Wave Glider Schwimmroboter überqueren autonom den Pazifik

Vier Schwimmroboter sind von San Francisco aus zu einer Rekordfahrt gestartet: Zwei der sogenannten Wave Glider fahren nach Australien, die anderen beiden nach Japan. In etwa zehn Monaten sollen sie ihre Ziele erreichen.

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Das US-Unternehmen Liquid Robotics hat eine Rekordfahrt mit Robotern gestartet: Vier der von dem Unternehmen entwickelten Schwimmroboter Wave Glider sind von San Francisco aus zu einer Fahrt über den Pazifik gestartet.

Gemeinsam bis Hawaii

Japan und Australien sind die Ziele von vier Schwimmrobotern. Zunächst geht es in Viererformation ein Stück die kalifornische Küste entlang nach Süden bis nach Monterey. Dort biegen sie nach Westen in Richtung offene See ab und fahren gemeinsam bis nach Hawaii, wo sie sich trennen werden: Zwei Roboter nehmen Kurs auf Australien, die beiden anderen steuern Japan an. 300 Tage soll die Reise dauern.

Der Wave Glider besteht aus zwei Teilen: einer Art Floß, das an der Wasseroberfläche schwimmt, und der Antriebseinheit, die sich, an einer etwa 7 Meter lange Leine befestigt, unter Wasser befindet. Das Floß ist 2,08 Meter mal 60 Zentimeter groß. Es ist die Plattform, auf der sich die Steuerelektronik, das GPS zur Navigation, Sensoren sowie eine Funkenheit für den Kontakt mit dem Land befinden. Die Oberfläche ist mit Solarzellen ausgelegt, die Strom für die Elektronik liefern. Akkus sorgen dafür, dass auch nachts oder bei bewölktem Himmel elektrische Energie zur Verfügung steht.

Wellenantrieb

Die Antriebseinheit ist 1,91 Meter lang und 40 Zentimeter breit. Auf einem Gerüst, das an einen Schlitten erinnert, sitzen sechs drehbar gelagerte , 1,07 Meter breite Flügel. Diese sorgen für den Vortrieb des Wave Gliders: Wenn dieser eine Welle hinauf fährt, klappen die Flügel nach hinten. Gleitet er von einer Welle herab, klappen sie nach vorne. So bewegt sich das Wasserfahrzeug mit der Kraft der Wellen vorwärts. Besonders schnell ist es dabei nicht: Mit 0,4 und 2 Knoten, 0,74 bis 3,7 km/h dümpelt der Wave Glider über die Meere.

  • Der Schwimmroboter Wave Glider (Foto: Liquid Robotics)
  • Vier Wave Glider sind auf Rekordjagd über den Pazifik unterwegs nach Japan und Australien. (Foto: Liquid Robotics)
  • Aussetzen eines Wave Gliders von einem Boot aus.(Foto: Liquid Robotics)
  • Das Wasserfahrzeug besteht aus einer schwimmenden Plattform... (Foto: Liquid Robotics)
  • ... und einer getauchten Antriebseinheit. (Foto: Liquid Robotics)
  • Angetrieben werden die Wave Glider von der Kraft der Wellen. (Foto: Liquid Robotics)
  • Die Flügel sind drehbar gelagert... (Foto: Liquid Robotics)
  • ... und wandeln die Energie der Wellen in Vortrieb. (Foto: Liquid Robotics)
  • Besonders schnell ist ein Wave Glider nicht. (Foto: Liquid Robotics)
  • Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 2 Knoten, 3,7 km/h (Foto: Liquid Robotics)
  • Etwa 100 Wave Glider hat Liquid Robotics bisher gebaut. (Foto: Liquid Robotics)
Der Schwimmroboter Wave Glider (Foto: Liquid Robotics)

Etwa 100 der etwa 140.000 US-Dollar teuren Wave Glider hat Liquid Robotics seit 2009 gebaut. Sie wurden schon in diversen ozeanografischen Projekten eingesetzt. Bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr etwa haben Wave Glider Daten über die Ausbreitung des Ölteppichs gesammelt.

Daten für Branson

Virgin Oceanic, das Tauchprojekt des britischen Unternehmers Richard Branson, hofft auf Daten von den Robotern, wenn sie den Marianengraben überqueren. Diese sollen für die Vorbereitung für die erste Tauchfahrt des Projekts dienen: Branson und sein Partner Chris Welsh wollen zu den fünf tiefsten Punkten in den Ozeanen hinabtauchen.

Zusammen werden die Roboter bei der Pacific Crossing Challenge (PacX) eine Entfernung von rund 33.000 Seemeilen, 61.116 Kilometern zurücklegen. Das soll Hersteller Liquid Robotics einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde für die längste Reise eines unbemannten Wasserfahrzeugs bescheren. Nutzer können zudem von ihrem Computer aus der Reise der Roboter folgen: Google wird bei Google Earth Icons der jeweiligen Position einblenden.

Meeresdaten sammeln

Die Fahrt ist keine reine Rekordjagd: Die Roboter werden auch viele Daten sammeln, etwa über die Qualität, die Temperatur, den Sauerstoff- und den Salzgehalt des Wassers, die Höhe der Wellen oder den Wind. Wissenschaftler wollen anhand dieser Daten den Klimawandel besser verstehen sowie das Wetter, vor allem Wirbelstürme, vorhersagen. Die Daten stellt Liquid Robotics ihnen sowie anderen interessierten Nutzern, die sich auf der Website registrieren, kostenlos zur Verfügung.

Für die Softwareentwicklung bei Liquid Robotics ist James Gosling zuständig. Der Java-Erfinder ist im August 2011 von Google zu dem kalifornischen Unternehmen gewechselt, wo er Chief Software Architect ist.


tilmank 20. Nov 2011

*gähn*

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