Adobe Flash am Anfang vom Ende

Adobe hat mittlerweile offiziell bestätigt, dass der Flash Player für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets nicht mehr weiterentwickelt wird. Damit läutet das Unternehmen das Ende des Flash Player ein, auch auf dem Desktop. Die Zukunft gehört HTML5.

Anzeige

"HTML5 wird heute von allen nennenswerten mobilen Endgeräten unterstützt, in einigen Fällen exklusiv. Das macht HTML5 zur besten Lösung, um Inhalte für unterschiedliche mobile Plattformen zu entwickeln und auszuliefern": So begründet Adobe die Einstellung seines Flash Player für mobile Endgeräte. Zwar soll Flash 11.1 noch für Android und das Blackberry Playbook veröffentlicht werden, danach aber wird es keine neuen Versionen mehr geben. Stattdessen sollen Entwickler Adobe AIR nutzen, um plattformunabhängige Applikationen für mobile Endgeräte zu entwickeln. Dazu kaufte Adobe kürzlich auch Nitobi, das Unternehmen hinter Phonegap.

Ähnliches gilt auch für Fernseher und Blu-ray-Player, wie ein Adobe-Sprecher Gigaom sagte: Demnach will Adobe bestehende Lizenznehmer weiterhin darin unterstützen, den Flash Player für Webbrowser auf digitale Heimunterhaltungsgeräte zu portieren. Der beste Weg, um Inhalte auf Fernsehern auszuliefern, seien aber Applikationen, nicht der Browser, erklärte Adobe. In dieser Richtung wolle Adobe die Hersteller auch unterstützen.

Der Desktop allein ist zu wenig

Adobe verabschiedet sich damit also von der Idee, mit dem Flash Player eine wirklich plattformübergreifende Runtime anzubieten, und will sich in einer Welt, die zunehmend von mobilen Endgeräten dominiert wird, auf den Desktop konzentrieren. Das geschieht allerdings nicht ganz freiwillig: Auf Apples iPhone und iPad musste Flash von vornherein außen vor bleiben, und auch in Microsofts neuer Metro-Oberfläche von Windows 8 hat Adobe Flash keinen Platz.

Mit der Einstellung des mobilen Flash Player läutet Adobe den Anfang vom Ende von Flash ein, sie sollte allen klar machen, dass an HTML5 kein Weg vorbei führt. Adobe selbst will die frei werdenden Ressourcen in HTML5 investieren. Flash soll dort zum Einsatz kommen, wo es den größten Einfluss auf die Industrie hat: Bei aufwendigen Spielen und Premium Video.

Die Frage ist allerdings, warum Entwickler 3D-Spiele für den Flash Player mit Adobes API Stage 3D entwickeln sollten, wenn doch WebGL ähnliches bietet und mittelfristig auch auf mobilen Endgeräten zur Verfügung stehen wird. Allein die Möglichkeit, HD-Videos mit Kopierschutz über die Flash-Plattform auszuliefern, dürfte nicht zum Überleben des Flash Player ausreichen.

Mutiger und richtiger Schritt

Dennoch macht Adobe einen richtigen und mutigen Schritt: Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Werkzeugen für Kreative und Entwickler. Und in einer Welt, in der HTML5-Browser die einzige wirklich plattformübergreifende Runtime darstellen, wird Adobe nur mit erstklassigen Werkzeugen für HTML5 erfolgreich sein. Sich jetzt schrittweise vom Flash Player zu verabschieden, erfordert Mut, ermöglicht es Adobe aber, seinen Strategiewechsel aus einer Position der Stärke vorzunehmen.

Für die Nutzer von Adobes Software bedeutet das: Sie werden sich nicht grundlegend umgewöhnen müssen, können mit den gleichen Werkzeugen weiterarbeiten und damit Inhalte und Applikationen erstellen, die auf allen Geräten laufen. Ob diese mittelfristig auf dem Desktop im Flash Player oder dank HTML5 direkt im Browser laufen, spielt dann keine Rolle mehr. Adobe ermöglicht einen sanften Übergang, bei dem auf keine Funktionen verzichtet werden muss, die der Flash Player auf dem Desktop heute bietet und HTML5 noch nicht. Zudem bringt sich Adobe damit in die Position, die Entwicklung des offenen Webs in nennenswertem Umfang beeinflussen zu können: Das Unternehmen verfügt über eine alternative, browserübergreifende Runtime, in der neue Techniken entwickelt und erprobt werden können, bevor sie in Webstandards umgesetzt werden. Für einen Hersteller von Werkzeugen ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Genau das kündigte Adobe auch an: Das Unternehmen will seine Erfahrungen mit Flash nutzen, um die Entwicklung mit dem W3C und dem Webkit-Projekt zu beschleunigen und bislang nur im Flash Player vorhandene Funktionen in HTML5 integrieren.

