Festplattenkrise Knappe Festplatten verteuern PCs

Im vierten Quartal 2011 wird rund ein Drittel der weltweit benötigten Festplatten fehlen. Taiwanischen Berichten zufolge planen deshalb einige PC-Hersteller, ihre Preise zu erhöhen.

Anzeige

Die Festplattenkrise hält an. Digitimes berichtet, dass statt der weltweiten Nachfrage von 180 Millionen Laufwerken im vierten Quartal 2011 nur zwischen 110 bis 130 Millionen hergestellt werden könnten. Rund ein Drittel der erwarteten Festplatten fehlt also. Das will das taiwanische Branchenmedium von Zulieferern aus der PC-Branche erfahren haben.

Diese Unternehmen erwarten zwar, dass sich die Zahl der hergestellten Festplatten im ersten Quartal 2012 wieder erhöht, dennoch soll es auch danach Schwierigkeiten geben. Bis die üblichen Lieferketten wieder stabil arbeiten, könnten den Quellen zufolge neun bis 24 Monate vergehen. Generell, so der Bericht, müsse man sich im gesamten Jahr 2012 auf Knappheiten und höhere Preise einstellen.

Davon sind inzwischen auch erste PC-Hersteller direkt betroffen. Digitimes zufolge will Acer für alle im Dezember 2011 ausgelieferten Rechner die Preise um zwei bis drei Prozent anheben. Asus und Dell könnten diesem Beispiel folgen, meinen die Marktbeobachter. Ähnlich hatten sich zuvor auch US-Marktforscher geäußert.

Durch monatelange Überflutungen in Thailand waren zahlreiche Produktionsanlagen für Festplatten und deren Bauteile beschädigt worden. Vor allem Western Digital traf es dabei schwer, aber auch Seagate kann die geplanten Stückzahlen nicht erreichen. In Thailand befindet sich nicht nur ein Großteil der Fabriken für Festplatten, sondern auch eine große Branche von Zulieferern.

Langwierige Reparatur von Festplattenfabriken

Auch deren Komponenten wie Motoren und Aufhängungen sind derzeit knapp, weil die Fabriken für diese Bauteile ebenfalls von der Flutkatastrophe betroffen sind. Eine Reparatur der Fertigungsstätten ist schwierig bis unmöglich: Bei Western Digital standen einige Reinräume längere Zeit unter Wasser, was die darin befindlichen Geräte irreparabel beschädigt. Da solche Reinraummaschinen, auch Tools genannt, nur auf Auftrag hergestellt werden, kann deren Ersatz Monate dauern.

Im deutschen Einzelhandel führte die Verknappung von Festplatten Ende Oktober zu drastischen Preissteigerungen. Insbesondere interne Laufwerke von 1 bis 3 Terabyte sind seitdem zwei- bis dreimal so teuer wie zuvor. Offenbar kam es im Großhandel zuvor auch zu Hamsterkäufen - inzwischen werben einige Serverhersteller sogar damit, dass sie noch Geräte mit vielen Festplatten liefern könnten, weil sie sich zu Beginn der Krise mit einem Vorrat an Festplatten eingedeckt hätten. Durch die heute übliche Just-in-Time-Produktion war der Markt schlagartig leergefegt.

Eine Alternative für Privatanwender sind die noch immer vergleichsweise günstig angebotenen externen Laufwerke. Sie werden von Elektronikketten und Lebensmitteldiscountern im Weihnachtsgeschäft oft als Aktionsware angeboten und sind auf die Kapazität gerechnet nicht so teuer wie interne Laufwerke. Beim Ausbau der Festplatten erlischt aber der Anspruch auf Gewährleistung.


Sermon 29. Nov 2011

In dieser Situation wird die Grundregel von "Angebot und Nachfrage" äusserst...

ichbinsmalwieder 29. Nov 2011

Und das mit Abstand unpraktischste. Optische Medien habe ich schon vor Jahren aus meinem...

phex 29. Nov 2011

Schon klar ..... Ich bezahle doch nicht die wahrscheinlich zusätzlich dadurch gestiegenen...

Raistlin 29. Nov 2011

1999 sind die RAM preise für 64MB damals explodiert. Da sind die Preise auf mehr als das...

Himmerlarschund... 29. Nov 2011

Das glaube ich nicht :-)

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Spezialist (m/w) für Anwendungsentwicklung
    Versicherungskammer Bayern, München
  2. Mitarbeiter/in im Bereich Informationstechnologie/IT Service
    Toho Tenax Europe GmbH, Heinsberg-Oberbruch und Wuppertal
  3. Softwareentwickler (m/w)
    SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  4. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt: SAP Applikation
    Unternehmensgruppe Theo Müller, Aretsried

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  2. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  3. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  4. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  5. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  6. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  7. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  8. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  9. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  10. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

Wolfenstein The New Order: "Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"
Wolfenstein The New Order
"Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"

B. J. Blazkowicz muss demnächst wieder die Welt retten - in einem Wolfenstein aus Schweden. Im Interview hat Golem.de mit Andreas Öjerfors, dem Senior Gameplay Designer, über verbotene Inhalte, die KI und Filmvorbilder von The New Order gesprochen.

  1. The New Order Wolfenstein erscheint ohne inhaltliche Schnitte
  2. Wolfenstein angespielt Agent Blazkowicz in historischer Mission
  3. Bethesda Zugang zur Doom-Beta führt über Wolfenstein

    •  / 
    Zum Artikel