Adaptive Vehicle Make Darpa lässt Fahrzeuge nach Open-Source-Prozessen entwickeln

Die Darpa fordert ein Umdenken bei der Entwicklung von Militärsystemen: Durch Prozesse aus der Open-Source-Welt sowie durch den Einsatz neuer Fabrikationsmethoden will die Darpa die Entwicklungsprozesse beschleunigen und die Kosten senken.

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Neue Systeme für das Militär zu entwickeln dauert sehr lange und ist zu teuer, sagt die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums hat deshalb das Projekt Adaptive Vehicle Make (AVM) ins Leben gerufen, um die Entwicklungszyklen zu verkürzen.

Mehr Geld, weniger Ergebnis

Die Art und Weise, wie das US-Militär die Beschaffung betreibe, sei nicht sehr nachhaltig, erklärte Nathan Wiedenman bei einem Pressetermin. "Wir können nicht immer mehr Geld ausgeben und weniger dafür bekommen", sagte Wiedenman, der stellvertretender Leiter des AVM-Programms ist.

In den vergangenen 15 Jahren seien etwa 22 Milliarden US-Dollar allein für Programme ausgegeben worden, die am Ende eingestellt wurden. Zwar habe die Armee dafür etwas bekommen - es sei viel wertvolle Entwicklungsarbeit geleistet worden und gute Nebenprodukte seien entstanden. Aber sie habe eben nicht die Hubschrauber, Geschütze und Fahrzeuge erhalten, die sie haben wollte.

Veraltete Methoden

Etwa zehn Jahre dauere es inzwischen, ein neues militärisches System zu entwickeln. Ein Grund sei, dass Systeme so komplex geworden seien. Die Herangehensweise sei aber noch die gleiche wie vor 50 Jahren: Jede Komponente werde für sich entwickelt. Dann würden alle zusammengefügt, um zu sehen, ob sie zusammen funktionieren. Bis alle Komponenten so aufeinander abgestimmt seien, dass das System zufriedenstellend funktioniere, vergehe noch einmal viel Zeit.

Das soll sich durch AVM ändern, erklärte Wiedenman. Im Rahmen des Projekts werden Softwarewerkzeuge entwickelt, die unter dem Titel Meta zusammengefasst werden. Sie sollen einen schnellen Konstruktionsprozess ermöglichen. Vorbild sind die Methoden, die in der Chipindustrie eingesetzt werden. Dort habe man vor 30 Jahren vor der gleichen Herausforderung gestanden, bevor eine Designmethode entwickelt worden war, die es ermöglichte, in Zyklen von zwei bis drei Jahren zu arbeiten.

Fabrik der Zukunft

Der zweite Teil des Projekts, Instant Foundry Adaptive through Bits (iFAB), befasst sich mit der Produktionsseite. Darunter versteht die Darpa eine Fabrik der Zukunft: Als Maschinen sollen unter anderem computergesteuerte Maschinen, sogenannte CNC-Maschinen, und 3D-Drucker zum Einsatz kommen. Diese fertigen die am Computer entworfenen Prototypen und später die Produkte. Eine iFAB soll zudem flexibel sein, so dass auf den Einrichtungen Produkte gefertigt werden können. Mit Hilfe der Meta-Software soll sie schnell für andere Güter umgestaltet werden können.

Das erste Projekt einer iFAB wird der Prototyp eines Amphibienfahrzeugs (ACV) für das Marine Corps sein. Künftig sollen solche Fahrzeuge in einer Art und Weise entwickelt werden, wie sie aus der Open-Source-Software bekannt sind, sagte Paul Eremenko, der mehrere Programme des Tactical Technology Office der Darpa leitet.

Crowdsourcing-Fahrzeuge

An der Open-Source-Software könne jeder mitarbeiten und Änderungen vornehmen, die die Community dann beurteile. Dieses Vorgehen habe sich über die Jahre bewährt, auf diese Weise sei sehr gute Software entstanden. Die Darpa plant, diese Vorgehensweise auf die Entwicklung von Militärfahrzeugen zu übertragen. Im Rahmen des Projekts Vehicleforge.mil sollen solche Crowd-Sourcing-Methoden nutzbar gemacht werden. Die Meta-Software soll dabei gleichzeitig auch eine Korrekturfunktion übernehmen, indem sie prüft, ob die Modifikationen, die Nutzer machen, sinnvoll sind und nicht etwa das Fahrzeug unbrauchbar machen.

Sobald die Meta-Werkzeuge zur Verfügung stehen, will die Darpa einen Wettbewerb für die Entwicklung eines Fahrzeugs für Bodentruppen, das Fast Adaptable Next-Generation Ground Vehicle (FANG), ausschreiben.


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