg zu Kometen und Asteroiden

Wann die Nasa auf die Jagd nach einem Kometen zu gehen beabsichtigt, ist nicht bekannt. Derzeit laufen zwei Missionen, um Materialproben von Kometen zu nehmen: 2014 soll das europäische Raumfahrzeug Rosetta die Sonde Philae auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko absetzen. Philae soll Proben nehmen und Messungen durchführen. Die Daten werden an Rosetta und von dort zur Erde gefunkt.

Die Nasa will in den kommenden Jahren ein unbemanntes Raumfahrzeug, den Origins-Spectral Interpretation-Resource Identification-Security-Regolith Explorer, kurz Osiris Rex, zu einem Asteroiden schicken. Der soll dort Proben nehmen und zur Erde zurückbringen. Der Start ist für das Jahr 2016 geplant. Nach drei Jahren soll die Sonde den Asteroiden 1999 RQ36 erreichen. Zurück auf der Erde wäre Osiris-Rex 2023.


__destruct() 23. Dez 2011

Rechne das doch bitte mal schnell nach, wenn man von 50km als größten Durchmesser...

Bouncy 15. Dez 2011

Greenpeace hat aber ne Selbstvermarktungs-Abteilung von der sich Sea Shepherd mal ne...

wp (Golem.de) 14. Dez 2011

Macht sie auch. Jetzt fliegt Osiris Rex zum Asteroiden - wie sich das gehört. Danke für...

Dikus 14. Dez 2011

Also werden wir uns im Jahr 2023 in Zombies verwandeln wenn die Proben die Erde...

Kommentieren




Anzeige
  1. Web-Entwickler Java/C# (m/w)
    comspace GmbH & Co. KG, Bielefeld
  2. Produktmanager (m/w)
    DFS Deutsche Flugsicherung GmbH Unternehmenszentrale, Langen
  3. Support Engineer (m/w) Chromeleon Level 3/4-Support
    Thermo Fisher Scientific | Dionex Softron GmbH, Germering bei München
  4. Mobile Backend Developer (m/w)
    insparx GmbH, Munich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Need for Speed Rivals

    Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

  2. Digitimes

    Windows-8-Tablets sollen 8 Prozent des Marktes erreichen

  3. Doc Patch

    Das Grundgesetz wird Open Data

  4. Bibliotheca Augusta

    Bibliothek stellt Buchscans unter Creative-Commons-Lizenz

  5. 802.11ac

    Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s

  6. Windenergie

    Google kauft Hersteller von Windkraftwerken

  7. Amazon

    App-Shop für Android als Browser-Version gestartet

  8. Atari

    Rollercoaster Tycoon ab 3,5 Millionen US-Dollar im Angebot

  9. Legale Privatkopien

    "EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"

  10. Ausprobiert

    Das neue Google Maps ist beeindruckend schnell



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Seattle Campus: Amazon baut sich einen Wald in riesigen Glaskugeln
Seattle Campus
Amazon baut sich einen Wald in riesigen Glaskugeln

Nach einem Entwurf des Architekturbüros NBBJ will Amazon eine extravagante neue Konzernzentrale bestehend aus drei riesigen Gewächshauskugeln und Bürohochhäusern errichten.

  1. Amazon Coins Amazon bringt virtuelle Währung auf Kindle Fire
  2. Cloud Drive Photos Amazon schickt Fotos auf dem iPhone in die Cloud
  3. Quartalsbericht Amazon gibt 3,2 Milliarden Dollar für Lager und Filme aus

Sony: Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen
Sony
Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen

Störfeuer von Sony: Kurz vor der Enthüllung der nächsten Xbox hat Sony ein Video veröffentlicht, das zumindest einen verschwommenen Blick auf das Gehäuse der Playstation 4 gewährt.

  1. Temash, Kabini, Richland AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da
  2. Xbox One Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One
  3. Microsoft Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

Zum Artikel