Anzeige
Individuelle Patches für Hardware sollen die Leistungsaufnahme des Linux-Kernels verbessern.
Individuelle Patches für Hardware sollen die Leistungsaufnahme des Linux-Kernels verbessern. (Bild: Wilfried Wittkowsky)

Linux-Kernel Erste Patches gegen erhöhte Leistungsaufnahme

Red-Hat-Entwickler Matthew Garrett hat dem Linux-Kernel zahlreiche Patches spendiert, die die Leistungsaufnahme des Linux-Kernels auf zahlreichen Notebooks reduzieren soll. Sie übernehmen Informationen aus Windows-Treibern.

Anzeige

Seit Linux-Kernel 2.6.38 haben Anwender bemängelt, dass Notebooks damit weniger energiesparend sind als unter Windows. Die Ursache: Die Energiesparmethoden an der PCI-Express-Schnittstelle. Nun hat sich Red-Hat-Mitarbeiter Matthew Garrett mit dem Problem beschäftigt und die INF-Datei der Windows-Treiber nach Informationen durchsucht, welche Hardware Probleme mit dem Active State Power Management (ASPM) hat.

Garrett reicht nach und nach Patches ein, die die richtigen Einstellungen bestimmter Hardware an den Linux-Kernel übermitteln. Zunächst hatten die Entwickler die Unterstützung für ASPM deaktiviert, wenn die Fixed ACPI Description Table (FADT) meldete, dass es von der Hardware nicht unterstützt wird. Da PCI-Express-Geräte auch dann im Ruhezustand viel Leistung aufnehmen, sinkt die Akkulaufzeit um bis zu 30 Prozent. Grund für den Patch waren gemeldete Fehler durch ein stets aktives ASPM, was teilweise zu kompletten Abstürzen führte.

Der Grund dafür taucht laut Garrett dann auf, wenn das BIOS fehlende ASPM-Unterstützung meldet, obwohl sie existiert. Zusätzlich kann es vorkommen, dass das BIOS ASPM auf einigen Geräten aktiviert, dem System aber mitteilt, das ASPM deaktiviert ist. Das bringe Geräte aus dem Tritt und führe zu den Abstürzen, so Garrett. Deshalb habe er den Patch eingereicht, um ASPM immer dann zu deaktivieren, wenn das BIOS dessen fehlende Unterstützung meldet.

Um das Problem der erhöhten Leistungsaufnahme zu beheben, schlägt Phoronix den Kernelparameter pcie_aspm=force vor, mit dem ASPM auch dann aktiviert wird, wenn das BIOS es nicht unterstützt. Unter Umständen stürzt das System dann aber ab.

Nun hat Garrett in den Windows-INF-Dateien die Zeile entdeckt, die Informationen darüber enthält, wie einzelne Hardware mit ASPM umgeht, etwa ob und wann sie ein- oder ausgeschaltet wird. Diese Informationen werden nun als Patches in den Sourcecode des Kernels eingetragen, damit er den ASPM-Status für einzelne Geräte auslesen kann. Erste Patches gibt es bereits für Netzwerktreiber für Atheros-Chipsätze oder für die Treiber für Ethernet-Karten von Jmicron.

Damit lässt sich ASPM nun wieder aktivieren, ohne dass es zu Abstürzen kommt. Die Webseite Phoronix, die den erhöhten Stromverbrauch gemessen hatte, berichtet, dass die bislang eingereichten Patches funktionierten.


eye home zur Startseite
1e3ste4 18. Dez 2011

Da kann aber Linux kaum was dafür. Diese Umschaltmechanismen werden ja nirgends richtig...

tilmank 16. Nov 2011

Schon komisch, unter Windows ist das Installieren von Treibern doch noch viel...

martinalex 14. Nov 2011

und dennoch ist es die aktuelle Intel-Plattform, bei der der Powerbug besonders stark...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter Zentrale-IT Service Desk (m/w)
    Raben Trans European Germany GmbH, Mannheim
  2. Citrix Administrator (m/w)
    ADLON Intelligent Solutions GmbH, Ravensburg
  3. Forschungsingenieur/in für Fahrzeug-Kommunikation
    Robert Bosch GmbH, Hildesheim
  4. Projektmanager/in Digitale Medien
    GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Call of Duty

    Erste Ausblicke auf Infinite und Modern Warfare

  2. Innotek

    LG steckt neuen Fingerabdrucksensor unter das Displayglas

  3. Onlinehandel

    Streiks bei Amazon Deutschland und Aktion in Polen

  4. Bitcoin-Erfinder

    Satoshi Nakamoto enthüllt seine Identität

  5. Quantum Break

    27-GByte-Patch deaktiviert das Upscaling

  6. Torsploit

    Früheres Mitglied der Tor-Entwickler half dem FBI

  7. Emulation

    Windows 95 auf der Apple Watch

  8. Valve Steam

    Zwei-Faktor-Authentifizierung hilft gegen Cheater

  9. Hitman

    Patch behindert Spielstart im Direct3D-12-Modus

  10. Peter Molyneux

    Lionhead-Studio ist Geschichte



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Raspberry Pi 3 im ersten Test: Kein Grund zur Eile
Raspberry Pi 3 im ersten Test
Kein Grund zur Eile
  1. Pi Camera V2 Neues 8-Megapixel-Kameramodul für den Raspberry Pi
  2. IOT-Hat Funkaufsatz und Gamepad für den Raspberry Pi Zero
  3. 502IOT Das Über-Shield für den Raspberry Pi

Thermophotovoltaik: Die echte Sonne ist manchmal nicht gut genug
Thermophotovoltaik
Die echte Sonne ist manchmal nicht gut genug
  1. Solarflugzeug Solar Impulse startet wieder
  2. Erneuerbare Energien Solarzellen wandeln Regen in Strom
  3. Rollarray Solarstrom von der Rolle

Mitmachprojekt: Wie warm ist es in euren Büros?
Mitmachprojekt
Wie warm ist es in euren Büros?
  1. Mitmachprojekt Temperatur messen und versenden mit dem ESP8266
  2. Mitmachprojekt Temperatur messen und senden mit dem Particle Photon
  3. Mitmachprojekt Temperatur messen und senden mit dem Arduino

  1. Re: Kommt ihre tolle App dann auch für Windows Phone?

    Missingno. | 10:06

  2. Re: ohhh gott die jugend von heute...

    Muhaha | 10:05

  3. Re: Warum auf ner Smartwatch und nicht auf einem...

    Kakiss | 10:05

  4. Re: Hat das jemand geschrieben, der sich damit...

    forenuser | 10:04

  5. Re: Tor-Pedo

    Nullmodem | 10:00


  1. 10:13

  2. 10:07

  3. 10:03

  4. 10:01

  5. 14:52

  6. 11:42

  7. 10:08

  8. 09:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel