Cyberspionage US-Geheimdienst identifiziert mutmaßliche chinesische Hacker

In China gibt es nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes NSA 20 Gruppen, die Spionage über das Internet betreiben. Die NSA will diese Gruppen und einen Teil ihrer Mitglieder identifiziert haben.

Anzeige

Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hat China erneut Cyberspionage in US-Unternehmen vorgeworfen. Der technische Geheimdienst habe mehrere Gruppen ausgemacht, die dafür verantwortlich sein sollten, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Quellen mit Kenntnissen über die Ermittlungen.

Die NSA habe 20 Gruppen identifiziert, die Cyberspionage betrieben. Zwölf davon hätten Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee (VBA), sechs weitere seien zivil und stammten unter anderem von Universitäten. Bei zwei Gruppen schließlich sei der Hintergrund nicht klar. Es seien nur einige wenige Gruppen, die "die meiste schmutzige Arbeit für die VBA leisten", sagte James Lewis, Spezialist für Cybersicherheit beim US-Thinktank Center for Strategic and International Studies.

Mehrere hundert Mitglieder

Die NSA-Ermittler hätten die Gruppe anhand von verschiedenen Hinweisen identifiziert, darunter, welche Software sie nutzen, die Art und Weise, wie sie Systeme angriffen oder welche Adresse sie bei ihren Aktionen nutzten. Der US-Geheimdienste kenne sogar die Identität von einer ganzen Reihe der Mitglieder dieser Gruppen, erklärten die Informanten der Tageszeitung. Nach Angaben eines US-Beamten gehören den Gruppen mehrere hundert Personen an.

Es gab verschiedene spektakuläre Cybereinbrüche, wie etwa den bei RSA im Frühjahr 2011, bei dem ein Identifizierungssystem kompromittiert wurde, sowie den wahrscheinlich damit zusammenhängenden Einbruch in die Systeme des US-Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns Lockheed Martin. 2009 waren streng geheime Daten über das Kampfflugzeug Lockheed Martin F-35 Lightning II gestohlen worden. Anfang 2010 erklärte Google, dass seine Systeme von China aus angegriffen worden seien. In der Folge zog sich das Unternehmen schließlich aus China zurück.

Milliardenschäden

Der Schaden durch Cyberspionage soll bei mehreren Milliarden US-Dollar pro Jahr liegen. Die geschädigten US-Unternehmen drängen ihre Regierung immer wieder, Maßnahmen gegen die Länder zu ergreifen, in denen die Akteure sitzen. Kürzlich hatten US-Mitarbeiter chinesischen Kollegen mit diplomatischen Konsequenzen wegen der Cyberspionage gedroht.

Die USA beschuldigen in so einem Fall meist China und Russland, die die Vorwürfe beide ebenso konsequent mit der Begründung, in ihren Ländern sei Hacken unter Strafe gestellt, zurückweisen. Die Ansichten über die Fähigkeiten chinesischer Hacker sind indes geteilt: Ein australischer Wissenschaftler erklärte kürzlich, er halte diese nicht für fähig, spektakuläre Cyberaktionen durchzuführen.


admin666 14. Dez 2011

Mach nicht das Werkzeug zum Sündenbock, sondern den der es missbraucht. Kann man auch...

Kommentieren



Anzeige

  1. Entwickler (m/w) SAP WM / LES (Warehouse Management)
    PAUL HARTMANN AG, Heidenheim
  2. Entwicklungsingenieur (m/w) Systemarchitektur / Systems Engineering
    Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG, Überlingen am Bodensee
  3. Manager (m/w) Wechselprozesse in SAP IS-U
    über InterSearch Personalberatung GmbH & Co. KG, Norddeutschland
  4. IT-Projektleiter/in
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  2. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  3. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  4. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  5. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  6. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  7. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  8. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  9. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  10. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

Vorratsdatenspeicherung: Totgesagte speichern länger
Vorratsdatenspeicherung
Totgesagte speichern länger

Die Interpretationen des EuGH-Urteils zur Vorratsdatenspeicherung gehen weit auseinander. Für einen endgültigen Abgesang auf die anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten ist es aber noch zu früh.

  1. Bundesregierung Vorerst kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
  2. Innenministertreffen Keine schnelle Neuregelung zur Vorratsdatenspeicherung
  3. Urteil zu Vorratsdatenspeicherung Regierung uneins über neues Gesetz

Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel