Sicherheit: Cyberkrieg und Cyberfrieden
Stefan Schumacher hält internationalen Cyberfrieden für nahezu unmöglich. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Sicherheit Cyberkrieg und Cyberfrieden

Deepsec 2011 Politiker rüsten international gegen den "Cyberkrieg" auf. Bemühungen für den Cyberfrieden hält der Sicherheitsexperte Stefan Schumacher für zum Scheitern verurteilt.

Anzeige

Einen internationalen Cyberfrieden wünscht sich der Sicherheitsexperte Stefan Schumacher. Bemühungen darum seien wichtig, sagt er, nur leider wenig erfolgversprechend. Von einem Cyberkrieg zu sprechen, hält er allerdings für übertrieben. Andere Experten wie Morgan Marquis-Boire von Google gehen noch weiter: Sie nennen den Begriff überstrapaziert - und gefährlich: Jede unüberlegte Erwähnung des Wortes Cyberkrieg könne zur Einschränkung der individuellen Bürgerrechte verwendet werden, mahnt Marquis-Boire.

Angriffe mit Stuxnet oder die DoS-Angriffe auf georgische Server während des Krieges gegen Russland, könnten zwar als Cyberkrieg bezeichnet werden, räumen die Experten ein, Behörden und Politiker neigten aber zu Überreaktionen. Sie nutzten den Begriff Cyberwar als Vorwand für restriktivere Gesetze und stärkere Reglementierung, sagt auch Schumacher. Deshalb müssten Gesetze und Maßnahmen immer auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, vor allem durch Bürger.

Viele Aspekte des sogenannten Cyberwars seien außerdem eher im Bereich der Kriminalität anzusiedeln, erläutert Marquis-Boire. Etwa die Operation Aurora von 2009 sei eher in Rubriken wie Kriminalität oder Industriespionage einzuordnen. Es gehe letztendlich um viel Geld, sagt er, sowohl für die Cyberkriminellen als auch für die Sicherheitsunternehmen.

Solche Kriminalität im Internet könne nur international sinnvoll bekämpft werden, sagt Schumacher. Einzelstaatliche Lösungen könnten nicht funktionieren, denn Gesetze oder Aktionen müssten von allen Regierungen gleichermaßen umgesetzt werden, sagt er Golem.de. Allerdings müsse sich nicht nur die Politik um die IT-Sicherheit kümmern, sondern auch die Unternehmen, Hersteller von Betriebssystemen und einzelne Nutzer.

Schumacher denkt dabei auch an radikale Lösungen: Nutzer müssten ebenso für ihre Rechner haften wie Kraftfahrzeughalter für ihre Autos.

Behörden verstehen die Internetmechanismen nicht

Rein technische Lösungen seien nicht ausreichend, um Cyberkriminalität zu bekämpfen, sagt Schumacher. Vielmehr müssten auch psychologische und soziale Komponenten berücksichtigt werden. Dazu bedarf es seiner Meinung nach auch einer umfassenden Aufklärung - für alle Beteiligten.

Das Internet orientiert sich auch nicht an den klassischen Strukturen, wie sie Behörden kennen, deshalb zweifelt Schumacher an der Effektivität des Cyber-Abwehrzentrums und des Cyber-Sicherheitsrats, die die Bundesregierung im Februar 2011 vorgestellt hat. Die Unfähigkeit der Behörden, das Phänomen Anonymous in seiner Gesamtheit zu erfassen, sei ein gutes Beispiel dafür, wie weit die Kluft zwischen etablierter Politik und der Internetgemeinde inzwischen sei, sagt Schumacher.


Rapmaster 3000 24. Nov 2011

Ich hab beim Runterscrollen erst gedacht dass das Gordon Freeman ist... ^^

Charles Marlow 24. Nov 2011

Die Politik schürt hier gezielt Ängste und allerlei Firmen warten schon auf die...

d333wd 24. Nov 2011

.... es freut mich sehr das Golem jetzt 10 Minuten Videointerviews präsentiert die mich...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Manager CRM (m/w)
    Kontron AG, Augsburg
  2. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  3. Inhouse Spezialist SAP (m/w)
    ROTA YOKOGAWA GmbH & Co. KG, Wehr am Rhein
  4. Software-Entwickler Java / JavaScript (m/w)
    TONBELLER AG, Bensheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  2. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  3. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  4. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  5. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  6. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  7. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  8. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  9. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  10. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

    •  / 
    Zum Artikel