Der Flash Player 12 kommt

Die Arbeiten am Flash Player 12 haben bereits begonnen und Adobe verspricht für diese Version neue aufregende Funktionen und solche, die einen sanften Übergang zu HTML5 ermöglichen.

Doch nicht alle sind mit Adobes Entscheidung einverstanden: Blackberry-Hersteller RIM kündigte bereits an, den Flash Player seinerseits weiterzuentwickeln. RIM hat den Sourcecode von Adobe lizenziert und kann auf dieser Basis eine eigene Flash-Implementierung anbieten, auch über Flash 11 hinaus, wie das Unternehmen betont.

Mozilla-Entwickler Robert O'Callahan sieht angesichts des möglichen Endes von Adobes Flash Player und Microsofts Silverlight sowie Microsofts Entscheidung, in der Metro-Oberfläche von Windows 8 auf Browserplugins zu verzichten, bereits das Ende von Browser-Plugins gekommen. Es sei nicht damit zu rechnen, dass Browserhersteller noch viel Arbeit in die NPAPI-Schnittstelle investierten, nur um Java und einige kaum genutzte Plugins zu unterstützen, sagt er. Seinen Arbeitgeber Mozilla fordert O'Callahan denn auch gleich auf, seine Investitionen in neue Funktionen für eine bessere Integration von NPAPI-Plugins zu stoppen: "Vielleicht sind wir bald in der Lage, Plugins zu deaktivieren und eine Menge mehr Code rauszuschmeißen".


WinnerXP 06. Okt 2012

Was redet denn dieser O'Callahan da für einen Mist. Plugins sind eine Super-Sache. Man...

SSD 09. Feb 2012

Zeig mir wo. Vielleicht war es eine Info zum IE, der ziemlich sicher System-Codecs...

Programie 08. Feb 2012

windowsverabschieder Wrote: Auf Golem gibt es Werbung? Moment *AdBlock deaktivier*... ach...

Programie 08. Feb 2012

Rapmaster 3000 Wrote: Wenn ich "Flash" hoere, denke ich nur an ein ressourcenfressendes...

Programie 08. Feb 2012

++ Die Zeiten aendern sich nunmal von Zeit zu Zeit. :-)

Kommentieren


Denkmaschinen-Blog / 10. Nov 2011

Adobe bestätigt das Ende des Flash Players



Anzeige

  1. IT-Quality Consultant (m/w)
    gempex GmbH, Mannheim
  2. SAP Basis Administrator (m/w)
    WSW Software GmbH, Krailling (bei München)
  3. SOC Security Analyst (m/w) in IT Security Services
    Allianz Managed Operations & Services SE, München
  4. Remote Services & Servicetoolmanager (m/w)
    über ANJA KISSLING PERSONALBERATUNG, Region Zollernalb

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Maynard

    Wayland-Shell für den Raspberry Pi

  2. BGH-Urteil

    Typenbezeichnung gehört in eine Werbeanzeige

  3. Startup Uber

    Privater Taxidienst Uberpop verboten

  4. Project Atomic

    Red Hat erarbeitet Host-System für Docker-Container

  5. Getac T800

    Robustes 8-Zoll-Tablet mit Windows

  6. MS-Flugsimulator X

    Flughafen Berlin-Brandenburg eröffnet

  7. Vorratsdatenspeicherung

    Totgesagte speichern länger

  8. Intel

    Broxton LTE erst 2016, Skylake-Produktion noch 2015

  9. Bitcoin-Börse

    Mtgox soll verkauft oder aufgelöst werden

  10. Samsung

    Topsmartphone mit Tizen kommt im Sommer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test Fifa Fußball-WM Brasilien 2014: Unkomplizierter Kick ins WM-Finale
Test Fifa Fußball-WM Brasilien 2014
Unkomplizierter Kick ins WM-Finale

Am 8. Juni 2014 bezieht die deutsche Nationalmannschaft ihr Trainingslager "Campo Bahia" in Brasilien, um einen Anlauf auf den Gewinn des WM-Pokals zu nehmen. Wer sichergehen will, dass es diesmal mit dem Titel klappt, kann zu Fifa Fußball-WM Brasilien 2014 greifen.

  1. Fifa WM 2014 Brasilien angespielt Mit Schweini & Co. nach Südamerika
  2. EA Sports Fifa kickt in Brasilien 2014

Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

OpenSSL: Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed
OpenSSL
Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed

Der Heartbleed-Bug in OpenSSL dürfte wohl als eine der gravierendsten Sicherheitslücken aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.

  1. OpenSSL OpenBSD mistet Code aus
  2. OpenSSL-Lücke Programmierer bezeichnet Heartbleed als Versehen
  3. OpenSSL-Bug Spuren von Heartbleed schon im November 2013

    •  / 
    Zum Artikel