Astronomie Digitalkamera nimmt Fotos mit 3,2 Gigapixel auf

Die Entwicklung der weltgrößten Digitalkamera hat einen wichtigen Meilenstein genommen. Experten des Energieministeriums empfehlen, das Projekt zu finanzieren. Die Kamera soll Teil des größten Spiegelteleskops der Welt werden, mit dem der Nachthimmel von Chile aus fotografiert werden soll.

Anzeige

Die Auflösung herkömmlicher Digitalkameras reicht bis ungefähr 25 Megapixel, während Profigeräte Fotos mit bis zu 200 Megapixeln Auflösung machen können. Die Pläne für das Large Synoptic Survey Telescope (LSST) sehen eine Digitalkamera vor, die Bilder mit einer Auflösung von 3,2 Gigapixeln aufnehmen kann. Die hohe Auflösung wird durch einen Verbund von 189 lichtempfindlichen CCD-Sensoren erreicht. Sie können auch sehr schwaches Licht auswerten.

Eine Untersuchungskommission des US-Energieministeriums hat die Projektpläne begutachtet und empfiehlt, dem LSST den CD‑1-Status zu verleihen. Damit wird bestätigt, dass es sich um die optimale Lösung handelt. In der daran anschließenden Evaluierungsphase werden die Finanz- und Zeitpläne geprüft. Danach wird mit der Umsetzung begonnen.

Paul O'Connor ist Wissenschaftler am SLAC National Laboratory der Stanford-Universität und Leiter der Kameraentwicklung des Teleskops. Seinen Angaben nach wird die Kamera Licht aufnehmen können, das 100 Millionen Mal schwächer ist als das, was ein menschliches Auge erkennen kann. Das System habe genügend Leistung, Autoscheinwerfer auf einer Distanz von 400 Meilen (640 km) zu erkennen, sagte O'Connor. Das LSST soll auf dem fast 2.700 Meter hohen Cerro Pachón in Chile errichtet werden. Hier befindet sich auch eines der beiden Gemini-Observatorien.

Extrem lichtempfindliche Kamera

Die LSST-Sensoren können Licht unterschiedlicher Wellenlänge erkennen - von Ultraviolett über den sichtbaren Bereich bis hin zu Infrarot. Jede Nacht soll das LSST 15 TByte Daten gewinnen. Dabei werden 800 Aufnahmen von jeweils 15 Sekunden Dauer gemacht. Der gesamte, von seinem Standort aus sichtbare Himmel wird zweimal pro Woche abgelichtet.

Das Teleskop wird einen Primärspiegel mit einem Durchmesser von 8,4 Metern besitzen. Alleine die optischen Komponenten sollen 60 Tonnen wiegen. Das R&D-Mag berichtet, dass das die Kamera ungefähr so groß wie ein kleines Auto sein wird. Dennoch soll das Teleskop flink genug sein, um sich zwischen den Bildzielpunkten innerhalb von 5 Sekunden zu bewegen.

Neben einer Bestandsaufnahme des Sonnensystems und einer Kartierung der Milchstraße sollen Zeitrafferaufnahmen in 3D mit bislang unerreichter Detailtreue errechnet werden. Erdnahe Asteroiden sollen genauso erkundet werden wie Supernovae und der Kuiper-Gürtel. Von besonderem Interesse sei auch die Erkundung dunkler Materie und dunkler Energie, erklärten die Forscher.

165 Millionen US-Dollar für eine Kamera

Der Aufbau des Teleskops soll rund 500 Millionen US-Dollar kosten, wovon ungefähr ein Drittel auf die Kameratechnik entfallen wird. Im Laufe seiner zehnjährigen Betriebsdauer soll das Teleskop ein Bildarchiv von 100 Petabyte aufbauen. Ein Petabyte entspricht 1000 TByte. Google hat sich 2007 dem Konsortium von 19 Universitäten, Forschungseinrichtungen und anderen privaten Stiftungen angeschlossen, die mit dem LSST das größte Spiegelteleskop der Welt bauen wollen.


attitudinized 12. Nov 2011

Die Wissenschaft hat gerade das gegenteil festgestellt ( google mal nach CERN neutrino...

irata 12. Nov 2011

Ja früher hat man gepfuscht, aber ein Byte sind immer noch 8 Bit, oder sind das jetzt...

Blair 11. Nov 2011

Es gibt schon heute größere: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3...

dirtdevil666 11. Nov 2011

Vielleicht klappt es ja noch (...wer weiß?!) Gruß und gesegnetes WE (...und endlich ab in...

Lala Satalin... 11. Nov 2011

Sieht verdammt nach einem HDR-Bild aus.

Kommentieren




Anzeige

  1. IT-Spezialist (m/w) für Anwendungsentwicklung
    Versicherungskammer Bayern, München
  2. Mitarbeiter/in im Bereich Informationstechnologie/IT Service
    Toho Tenax Europe GmbH, Heinsberg-Oberbruch und Wuppertal
  3. Softwareentwickler (m/w)
    SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  4. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt: SAP Applikation
    Unternehmensgruppe Theo Müller, Aretsried

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  2. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  3. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  4. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  5. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  6. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  7. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  8. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  9. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  10. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Display Scanout Engine: Xbox, streck das Bild!
Display Scanout Engine
Xbox, streck das Bild!

Die Xbox One berechnet viele Spiele nicht nativ in 1080p. Stattdessen vergrößern ein Hardware-Scaler oder einige Softwareschritte niedrigere Auflösungen. Beide Lösungen bieten Vor- und Nachteile, welche die Bildqualität oder Bildrate beeinflussen.

  1. Xbox One Upgedated und preisgesenkt
  2. Xbox One Microsoft denkt über Xbox-360-Emulation nach
  3. Xbox One Inoffizielle PC-Treiber für Controller erhältlich

Facebook und Oculus Rift: Vier Prognosen zu Faceboculus
Facebook und Oculus Rift
Vier Prognosen zu Faceboculus

Der erste Shitstorm hat sich gelegt. Und Oculus gehört immer noch Facebook. Was ändert das jetzt? Und was bedeutet das für die Zukunft? Wer sich mit Entwicklern und Experten unterhält, der kann einige erste Schlüsse ziehen.

  1. Oculus Rift 25.000 Exemplare der neuen Dev-Kit-Version verkauft
  2. Developer Center Sicherheitslücke bei Oculus VR
  3. Oculus VR "Wir haben nicht so viele Morddrohungen erwartet"

Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  2. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion
  3. Linux-Distribution Opensuse baut um und verschiebt Version 13.2

    •  / 
    Zum Artikel